Engel, Rolf

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Dr.-Ing. Rolf Engel.jpg

Rolf Engel (Lebensrune.png 10. August 1912 in Menz/Kreis Ruppin; 23. November 1993 in München) war ein deutscher Raketeningenieur und Flugzeugbauer.

Leben und Wirken

Das berühmte Foto der Vereinskameraden des „Vereins für Raumschiffahrt“ (VfR) aus der Chemisch-Technischen-Reichsanstalt (ehem. Militärversuchsamt) in Berlin-Plötzensee; von links: Rudolf Nebel (mit der Spaltdüse), Dr. Franz Hermann Karl Ritter, Leiter der Chemisch-Technischen Reichsanstalt (mit Hut), Hans Beermüller, Kurt Heinisch, unbekannt, Hermann Oberth (im dunklen Arbeitsmantel), Helmut Zoike, Klaus Riedel mit der Mirak-1-Rakete, Wernher von Braun, unbekannt. Das Bild wurde im Sommer 1930 von Rolf Engel aufgenommen. Akademiker tragen standesgemäß weiße Kittel, Oberth, der „nur“ Lehrer ist, trägt einen grauen. Bei der Rakete zwischen Heinisch und Oberth handelt es sich lediglich um ein Modell der von Oberth und Nebel gebauten „Ufa-Reklamerakete“, die jedoch nie geflogen ist.

Engel war der Sohn eines Lehrers. Er absolvierte nach Beendigung seiner Schullaufbahn eine Ausbildung zum Ingenieur an der Ingenieurschule Beuth. Er studierte an der Technischen Hochschule München und der Technischen Hochschule Danzig. Als 17jähriger schloß er Bekanntschaft mit Wernher von Braun; beide hörten Vorlesungen von Hermann Oberth. Anfang der 1930er Jahre arbeitete Engel mit den Raketenpionieren Rudolf Nebel und Johannes Winkler zusammen.

„Winkler arbeitet anfangs noch mit Feststoffraketen, befaßt sich dann aber nur noch mit Flüssigkeitsraketen, da er nur mit ihnen eine künftige Weltraumfahrt für möglich hält. Der Flugzeugbauer Prof. Hugo Junkers, der für seine (Wasser-)Flugzeuge Starthilferaketen benötigt, wird auf die Arbeiten Winklers aufmerksam und stellt ihn im September 1929 als Versuchsingenieur in seiner Forschungsabteilung in Dessau ein. [...] Da der Dessauer Exerzierplatz zu klein geworden war, verlegt Johannes Winkler mit seinem engsten Mitarbeiter Rolf Engel auf Wunsch von Hückel seine Raketen-Versuchstätigkeit im Herbst 1931 vorübergehend ebenfalls auf den Raketenflugplatz Berlin-Tegel in ein leerstehendes Laborgebäude.“[1]

Ende 1932 gründete er, unterstützt von Hugo Junkers, in Dessau das Forschungsinstitut für Raketentechnik. Engel wurde Mitglied der SS und ging 1935 zur Forschungsgruppe der Deutschen Luftwaffe. 1939 wurde er technischer Direktor der Versuchsanstalt für Strahltriebwerke im westpreußischen Grossendorf.

Zweiter Weltkrieg

Im Zweiten Weltkrieg war Engel Mitglied der Kommission für Waffen, Munition und Fernschießen im Rüstungsministerium, Mitglied des Reichsforschungsrates und einer der maßgeblichen deutschen Raketeningenieure. Engel arbeitete an der Entwicklung zahlreicher Motoren für Artillerie- sowie Flugabwehrraketen und verfaßte bahnbrechende Studien für das Heereswaffenamt.

Nachkriegszeit

Nach Kriegsende lehnte er das Angebot von Brauns ab, mit ihm im Rahmen der Operation Paperclip in die VSA zu gehen. 1946 wurde er Mitarbeiter des französischen Luftwaffenamtes, ging 1952 als Raketenexperte nach Ägypten und wirkte ab 1957 als Berater des italienischen Verteidigungsministeriums.

1961 wurde er Chef der Raumfahrtabteilung bei Messerschmitt-Bölkow-Blohm und hatte entscheidenden Anteil am Bau der Europa-Rakete. 1971 scheid er aus gesundheitlichen Gründen aus dem Arbeitsleben aus

Tod

Dr.-Ing. Rolf Engel verstarb 1993 in München.[2] Sein Nachlaß, 69 Schachteln Unterlagen zur Luftfahrt- und Raketentechnik, ist im Besitz des „Deutschen Museums von Meisterwerken der Naturwissenschaft und Technik“ in München.

Literatur

  • Heinz Horeis: Rolf Engel – Raketenbauer der ersten Stunde, Technische Universität, München 1992
  • Harry Oskar Ruppe: In memoriam. Rolf Engel (1912–1993), in: „Acta Astronautica“, 1995

Verweise

Fußnoten