Oberth, Hermann

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Prof. Dr.-Ing. e. h. Dr. h. c. mult. Hermann Oberth

Hermann Julius Oberth (Lebensrune.png 25. Juni 1894 in Hermannstadt, Siebenbürgen, Österreich-Ungarn; Todesrune.png 28. Dezember 1989 in Nürnberg) war ein deutscher Physiker und Raketenpionier.

Bedeutung

Rudolf Nebel (links) mit Vereinskameraden des „Vereins für Raumschiffahrt“ (VfR);[1] in der Mitte steht Hermann Oberth (rechts von der großen Rakete), mittig Klaus Riedel (mit der kleinen Stabrakete), rechts hinter Riedel der junge Wernher von Braun, 1930. Hermann Oberth empfahl bereits in den 1920er Jahren Raketen mit Flüssigtreibstoff zu versehen, um eine höhere Austrittsgeschwindigkeit zu erzielen als es mit Feststoff möglich war. 1931 entwickelte Paul Heylandt im Auftrag des Heereswaffenamtes unter Karl E. Becker ein 20 kg Schub Triebwerk, das mit Flüssigsauerstoff (LO2) und Alkohol angetrieben wurde. Nebel, Klaus Riedel und Wernher von Braun arbeiteten 1932 am Raketenflugplatz in Berlin-Tegel ebenfalls mit flüssigem Sauerstoff und kombinierten ihn mit dem Brennstoff Benzin.
Von links gegen dem Uhrzeigersinn: General Toftoy, Dr. Ernst Stuhlinger, Professor Hermann Oberth, Wernher von Braun und Robert Lusser am 1. Februar 1956, Luftwaffenstützpunkt der USAF „Patrick Air Force Base“ in Florida

Der Pionier der Weltraumfahrt mit dem Spitznamen „Der Weltraumprofessor“ gilt als einer der Begründer der wissenschaftlichen Raketentechnik und Weltraumfahrt sowie als prophetischer Initiator der Raumfahrt und der Weltraummedizin. Er trägt gemeinsam mit seinem berühmtesten Schüler Wernher von Braun den Ehrentitel „Vater der Raumfahrt“.

„Die Beiträge, die Hermann Oberth in der Raumfahrt geleistet hat, sind nicht hoch genug einzuschätzen. Nach meiner Überzeugung gibt es keinen anderen Pionier der Raumfahrt, der wie Hermann Oberth visionäres Denken mit analytischer Klarheit verbunden hat. Er hat den Traum vom Flug zu den Planetenräumen formuliert und die Vision vom Flug zu den Sternen seinen Zeitgenossen überzeugend dargestellt. Sein bedeutendster Schüler, Wernher von Braun, wäre ihm gewiß nicht gefolgt, hätte Hermann Oberth nicht auch die mathematischen Grundlagen der Raumfahrt ausgearbeitet vorgelegt. Kraft seiner analytischen Klarheit war Hermann Oberth fähig, sich selbst und der Welt zu beweisen, daß der Flug in das Weltall nicht ewig ein Traum bleiben muß. sondern tatsächlich möglich ist. Es gehört zu den Sternstunden seines Lebens, daß er selbst miterleben konnte, wie Menschen den erdnahen und wenig später gar den Mond eroberten. Auf der anderen Seite ist es betrüblich, daß seine Leistung und seine großen Verdienste nicht in allen Kreisen unseres Landes bekannt sind. Das Hermann-Oberth-Raumfahrt-Museum hat es sich zur Aufgabe gemacht, das Werk Hermann Oberths zu pflegen und insbesondere die junge generation mit den Möglichkeiten und Chancen der Raumfahrt vertraut zu machen. Es verdient, in diesen Bemühungen von staatlicher und privater Seite unterstützt zu werden.“ — Dr. Ulf Merbold, Wissenschafts-Raumfahrer

Leben

Nach seiner Geburt in Hermannstadt in Siebenbürgen zog die Familie nach Schäßburg. Dort besuchte Hermann Julius Oberth die Schule und las schon als elfjähriger die Bücher von Jules Verne „Von der Erde zum Mond“ und „Die Reise um den Mond“. Er widerlegte als 15jähriger mathematisch Vernes Vorstellung (auch wenn er Vernes Angaben zur Fluchtgeschwindigkeit und Flugdauer bestätigen konnte) eines Abschußrohres durch den Nachweis zu hohen Andrucks. Für ihn schien die Möglichkeit einer solchen Reise nur mit einer Rakete gegeben zu sein.

Nach dem Abitur begann Oberth auf Wunsch seines Vaters ein Medizinstudium in München. Er belegte nebenbei Vorlesungen an der Technischen Hochschule. Am Ersten Weltkrieg nahm er als Kriegsfreiwilliger teil, zuerst als Infanterist. 1914 wurde er an die Ostfront eingezogen, wurde in der „Karpatenschlacht“ 1915 verwundet und diente von 1915 bis 1918 als Sanitätsfeldwebel im Reservelazarett Schäßburg.

Anschließend studierte er Physik an der Technischen Universität Klausenburg in Siebenbürgen und befaßte sich mit Raketentechnik. Im Jahre 1920 zog er mit seiner Frau nach Göttingen um. Die dort eingereichte Doktorarbeit wurde abgelehnt. Die Universität Klausenburg hingegen akzeptierte Oberths Arbeit zumindest als Diplomarbeit.

Die Arbeit, die er dann auf eigene Kosten in Druck gab, trug den Titel „Die Rakete zu den Planetenräumen“ und wurde später zu einem Standardwerk der Raumfahrttechnik. Im Jahre 1928 war er Berater bei den Dreharbeiten zu Fritz Langs Film „Die Frau im Mond“. In dieser Zeit entdeckte Oberth die Selbstzerreißung der brennenden Tröpfchen und entwickelte die Kegeldüse. Im siebenbürgischen Mediasch unternahm er im Jahre 1932 Raketenversuche in den Werkstätten der dortigen Militärischen Fliegerschule und startete seine erste flüssigkeitsgetriebene Kleinrakete.

1938 errichtete er einen Raketenflugplatz in Felixdorf bei Wien und wechselte darauf nach Dresden.

Zweiter Weltkrieg

  • 1938 bis 1949: Forschungsauftrag an der TH Wien
  • 1940 bis 1941: Forschungsauftrag an der TH Dresden
  • 1941 ging er an die Heeresversuchsanstalt Peenemünde und arbeitete mit an der Flüssigkeitsrakete A-4 (Aggregat 4), die als V-2 bekannt wurde.
  • 1943 bis 1945: Abkommandiert zur Westfälisch-Anhaltinischen Sprengstoff AG (WASAG), Rheinsdorf bei Wittenberg
  • April 1945: Bei Moosburg (Bayern) Festnahme durch die VS-Amerikaner, er kam in das Special Detention Camp „Dustbin“ (Mülleimer).

Nachkriegszeit

Ab 1945 wohnte er in Feucht bei Nürnberg und ging 1948 in die Schweiz, um dort als wissenschaftlicher Gutachter zu arbeiten. In den Jahren 1950 bis 1953 entwickelte er für die italienische Marine eine Feststoffrakete. 1953 beschäftigte er sich mit der Nutzung der Sonnenenergie. 1955 arbeitete er auf Drängen seines ehemaligen Schülers Wernher von Braun in den VSA, kehrte aber 1958 schon wieder in die BRD zurück.

Im Jahre 1962 sagte Hermann Oberth in Nürnberg, als er vom Bund der Vertriebenen zum Ehrenmitglied ernannt wurde:

„Ich hatte gehofft, eine Raketenwaffe zu finden, die den Schandvertrag von Versailles hätte zerschlagen können. Das ist mir nicht gelungen.“[2]

Von 1965 bis 1967 war Oberth Mitglied der NPD. Noch 1977 befaßte sich Oberth in der Schrift „Das Drachenkraftwerk“ mit einer neuen Methode der Windkraftnutzung.

Oberth war Mitglied der Traditionsgemeinschaft „Alte Adler e. V.“, einer Vereinigung von Persönlichkeiten, die sich als Flugpioniere durch besondere fliegerische Leistungen im zivilen und militärischen Bereich sowie als Forscher, Wissenschaftler, Konstrukteure, Lehrer, Publizisten und Förderer um die Luft- und Raumfahrt verdient gemacht haben. Elly Beinhorn und Hellmuth Felmy waren ebenfalls Mitglieder.

Tod

Prof. Dr.-Ing. e. h. Dr. h. c. mult. Hermann Oberth starb am 28. Dezember 1989 in Nürnberg. Die Stille Hilfe für Kriegsgefangene und Internierte attestierte dem unbeirrbaren deutschen Patrioten in ihrem Nachruf, stets „ein getreuer Helfer und Spender zur Unterstützung unserer Hilfsbedürftigen“ gewesen zu sein.[3]

Familie

Hermann Oberth war mit Mathilde, geb. Hummel, verheiratet. Das Paar hatte vier Kinder, zwei Töchter und zwei Söhne. Der Sohn Julius Oberth (Lebensrune.png 12. Juni 1919 in Graz) wurde am 12. Januar 1943 als Leutnant der Wehrmacht an der Zitadelle Welikyi-Luki (Ostfront) als vermißt gemeldet und gilt als gefallen, die Tochter Ilse Oberth (1924–1944) war Raketentechnikerin. Sie kam am 28. August 1944 auf dem Raketenprüfstand „Schlier“ bei einer Explosion unmittelbar nach einem A4-Triebwerkstest ums Leben. An den Folgen der Explosion starben 27 Menschen. Der Sohn Adolf Oberth (1928–2007) war Chemiker und Erfinder, er unterstützte seinen Vater in den 1950er Jahren bei der Entwicklung von Treibstoffgemischen für Feststoffraketen und arbeitete später bei „Aerojet“ in Sacramento, Kalifornien. Die Tochter Erna Roth-Oberth (1922–2012) machte sich besonders um die Pflege des Nachlasses ihres Vaters verdient.

Politische Korrektheit

Im März 2010 beantragte die neobolschewistische BRD-BlockparteiDie Linke“, daß das Kulturhaus in Wiehl künftig nicht mehr „Oberth-Haus“, sondern „Käthe-Kollwitz-Haus“ heißen solle.[4][5] Im Dezember 2010 wurde die ideologische Umbenennung beschlossen.[6]

Auszeichnungen und Ehrungen (Auszug)

  • Verwundetenabzeichen (1918) in Schwarz
  • Große tragbare Auszeichnung (Goldmedaille mit Kollane) der Wissenschaftlichen Gesellschaft für Flugtechnik (WGF)
  • Ehrenkreuz für Frontkämpfer
  • Kriegsverdienstkreuz (1939), I. Klasse mit Schwertern, 1943
  • 1948 Ehrenpräsident der Gesellschaft für Weltraumforschung, Stuttgart, die auch den ersten „Oberth-Preis“ verleiht
  • 1959 Hermann Oberth wird Ehrenbürger des Marktes Feucht
  • 1961 Doctor honoris causa des Wesleyan College, Mount Pleasant, lowa, VSA
  • 1961 Großes Verdienstkreuz des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland
  • 1963 Dr. Ing. e. h. der Technischen Universität Berlin
  • 1963 die Deutsche Raketengesellschaft wird in Hermann-Oberth-Gesellschaft umbenannt
  • 1963 Ehrenmitglied der Gesellschaft für Interplanetarik in Wien
  • 1969 Ehrendoktor in Barcelona
  • 1969 Wilhelm-Exner-Medaille
  • 1971 Eröffnung des Hermann Oberth Museum in Feucht.
  • 1972 Doctor honoris causa der Babes-Bolyai-Universität, Klausenburg, Rumänien
  • 1976 Hermann–Oberth-Denkmal im Eichenhainpark von Feucht
  • 1981 Ehrenplakette am Flughafen Berlin - Tegel, zusammen mit Wernher von Braun und Rudolf Nebel
  • 1984 Doctor honoris causa der TH Graz, Österreich
  • 1984 Bayerisches Verdienstkreuz
  • 1985 Großes Verdienstkreuz (1961) mit Stern (1985) der Bundesrepublik Deutschland
  • Nach Hermann Oberth ist ein Krater auf der Mondrückseite benannt
  • Zahlreiche Gedenkmedaillen und Sondermünzen zu Ehren von Hermann Oberth
    • Sparkasse: Offizielle Gedenkmedaille zum 100. Geburtstag von Professor Hermann Oberth – Vater der Raumfahrt – Markt Feucht 1994

Werke (Auswahl)

„Die Rakete zu den Planetenräumen“
  • Die Rakete zu den Planetenräumen (1923) (Bestellmöglichkeit des Nachdrucks)
  • Brennkraftturbine mit Hilfsflüssigkeit, Reichspatentamt Berlin, 1925
  • Vorrichtung zum Antrieb von Fahrzeugen durch Rückstoß ausströmender Verbrennungsgase; Verfahren und Vorrichtung zum Verbrennen von Brennstoffen, zum Beispiel für Raketen; Verfahren zur schnellen Verbrennung von Brennstoffen, Reichspatentamt Berlin, 1929
  • Wege zur Raumschiffahrt, München, 1929
  • Verfahren und Vorrichtung zum raschen Verbrennen, Patentamt Bukarest, 1931
  • Rakete oder sonstiges durch Rückstoß angetriebenes Gerät, Reichspatentamt Berlin, 1941
  • Über die beste Teilung von Stufenaggregaten, Projekt einer Fernrakete, Peenemünde, 1942
  • Studien und Versuche am Windkanal Peenemünde, Bern, 1948
  • Kunstmonde und Stationen im Weltraum, Feucht, 1953
  • Menschen im Weltraum, Düsseldorf, 1954
  • Die Entwicklung der Raketentechnik in den nächsten zehn Jahren, Die Möglichkeit des Mondfluges, Huntsville, 1957
  • Das Mondauto, Düsseldorf, 1959
  • Stoff und Leben, Remagen, 1959
  • Vom Zweck der Weltraumstation, Feucht, 1965
  • Katechismus der Uraniden, Wiesbaden, 1966
  • Die Kakokratie – Der Weltfeind Nr. 1, Nürnberg, 1975
  • Parapsychologie – Schlüssel zur Welt von morgen, Nürnberg, 1976
  • Das Drachenkraftwerk, Nürnberg, 1977
  • Der Weltraumspiegel, Bukarest, 1978
  • Wählerfibel für ein Weltparlament, Feucht, 1983

Literatur

Verweise

Fußnoten

  1. Das berühmte Foto aus der Chemisch-Technischen-Reichsanstalt (ehem. Militärversuchsamt) in Berlin-Plötzensee; von links: Rudolf Nebel (mit der Spaltdüse), Dr. Franz Hermann Karl Ritter, Leiter der Chemisch-Technischen Reichsanstalt (mit Hut), Hans Beermüller, Kurt Heinisch, unbekannt, Hermann Oberth (im dunklen Arbeitsmantel), Helmut Zoike, Klaus Riedel mit der Mirak-1-Rakete, Wernher von Braun, unbekannt. Das Bild wurde im Sommer 1930 von Rolf Engel aufgenommen. Akademiker tragen standesgemäß weiße Kittel, Oberth, der „nur“ Lehrer ist, trägt einen grauen. Bei der Rakete zwischen Heinisch und Oberth handelt es sich lediglich um ein Modell der von Oberth und Nebel gebauten „Ufa-Reklamerakete“, die jedoch nie geflogen ist.
  2. zitiert in: DER SPIEGEL 39/1962
  3. Rundbrief der Stillen Hilfe, 1/1990
  4. „Wer die Vernichtung behinderten Lebens fordert, dem können wir doch in Wiehl kein Denkmal setzen“, Kölnische Rundschau, 17. März 2010
  5. scharflinks.de, 5. Juli 2010: „Steht der Bürgermeister hinter der Nazigröße Oberth als Namensgeber für das Hermann Oberth-Haus?“
  6. Siebenbürgische Zeitung, 16. Januar 2011