Maschke, Günter

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Günter Maschke

Günter Maschke (Lebensrune.png 15. Januar 1943 in Erfurt) ist ein deutscher Schriftsteller. In seiner Jugend Marxist, kehrte Maschke seiner roten Vergangenheit in den 1970er Jahren den Rücken und lebt heute als Privatgelehrter in Frankfurt am Main. Maschke gilt international als einer der fundiertesten Kenner Carl Schmitts und Donoso Cortés’.

Seit seiner Abkehr von der Linken publizierte Maschke überwiegend in Zeitschriften des rechtskonservativen und neurechten Umfeldes wie Staatsbriefe, Criticón, Junge Freiheit, Empresas políticas oder Etappe, wo er seit 1993 als Mitherausgeber fungiert. Er veröffentlichte zahlreiche Beiträge, insbesondere zu den Werken von Juan Donoso Cortés und Carl Schmitt und ist ein entschiedener Gegner neuheidnischer Konzeptionen. Seinen Vorbildern Ernst Jünger und Carl Schmitt strikt folgend, präferiert Günter Maschke ein aufs bloß Autoritäre reduziertes, verfälschtes und versimpeltes Christentum als religiöse Orientierung der Deutschen.

Würdigung

Siegfried Gerlich urteilte über Maschke:

„Die Jugendjahre vis-à-vis dem Geburtshaus von Karl Marx in Trier verlebend, zog es den philosophisch ambitionierten Studenten zu Ernst Bloch nach Tübingen, wo er eine führende Rolle in der dadaistischen ‚Subversiven Aktion‘, der auch Rudi Dutschke und Bernd Rabehl angehörten, spielen sollte. Der von Dutschke als ‚Maschkiavelli‘ Titulierte despektierte diesen wiederum als ‚reinen Toren‘, da sich in dessen Revolutionsromantik die Machtfrage nicht stellte.
Nach seiner Desertion aus der Bundeswehr 1965 floh Maschke nach Wien, um als Kommunarde Adorno und Marcuse zu propagieren, bis Bruno Kreisky ihn in Abschiebehaft nahm. Das rettende kubanische Asyl 1968/69 bewahrte Maschke indessen nicht vor der Desillusionierung über Castros Sozialismus, und seine Hilfsdienste für eine Umsturzpläne schmiedende oppositionelle Gruppe führten zu seiner Ausweisung. Nach der Heimkehr nach Deutschland trat Maschke seine ausstehende Haftstrafe an und nahm eine schmerzliche Grundrevision seiner ideologischen Überzeugungen in Angriff. Ab 1973 als freier Mitarbeiter bei der FAZ beschäftigt, wandte sich Maschke allmählich der Neuen Rechten zu. Besiegelt wurde seine Konversion durch die 1979 geschlossene Freundschaft zu Carl Schmitt, als dessen Herausgeber und profunder Kenner Maschke sich internationale Anerkennung erwarb.
In seinen wenigen, aber gewichtigen Büchern und Aufsätzen richtete ‚der einzige Renegat der 68er-Bewegung‘ (Habermas) sein ‚bewaffnetes Wort‘ zunehmend gegen die degenerierten Nachkriegsdeutschen als ‚Fellachen de luxe‘ und die USA als ‚Schurkenstaat Nr. 1‘, und mit seiner Stilisierung Castros zum ‚Katechon‘ einer in den Abgrund rasenden globalisierten Welt erwies der ‚Kritiker des Guerilleros‘ diesem eine späte Reverenz. Wie ein ‚Partisan, der die Waffen nimmt, wo er sie kriegen kann‘, schätzt Maschke den unverminderten diagnostischen Wert der marxistischen Theorie und verachtet die ‚Lesefaulheit und latente Theoriefeindschaft vieler Rechter, die glauben, mit ihren Affekten auszukommen.‘ Gerade am autoritären Marxismus imponiert dem Nationalrevolutionär der Anspruch einer ‚höheren Sittlichkeit‘, wohingegen die libertäre Linke sich mit dem bourgeoisen Liberalismus arrangiert habe und dessen hedonistischen Verfall auch noch forciere und als Emanzipation feiere. In seinen erfrischenden Heterodoxien erweist sich Maschke als einer jener freien Geister, die in allen Lagern selten geworden sind: ‚Nichts korrumpiert das Denken so sehr wie die Angst vor dem Beifall von der falschen Seite.‘“[1]

Filmbeitrag

Ex-68er Günter Maschke im Gespräch:

Werke

  • Der Tod des Carl Schmitt: Apologie und Polemik. Karolinger Verlag, Wien 1987, ISBN 3-85418-030-6
  • Carl Schmitt. Staat – Großraum – Nomos. Arbeiten von Carl Schmitt aus den Jahren 1916–1969. Hrsg., mit einem Vorwort und mit Anmerkungen versehen von Günter Maschke, Verlag Duncker & Humblot, Berlin 1995, ISBN 3-428-07471-8
  • Das bewaffnete Wort. Aufsätze aus den Jahren 1973–’93. Karolinger Verlag, Wien / Leipzig 1997, ISBN 3-85418-080-2
  • Carl Schmitt. Frieden oder Pazifismus? Arbeiten zum Völkerrecht und zur internationalen Politik 1924–1978. Hrsg., mit einem Vorwort und mit Anmerkungen versehen von Günter Maschke, Verlag Duncker & Humblot, Berlin 2005, ISBN 3-428-08940-5
  • Die finanziellen Lebensumstände von Karl Marx, in: Heiko Luge (Hrsg.): Grenzgänge – Liber Amicorum für den nationalen Dissidenten Hans-Dietrich Sander, Ares-Verlag, Graz 2008, S. 86–96
  • „Schon die Idee der Gleichheit ist etwas Groteskes“. Günter Maschke im Gespräch. Regin-Verlag, Kiel 2011

Literatur

  • Lorenz Jäger: Gelehrter ohne Amt. Kriegstheorie: Zum sechzigsten Geburtstag von Günter Maschke. In: FAZ, 15. Januar 2003, S. 35
  • Empresas Políticas. Año VII, Número 10/11. 1 er/ 2 Semestre 2008. (= Número especial: Liber Amicorum ofrecido a Günter MaschkeFestschrift für Günter Maschke – Sonderheft)
  • Guillermo de Ujúe: Auswahlbibliographie Günter Maschke. In: Festschrift für Günter Maschke, S. 325–331

Verweise

Fußnoten