Schmitt, Carl

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Carl Schmitt (1888–1985)
mit Ernst Jünger (links)

Carl Schmitt (Lebensrune.png 11. Juli 1888 in Plettenberg, Sauerland; Todesrune.png 7. April 1985 ebendort) war ein bedeutender deutscher Staatsrechtler und politischer Philosoph des 20. Jahrhundert.

Inhaltsverzeichnis

Leben

Carl Schmitt wurde am 11. Juli 1888 als zweites von fünf Kindern eines Krankenkassenverwalters in Plettenberg/Westfalen geboren. Er wuchs in einem katholisch-kleinbürgerlichen Milieu auf. Er besuchte das Gymnasium im katholischen Konvikt in Attendorn und studierte ab 1907 Rechtswissenschaft in Berlin, München und Straßburg. 1910 promovierte er in Straßburg mit der Arbeit „Über Schuld und Schuldarten“ zum Dr. jur., legte nach dem Vorbereitungsdienst 1915 das Assessorexamen ab und habilitierte sich 1916 mit der Arbeit „Der Wert des Staates und die Bedeutung des Einzelnen“ als Privatdozent für Verwaltungsrecht, Völkerrecht und Staatstheorie.

Wirken

Während seiner Münchener Zeit gehörte Schmitt, der eigentlich Philologie studieren wollte und schon früh mit literarischen Versuchen (z. B. „Die Buribunken“) hervorgetreten war, zur sog. „Schwabinger Bohème“. Im Ersten Weltkrieg diente er ab 1916 als Freiwilliger im bayerischen Infanterie-Leibregiment in München.

1921 erfolgte die Berufung an die Universität Greifswald. Dort erfolgte die Veröffentlichung der Abhandlung „Die Diktatur“, in der Schmitt die staatsrechtlichen Grundlagen der Weimarer Republik untersucht und dabei die starke Stellung eines Reichspräsidenten deutlich betont. 1922 wurde er Professor an der Universität Bonn. In seiner Schrift „Politische Theologie“ konkretisiert Schmitt seine Staatstheorie, indem er, ausgehend von seiner katholischen Grundhaltung, letztlich die menschliche Willensfreiheit negiert. In der Zeitanalyse „Die geistesgeschichtliche Lage des heutigen Parlamentarismus“ begründet Schmitt die Notwendigkeit totalitärer Herrschaftsstrukturen. Ab 1926 war er Professor der Rechte an der Handelshochschule in Berlin. 1932 erfolgte seine Berufung an die Universität Köln. Zu seinen Schülern zählten u.a. Ernst Forsthoff, Ernst Rudolf Huber, Werner Weber, Roman Schnur, Hans Barion und Ernst Friesenhahn. In der Schrift „Der Begriff des Politischen“ entwickelt Schmitt seine Staatsrechtslehre, in der er den Führerstaat vorwegnimmt und rechtsphilosophisch legitimiert. Schmitt vertrat die Reichsregierung unter Franz von Papen, mit dem er freundschaftlich verbunden war, im Rechtsstreit „Preußen contra Reich“ vor dem Staatsgerichtshof für das Deutsche Reich gegen die mit dem sogenannten Preußenschlag suspendierte preußische Regierung unter dem sozialdemokratischen preußischen Ministerpräsidenten Otto Braun.

Nationalsozialismus

Im Jahre 1933 erfolgte sein Eintritt in die NSDAP und seine Ernennung zum preußischen Staatsrat durch Hermann Göring. Er wurde Präsident der „Vereinigung nationalsozialistischer Juristen“ und wirkte als Professor der Rechte an der Universität zu Berlin. Auf einem in Berlin stattgefundenen Kongreß akademischer Rechtslehrer im Jahre 1936 forderte er, das deutsche Recht von jüdischem Geist zu säubern. In seinem Referat führte er aus:

„Der Jude hat zu unserer geistigen Arbeit eine parasitäre, eine taktische und eine händlerische Beziehung.“

Nachkriegszeit

Schmitt carl.jpg

Schmitt wurde nach seiner „Befreiung“ durch die Besatzer seines Lehramtes enthoben und verbrachte mehrere Jahre in Konzentrationslagern. Die Bibliothek Carl Schmitts, die 1945 schätzungsweise 6.000 Bände umfaßte, wurde in jenem Jahr von dem Gutachter Karl Loewenstein wegen ihrer Vollständigkeit zum öffentlichen Recht während der Weimarer Republik und des Dritten Reiches als „unschätzbar“ erachtet. Im Oktober 1945 wurde seine Bibliothek von der VS-amerikanischen Besatzungsmacht beschlagnahmt und in deutlich reduziertem Bücherbestand im Jahre 1952 wieder freigegeben.[1] Ab 1950 war er wissenschaftlich isoliert und vom politischen Diskurs weitgehend ausgeschlossen. Schmitt widmete sich insbesondere völkerrechtlichen Studien und veröffentlichte seine Memoiren.

Carl Schmitt starb 1985 in seiner Geburtsstadt Plettenberg.

Zitate

  • Wer das geltende Recht aufheben kann, ist der Souverän.
  • Dadurch, daß ein Volk nicht mehr die Kraft oder den Willen hat, sich in der Sphäre des Politischen zu halten, verschwindet das Politische nicht aus der Welt. Es verschwindet nur ein schwaches Volk.“
  • Erklärt ein Teil eines Volkes, keinen Feind mehr zu kennen, so stellt es sich nach Lage der Sache auf die Seite der Feinde und hilft ihnen. Aber die Unterscheidung von Freund und Feind ist damit nicht aufgehoben.“
  • Es kann eine Demokratie geben ohne das, was man modernen Parlamentarismus nennt und einen Parlamentarismus ohne Demokratie; und Diktatur ist ebensowenig der entscheidende Gegensatz zu Demokratie wie Demokratie der zu Diktatur.“

Siehe auch

Verweise

Weltnetz

Schriften (Auswahl)

Literatur

Fußnoten

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