Hussiten

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Die Hussiten (auch nach der Bethlehemskapelle in Prag als Bethlehemiten bezeichnet[1][2]) waren eine antikatholische und deutschfeindliche Gruppierung in Böhmen.

Die Bezeichnung geht auf den böhmischen Theologen Jan Hus zurück, der die Vormachtstellung der römisch-katholischen Kirche in Böhmen mit reformatorischen Thesen angriff. Nach dessen Verurteilung und Verbrennung als Ketzer am 6. Juli 1415 kam es zu Zusammenrottungen und am 30. Juli 1419 zum ersten Prager Fenstersturz, bei dem von der aufgebrachten Menge mehrere böhmische Ratsherren zu Tode gestürzt wurden. Nach dem Tode des Königs Wenzel (HRR) wurde dessen Nachfolger Sigismund (HRR) dann nicht als rechtmäßiger Nachfolger anerkannt. In Folge dessen kam es zu Plünderungen und Aufständen in Böhmen. Diese wurden vorrangig veranstaltet von den Angehörigen der tschechischsprachigen Minderheit, die in der deutschen, zumeist katholischen, Oberschicht einen Feind zu erkennen glaubte. Aus diesem Grunde schlossen sich der Bewegung in Folge ebenso viele deutsche Bauern und arme Städter an, wobei die Plünderungen in die sogenannten Hussitenkriege mündeten. Dabei wurden Teile des Reiches, so auch Schlesien, Sachsen und Thüringen bis hinauf zur Lausitz verwüstet. Sowohl in Böhmen als auch im übrigen Reichsgebiet gab es eine Vielzahl „deutscher“ Hussiten.

Ursprünglich ein rein religiöser Konflikt, eskalierte dieser im Laufe der Zeit zu einem allgemeinen Aufruhr. Erst im Zuge des Panslawismus des 19. Jahrhunderts wurde dies als angebliche Bewegung von „Tschechen“ gegen die katholischen Habsburger umgefälscht. Dies geht vor allem auf den notorischen Geschichtsfälscher und Panslawisten Frantisek Palacky zurück.

Verweise

Literatur

  • Constantin von Höfler: Die Geschichtsschreiber der hussitischen Bewegung. 3 Bände, Wien 1866
  • Alois Hehenstreit: Der Hussitismus in seinem Prinzip, seinen Trägern und seinen Folgen. Graz, 1869 (PDF-Datei)
  • Kurt Max Grimm: Anno 1430. Zur Erinnerung an den Hussiteneinfall ins Vogtland vor 500 Jahren (1930), in: Vogtländisches Jahrbuch Bd. 8 (1930) S. 14ff.

Fußnoten