Kimbern

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Der Wanderzug der Kimbern und Teutonen durch Germanien und Gallien bis zur Iberischen Halbinsel

Die Kimbern waren ein germanischer Volksstamm auf der nordjütländischen Halbinsel.

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

Noreia

Die Kimbern wandten sich 120 vor der Zeitrechnung nach Süddeutschland, Gallien, später Spanien und besiegten mehrmals die römischen Heere, erstmalig 113 v. d. Z. bei der Schlacht bei Noreia. Der römische Konsul (also einer der beiden obersten Staatslenker) Gnaeus Papirius Carbo rückte mit seinen Legionen und 30.000 Mann in das Norikum vor. In Unterhandlungen mit den Römern erklärten die Gesandten der Kimbern, die die Schlachten vermeiden wollten, ihre Bereitwilligkeit, das Land zu verlassen. Der Konsul gab der Gesandtschaft einheimische Führer mit, die sie auf einem Umweg in das Lager zurückführen sollten. Er selbst eilte auf dem kürzeren Weg voraus, um die bei Noreia lagernden ahnungslosen Germanen hinterrücks zu überfallen

Es folgte ein Massaker – aber anders als von Carbo geplant. Der ehrlose Handstreich schlug fehl, und die Kimbern, Teutonen und Ambronen unter Boiorix und Teutoboch metzelten mindestens 24.000 Römer nieder. Nur die einsetzende Dämmerung und ein schweres Gewitter retteten einen Teil der Soldaten (rund 6.000), die in die Wälder flohen. Aus Angst, der Gott Donar würde zornig und könnte den Himmel einstürzen lassen, ließen die Germanen von den Flüchtenden ab.

Darauf zogen die Kimbern, Teutonen und Ambronen über Helvetien nach Gallien, wo sie im Jahre 109 v. d. Z. wiederum siegreich waren, diesmal gegen Marcus Iunius Silanus. Der Stamm der Tiguriner, der sich ihnen angeschlossen hatte, schlug 107 v. d. Z. die Römer unter Lucius Cassius Longinus (Schlacht bei Agen).

Arausio (Orange)

Die römische Besatzungsarmee, die ihren weiteren Vorstoß in das römisch besetzte Südgallien abzuwehren versuchte, wurde von den Teutonen und Kimbern am 6. Oktober 105 v. d. Z. in der Schlacht bei Arausio vernichtend geschlagen. Den Oberbefehl hatten der Konsul Gnaeus Mallius Maximus und sein Amtsvorgänger Quintus Servilius Caepio inne. Die Germanen töteten 80.000 Legionäre und 40.000 Mann Begleittroß. Der antike Historiker Orosius berichtete propagandistisch:

„Die Gewänder wurden zerrissen und in den Kot getreten, Gold und Silber in den Fluß geschleudert, die Panzer der Männer zerhauen, der Schmuck der Pferde vernichtet, die Pferde selbst ertränkt, die Menschen mit Stricken um den Hals an Bäumen aufgehängt, so daß der Sieger keine Beute behielt, der Besiegte kein Mitleid erfuhr.“

Archäologische Funde an verschiedenen Orten in Schleswig-Holstein und Dänemark belegen, daß Nordgermanen nach Siegen bisweilen die gesamte Beute opferten. Im Gegensatz zu den Römern legten sie keinen Wert auf materielle Errungenschaften, kämpften für die Ehre und um die Existenz des Stammes. Der 6. Oktober, der Jahrestag der katastrophalen Niederlage bei Arausio, galt fortan als Unglückstag.

Wären die Kimbern, Teutonen und Ambronen statt nach Spanien bzw. ins spätere nordwestliche Frankenreich gleich Richtung Rom gezogen (wie die Gallier unter Brennus im 4. Jahrhundert), hätten sie womöglich die Stadt erobern können, die nun jedoch Zeit hatte, durch den Konsul Gaius Marius ab 104 v. d. Z. eine Heeresreform durchzuführen, die Roms militärische Macht entscheidend steigerte und den Weg zur Supermacht ebnete. Plutarch berichtete über die Richtung Poebene ziehende Nordmänner, die wohl die ersten Wintersportler darstellten:

„Die Barbaren stiegen durch Eis und tiefen Schnee auf die Berge. Oben setzten sie sich auf ihre breiten Schilde, stießen sich ab und sausten an Steilschluchten und schroffen Felsen vorbei die Hänge hinunter.“

Aquae Sextiae

Die Kimbern wurden von den Römern unter Gaius Marius am 30. Juli 101 v. d. Z. bei der Schlacht auf den Raudischen Feldern im heutigen Oberitalien entscheidend geschlagen. Bei Vercellae, dem heutigen Vercelli, erschlugen die Legionäre angeblich 120.000 Menschen – Krieger, Frauen und Kinder – und nahmen 60.000 gefangen. Der Zug der Kimbern und Teutonen, der zu den ersten historisch bezeugten Wanderungen germanischer Stämme nach Süden, fand damit nach 19 Jahren ein schreckliches Ende.

Siehe auch

Literatur

  • Alfred Helbling: „Der Zug der Cimbern und Teutonen“ (1898) (PDF-Datei)
  • Reinhold Pallmann: „Die Cimbern und Teutonen, ein Beitrag zur altdeutschen Geschichte und zur deutschen Alterthumskunde“ (1870) (PDF-Datei)
  • Franz Matthias: „Über die Wohnsitze und den Namen der Kimbern“, 1904 (PDF-Datei) Für Nicht-VSA-Bewohner nur mit US-Proxy abrufbar!
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