Germanische Kriege

Aus Metapedia
Wechseln zu: Navigation, Suche
„Die Frauen der Teutonen verteidigen die Wagenburg“ von Heinrich Leutemann[1]

Germanische Kriege ist die Bezeichnung für eine Serie von Kriegen zwischen Römern und verschiedenen germanischen Stämmen zwischen 113 v. d. Z., zu Beginn der Kimbernkriege, und 546 n. d. Z.[2] Die Natur dieser Kriege variierte zwischen römischer Invasion sowie Unterdrückung, germanischen Freiheitskämpfen und, ab dem späten 2. Jahrhundert, germanischen Eroberungszügen im Römischen Reich.

Erläuterung

Der siegreiche Cheruskerfürst und Befreier Germaniens kehrt nach der Schlacht im Teutoburger Wald zu seinem Stamm zurück.

Der Heldenmut der germanischen Krieger und deren Streben nach Freiheit ohne Fremdherrschaft und Tyrannei führten im 5. Jahrhundert im Zuge der Völkerwanderung zur Eroberung Roms und zum Untergang des Weströmischen Reiches (durch Odoaker im Jahr 476) sowie des Römischen Kaiserreiches. Dies war der Anfang der Blütezeit der Germanen, die bis zur Niederlegung der Reichskrone 1806 und dem Verlust der Reichsherrlichkeit anhalten sollte.

Römisch-Germanischer Krieg

Unter dem „Römisch-Germanischen Krieg“ versteht man militärhistorisch die 32 Jahre anhaltenden Schlachten zwischen den Eindringlingen des Römischen Reiches und dem Volke Germaniens von der Niederlage des Lollius 16 v. d. Z. über die Schlacht im Teutoburger Wald im Jahre 9 bis zur letzten Schlacht des Feldherrn Nero Claudius Germanicus, die Schlacht am Angrivarierwall gegen Arminius im Jahre 16, wonach die römischen Invasoren sich wieder hinter den Rhein zurückziehen mußten. Magna Germania blieb weitgehend unbesetzt und für alle Zeiten unbesiegt.

„Augustus wollte das germanische Gebiet aus taktischen Gründen besetzen. Das Römische Reich war in seinen Grenzen nicht geschlossen. Im Norden trennten die Germanen den westlichen vom östlichen Teil, so dass nur ein Schlag gegen die Germanen eine absolute Grenzsicherung hätte gewährleisten können. Vor allem Böhmen, das von Marbod, einem Markomannenfürst, besetzt war, spielte eine zentrale Rolle. Hätten die Römer Böhmen besetzen können, hätten sie ihre Macht entscheiden ausbauen können. Das herausragende Ereignis dieser Phase war die Schlacht im Teutoburger Wald im Jahr 9 n. Chr. Diese Schlacht, die auch als Varus-Schlacht bekannt ist, entschied maßgeblich über den Fortgang des Krieges. Die Römer mussten eine sehr große Niederlage in Kauf nehmen und zogen sich einige Jahre später über den Rhein zurück. Mit der Schlacht von Mühlhausen 58 v. Chr. ist die Schlacht im Teutoburger Wald ein Meilenstein der Völkerentwicklung. 58 v. Chr. konnten die Römer das gesamte gallische Gebiet absichern und damit die Voraussetzungen für eine Romanisierung und damit einher für die Entwicklung des französischen Volkes schaffen. Die Schlacht 9 n. Chr. vertrieb die Römer aus Germanien und schuf die Grundlage zur Bildung der deutschen Nation. Nach der Niederlage 9 n. Chr. versuchten die Römer, vor allem unter Germanicus, noch einige Vorstöße bis zur Elbe. 16 n. Chr. wurde Germanicus abgezogen und Tiberius, der neue Kaiser, entschied sich für die Einstellung der zermürbenden Kämpfe jenseits der Donau. Es sollte nicht lange dauern und die Germanen begannen Kriege gegeneinander zu führen. Die beiden Mächtigen, Arminius und Marbod, wurden ermordet und die verschiedenen Bünde lösten sich auf. Dass das Ziel der Grenzsicherung im Norden Roms scheiterte, wurde den Römern 476 n. Chr. zum Verhängnis, als nämlich das Kernland des Reiches – Italien – von den nordischen Völkern besetzt wurde. Diese Völker verließen Italien erst 1866 im Zuge der Bismarck’schen Einigungskriege endgültig.“ — Christoph Eydt

Clades Lolliana

Als „Clades Lolliana“ (lateinisch: „Niederlage des Lollius“) wird eine Schlacht zwischen römischen Truppen und Männern der germanischen Stämme der Sugambrer, Tenkterer und Usipeter bezeichnet, das 17 oder 16 v. d. Z. stattfand und mit einer bedeutenden römischen Niederlage endete.

Nach einem erneuten Eroberungszug von Kriegern der drei germanischen Stämme in das linksrheinische Gebiet, das zur römischen Provinz Gallien gehörte, zog der dortige Statthalter Marcus Lollius diesen entgegen. Jedoch siegten die germanischen Stämme über Lollius und waren sogar in der Lage, den Adler der 5. Legion zu erbeuten. Dies ist um so erstaunlicher, da die Römer zahlenmäßig deutlich überlegen waren und die Germanen, die sich weit entfernt vom eigenen Stammesgebiet befanden, von der Versorgung abgeschnitten waren.

Dieser Verlust bedeutete einen hohen Gesichtsverlust für den Kaiser Augustus, der die Bedeutung des Legionsadlers in der römischen Öffentlichkeit gerade herausgestellt hatte, um das Ende des Konfliktes mit den Parthern, die drei erbeutete Legionsadler an das römische Reich zurückgegeben hatten, in besserem Licht darzustellen. Augustus brach noch im Jahr 16 v. d. Z. nach Gallien auf, wo er drei Jahre blieb. Die Lollius-Niederlage wird oft als auslösender Faktor für seinen mit den Feldzügen des Drusus beginnenden Versuch gesehen, Germanien zu erobern.

Die Niederlage wird von zahlreichen Schriftstellern der Antike erwähnt. Die ausführlichsten Schilderungen finden sich bei Velleius Paterculus und Cassius Dio. Tacitus und Sueton stellen die Niederlage des Lollius mit der des Varus 9 n. d. Z. zusammen. Weitere Erwähnungen gibt es bei Julius Obsequens, dem griechischen Epigrammatiker Krinagoras und eventuell Properz.

Siehe auch

Literatur

Fußnoten

  1. Johann Wilhelm Ernst Wägner: Nordisch-germanische Götter und Helden, Otto Spamer, Leipzig & Berlin 1882, Seite 239
  2. Ggf. zählt der Siegeszug der Langobarden ab 568 in Italien zu den Germanischen Kriegen, wenige Historiker sehen die Germanischen Kriege gar erst mit der „Schlacht von Raith“ im Jahre 596 beendet, als Angeln im heutigen Schottland (westlich Kirkcaldy) landeten und eine gewaltige Koalition aus Kelten, Gälen und Pikten unter dem Befehl des Königs von Dalriada vernichtend schlugen und die Eroberung Britanniens durch die Angelsachsen entscheidend voranbrachten.