Kinau, Johann

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Pfeil 1 start metapedia.png Dieser Artikel behandelt den Schriftsteller. Für das gleichnamige Segelschiff siehe: Gorch Fock.
Gorch Fock.jpg

Johann „Jan“ Wilhelm Kinau (Lebensrune.png 22. August 1880 in Finkenwerder; Todesrune.png gefallen 31. Mai 1916 in der Seeschlacht am Skagerrak) war ein deutscher Schriftsteller. Nach ihm wurden zwei Segelschulschiffe der deutschen Marine benannt. Pseudonyme des Autors sind Gorch Fock, Jakob Holst und Giorgio Focco.

Leben

Johann Kinau, der von seiner Familie nur Jan gerufen wurde und der später den Dichternamen Gorch Fock annahm, kam am 22. August 1880 als Sohn des Fischers Heinrich Wilhelm Kinau auf der Insel Finkenwerder bei Hamburg zur Welt. Der Vorname „Johann“ wurde ihm in vierter Generation zum letzten Mal vergeben. Urgroßvater, Großvater und Vater sind auf See geblieben. Auch den jungen Johann treibt die Abenteuerlust.

Gorch Fock kommt aus den Anfängen der Jugendbewegung, die sich gegen verspießertes Bürgertum, für frisches Volks- und Heimatbewußtsein erhebt. 1893 traf ihn den Tod seines Bruders Heinrich Peter, genannt „Heiner“ (Lebensrune.png 1882), schwer, da sie eine enge Beziehung hatten.

Johann machte nach der Schulzeit eine Kaufmannslehre in Geestemünde, arbeitete als Schreiber und Kontorist in Bremen und Halle (Saale) (Provinz Sachsen). 1904 wechselte er als Buchhalter nach Hamburg und nahm im selben Jahr eine Stelle auf der Hamburg-Amerika-Linie (HAPAG) an. Am 25. August 1908 heiratete Kinau seine Verlobte Rosa Elisabeth, geb. Reich, mit der er drei Kinder hatte. Die Zwillinge Adolf und Heinrich Wilhelm werden am 12. Oktober 1909 geboren, Heinrich Wilhelm starb kurz danach. Die Muse, Seelengefährtin und platonische Liebe des Dichters „mit den germanischen Zügen“ wurde während der schriftstellerischen Jahre die Schauspielerin Aline Bußmann. Laut dem Schriftsteller Hugo Sieker verband beide eine Gemeinsamkeit in ihren Empfindungen und Gedanken, sowie eine starke Sehnsucht nach Unabhängigkeit. Bußmann wurde für Gorch Fock gleichermaßen künstlerische Inspiration und kritische Begleitung, so daß er ihr bereits zu Lebzeiten die Ordnung seines Nachlasses anvertraute. Sieker beschrieb Aline Bußmann: „Grazil von Gestalt, blond, einfühlsam, mit einer klangschönen Stimme begabt“.

Am 28. Juli 1914 wurde Kinaus Tochter Meta Elisabeth geboren.

Erster Weltkrieg

1914 meldet sich der Dichter des deutschen Nordens als Kriegsfreiwilliger bei der Kaiserlichen Armee und wird am 1. April 1915 zum Infanterie-Regiment „Bremen“ (1. Hanseatisches) Nr. 75 nach Bremen einberufen. Mitte 1915 kam er nach der erfolgten Infanterieausbildung zum Reserve-Infanterie-Regiment Nr. 207 nach Prenzlau. Zum Jahresanfang 1916 legte Kinau seine Einjährigen-Freiwilligen-Prüfung ab und wurde an die Westfront versetzt. Der Mann, der meinte nicht leben zu können, wenn ihm nicht scharfer Salzwind die Haare durchfuhr, wurde an Fronten im innersten Erdteil verschlagen, wo es keine silberne Weite und keine brechende Sturzseen gab. Er kämpfte mit dem Regiment Nr. 207 an der Front in Serbien, Rußland und Verdun.

Aus seinen Aufzeichnungen dieser Zeit:

„Wer ist richtig Soldat? Wer ein Vaterland hat! Deutschlands Schicksal ist auch mein Schicksal. Lieber tot, als ohne Vaterland im Felde stehen. Ich bin stolz und froh, daß ich für eine solche Heimat streiten darf. Daß ich kein gehörnter Siegfried bin, weiß ich freilich auch, aber ich halte die Fahne des Lebens so lange hoch, bis die müden Hände einmal sinken.“

Gorch Fock hatte einmal sein Buch „Seefahrt ist Not“ geschrieben, ein nüchtern männliches, strenges Lied auf Meer und Sturm und den lachenden Stolz, Herr zu werden über das Element.

In seiner heimatverbundenen Lyrik erzählt der Dichter von der Welt an der Waterkant, wobei er sich auch der niederdeutschen Mundart bedient. Zu seinen bekanntesten Werken zählen neben dem erwähnten Roman Seefahrt ist not! auch Schullengrieper und Tun-genknieper, Hein Godewind und Ein Schiff! Ein Schwert! Ein Segel! (das 1934 posthum erschienene Kriegstagebuch).

Johanns Bruder Jakob Kinau, ebenso Schriftsteller wie der dritte Bruder, Rudolf, wirkt als Herausgeber des Gesamtwerkes von Gorch Fock.

Nun läßt den meervertrauten, meerverzauberten Kämpfer die Sehnsucht nicht mehr in Ruhe, bis er auf eigenen Wunsch und mit Empfehlungen, daß er am 25. März 1916 zur Flotte der Kaiserlichen Marine überstellt wird. Rund und klar erfüllt sich so sein Geschick, an das er von Kindheit an gebunden war. Der Dichter des Meeres und der Verkünder der deutschen Notwendigkeit, Seefahrt zu treiben, findet in der Skagerrakschlacht als Matrose und Ausguck auf dem vorderen Mast eines Kriegsschiffes beim Untergang des Kleinen Kreuzers SMS „Wiesbaden“ den Tod – nur ein einziger Mann von 650 Besatzungsmitgliedern wurde gerettet.

Vier Wochen später führen Wind und Wogen Gorch Focks entseelten Körper Schwedens Küste zu. Dort in den Außenschären des Gerichtsbezirks Kwille bergen ihn Fischer zur Mittsommerzeit. Sein Haupt trägt noch die Mütze mit dem Stirnband der S. M. S. WIESBADEN, seine Brust die Erkennungsmarke „Wiesbaden 49“. Er treibt aufrecht stehend im Wasser, doch ist sein Kopf zurückgesunken, als habe der Blick noch im Verlöschen die Sterne gesucht. Man begräbt ihn am 2. Juli 1916 auf der kleinen unbewohnten Insel Stensholmen inmitten der einsamen Schärenwelt neben den anderen Opfern beider Nationen, die das Meer an diese Küsten trieb.

Werke

  • Schullengrieper un Tungenknieper (Erzählungen, plattdeutsch, 1910)
  • Hein Godenwind de Admirol von Moskitonien (Roman, 1911 – danach benannt das Passagierschiff Hein Godenwind
  • Hamborger Janmooten (1913)
  • Seefahrt ist not! (Roman, 1913), Neuauflage: Rowohlt, Reinbek, 1986, ISBN 3-499-14148-5 (Netzbuch und einzelne Seiten als PDF-Datei speicherbar) Für Nicht-VSA-Bewohner nur mit US-Proxy abrufbar!
  • Fahrensleute (1914)
  • Cilli Cohrs (Schauspiel, 1914)
  • Doggerbank (Schauspiel, 1914)
  • Plattdeutsche Kriegsgedichte (1914-15)
  • Nordsee (Sammlung von Erzählungen, 1916)
  • Sterne überm Meer. Tagebuchblätter und Gedichte. (1918, postum)
  • Sämtliche Werke, fünf Bände, Hamburg 1925
  • Nach dem Sturm, 19 Erzählungen zum zwanzigsten Todestag, 31. Mai 1936, Hamburg

Gedichte & Zitate

Herr, laß mich hungern dann und wann,
satt sein macht stumpf und träge,
und schick mir Feinde, Mann um Mann,
Kampf hält die Kräfte rege.
Gib leichten Fuß zu Spiel und Tanz,
Flugkraft in goldene Ferne,
und häng´ den Kranz, den vollen Kranz,
mir höher in die Sterne.

Gorch Fock

  • „Du kannst Dein Leben nicht verlängern und Du kannst es auch nicht verbreitern. Aber Du kannst es vertiefen!“ — Gorch Fock
  • „Kann sich das Volk nicht mehr wie ein Mann erheben, so muß sich ein Mann wie ein ganzes Volk aufrichten.“ — Gorch Fock
  • „Des Mannes bester Kamerad ist die Kameradin!“ — Gorch Fock
  • „Wir müssen leben, damit unsere Toten leben. Wer seine Ewigkeit verliert, verliert damit seine Toten.“ — Gorch Fock

Literatur

Verweise