Klingenthal

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Klingenthal

Wappen
Staat: Deutsches Reich
Gau: Sachsen
Landkreis: Vogtlandkreis
Provinz: Königreich Sachsen
Einwohner (31. Dez. 2010): 8.268
Bevölkerungsdichte: 288 Ew. p. km²
Fläche: 28,66 km²
Höhe: 569 m ü. NN
Postleitzahl: 08248
Telefon-Vorwahl: 037467
Kfz-Kennzeichen: V
Koordinaten: 50° 22′ N, 12° 28′ O
Klingenthal befindet sich seit 1945 entweder unter Fremdherrschaft oder wird durch die BRD oder BRÖ staatsähnlich verwaltet.
Bundesland: Freistaat Sachsen
Bürgermeister: Enrico Bräunig (SPD)

Klingenthal ist eine deutsche Stadt im sächsischen Vogtland.

Lage

Klingenthal liegt unmittelbar an der böhmischen Grenze. Durch Klingenthal fließen die Brunndöbra und die Zwota. Beide vereinigen sich an der deutsch-böhmischen Grenze zum Grenzfluss Zwotau, der in die Eger mündet.

Geschichte

Am Bach Zwota nahe der böhmischen Grenze wurde ab 1591 von Sebastian Köppel ein Hammerwerk errichtet, um die nahen Vorkommen an Eisenerz, sowie die weitläufigen Wälder der Region zu nutzen. Am 1. Februar 1602 erfolgte dann auch die erste Erwähnung des Namens „Höllhammer“ im Kirchenbuch der Stadt Schöneck. Es lebten zu dieser Zeit dort Hammerschmiede, Bergleute und Köhler. 1628 brennt das Hammerwerk ab und wird bis auf das Hammergut nicht wieder aufgebaut. Damals gehörte Quittenbach nicht zu Klingenthal und ist als Lehen in Voigtsberg eingetragen. Im Jahre 1626 hatte Georg Christoph von Boxberg von Hellhammer zu Errichtung eines Hammerwerks nachgesucht, was ihm jedoch aus Sorge vor möglichen Schäden an der Flur nicht gewährt wurde. Stattdessen wurde ihm erlaubt vier Häuser mit zugehöriger landwirtschaftlicher Nutzfläche einzurichten.

In der Mitte des 17. Jahrhunderts führten böhmische Exulanten, die im Zuge der Gegenreformation auswanderten, den Geigenbau ein. 1716 fand die Gründung einer Geigenmacherinnung statt. Ende des 18. Jahrhunderts folgte die Einführung der Bogenmacherei, der Saitenmacherei und der Fertigung von Holz- und Blechblasinstrumenten in Klingenthal. Im Jahre 1829 kamen die Mundharmonikaproduktion und die Holzkammfertigung dazu, 1852 die Herstellung der Handharmonika, das spätere Akkordeon. Klingenthal wurde in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts zu einem Weltzentrum der Harmonikaproduktion. Die älteren Zweige des Musikinstrumentengewerbes wurden durch die Harmonikainstrumente weitgehend verdrängt. Seit 1875 hat Klingenthal einen Bahnanschluß.

Das Antifa-Ehrenmal wurde 1994 abgerissen.

Das Stadtrecht erhielt Klingenthal am 1. Oktober 1919. Am 25. Juli 1952 wurde aus Teilen der früheren Kreise Auerbach und Oelsnitz der Kreis Klingenthal gebildet. Seit 1996 gehört Klingenthal zum Vogtlandkreis, dessen Verwaltungssitz Plauen ist. Im Unterschied zum elsässischen Klingenthal lautete der offizielle Name der Stadt bis zum 31. Januar 2007 Klingenthal/Sa. Mit Beschluss 377 (veröffentlicht im Amtsblatt der Stadt vom 9. Februar 2007) wurde der Zusatz Sa. gestrichen, die Stadt heißt nach diesem Beschluß seither nur noch Klingenthal.

Die Eigenarten der Gebirgslandschaft haben den Wintersport seit Anfang des 20. Jahrhunderts in Klingenthal heimisch werden lassen. Die Leistungen der Klingenthaler Skisportler haben den Ort und das Niveau des nordischen Skisportes international mitbestimmt.

Bekannte, in Klingenthal geborene Personen

  • Johann Wilhelm Rudolph Glier (1793–1873), Instrumentenbauer
  • Edmund Meinel (1864–1941), Fabrikant
  • Richard Grimm-Sachsenberg (1873–1952), Maler, Radierer und Kupferstecher aus Untersachsenberg
  • Max Hess (1878–1975), Hornist
  • Fritz Rauda (1879–1945), Architekturprofessor
  • Otto Ludwig (* 1880), Instrumentenbauer und Musiker
  • Ernst Uebel (1882–1959), Komponist und Musiker
  • Karl Möckel (1901–1948), SS-Oberführer
  • Hermann Levinson (* 1924), Biologe und Physiologe
  • Wolfgang Eger (1928–2005), Historiker, Archivar und Autor
  • Hanns-Albert Steger (* 1923), Kulturanthropologe
  • Claus Asendorf (* 1946), ehemaliger Richter am Bundesgerichtshof
  • Karlheinz Steinmüller (* 1950), Diplomphysiker und Science-Fiction-Autor
  • Rolf Biebl (* 1951), Bildhauer und Maler