Latif, Mojib

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Mojib Latif (* 29. September 1954 in Hamburg) ist ein in der BRD lebender pakistanischer Meteorologe und Klimakatastrophist.

Werdegang

Herkunft

Latif wurde am 29. September 1954 in Hamburg geboren. Sein Vater war aus Pakistan nach Deutschland gekommen, um in Hamburg als Imam eine islamische Gemeinde aufzubauen. Latif wuchs mit zwei Brüdern und einer Schwester in der Hansestadt auf. Schon als Schuljunge habe er nach eigenen Worten neugierig gen Himmel geblickt[1] und sich für das Thema Wetter interessiert.[2]

Ausbildung

Von 1961 bis 1974 besuchte Mojib Latif das Gymnasium Kaiser-Friedrich-Ufer in Hamburg. Nach seinem Abitur studierte er von 1974 bis 1976 zunächst Betriebswirtschaft und anschließend Meteorologie an der Universität Hamburg. Sein zweites Studium schloss er 1983 mit dem Diplom ab. Später promovierte (1987) und habilitierte (1989) er im Fach Ozeanographie. Seine Doktorarbeit schrieb er über das weltumspannende Wetterphänomen „El Nino“.

Wirken

Nach seinem Studium hatte Latif zunächst von 1983 bis 1988 als wissenschaftlicher Mitarbeiter am Hamburger Max-Planck-Institut (MPI) gearbeitet, bevor er dort 1989 eine Tätigkeit als Privatdozent aufnahm, die er bis 2002 ausübte. Während dieser Zeit absolvierte er auch zahlreiche Gastforscheraufenthalte an renommierten Instituten in den VSA und Australien. So weilte er in den 1990er Jahren z. B. mehrfach am Scripps Institut für Ozeanographie in La Jolla, Kalifornien. Daneben war er auch Herausgeber der wissenschaftlichen Fachzeitschriften „Monthly Weather Review“ (1993-1998) und „Journal of Climate“ (1999-2003) sowie Mitarbeiter mehrerer internationaler Komitees und Organisationen, z. B. beim TOGA Numerical Experimantation Board (1991), der CLIVAR/GOALS Numerical Experimantation Group (1994) oder als Mitglied der CLIVAR Working Group on Global Coupled Modelling (2001-2005).

In seiner zusätzlichen Funktion als Pressesprecher des MPI erlangte er neben seiner Reputation in Wissenschaftskreisen auch in der Öffentlichkeit einen zunehmenden Bekanntheitsgrad. Mit seinen publikumswirksamen TV- und Radio-Auftritten avancierte Mojib Latif in der bundesdeutschen Medienlandschaft zum meist gefragten Experten in Sachen Klimaveränderung. „Kurz, knapp und präzise erklärt er komplizierte Zusammenhänge“, attestierte ihm Die Welt (22.8.2002); er habe der deutschen Klimaforschung „ein unverwechselbares Gesicht mit einer unverwechselbaren Stimme“ verliehen. „Mojib Latif sieht aus wie ein Inder, spricht wie ein Hamburger und wirkt immer gelassen und sympathisch. So jemandem schmeichelt die Kamera“, fand der Tagesspiegel (17.8.2002). Für seine Verdienste, schwierige Sachverhalte auch Laien zu vermitteln, wurde Mojib Latif u. a. von der Max-Planck-Gesellschaft ausgezeichnet.

Nach 20-jähriger Tätigkeit für das Hamburger MPI übernahm Mojib Latif 2003 eine Professur am Institut für Meereskunde in Kiel (seit 2004: Leibniz-Institut für Meereswissenschaften IFM-GEOMAR). Auch in dieser Position widmete er sich weiter der Erforschung des Klimawandels, insbesondere seiner anthropogenen Einflüsse. Mojib Latif, der zahlreiche Studien, Bücher und Fachartikel zu diesem Thema veröffentlichte, tat sich in der Öffentlichkeit als Warner vor den möglichen Folgen des Klimawandels hervor und forderte eine radikale Reduzierung des weltweiten Kohlendioxid-Ausstoßes sowie eine Wende in der Energiepolitik bis zum Jahre 2010. „Die einzige Möglichkeit, die Energieprobleme der Menschheit langfristig zu lösen, sind erneuerbare Energien, allen voran die Solarenergie“, sagte Mojib Latif.[3] Der dazu nötige Umbau der Weltwirtschaft könne aber „allmählich und ohne große Verwerfungen geschehen“,[4] meinte er und plädierte für langfristig angelegte Maßnahmen: „Klimawandel lässt sich nicht durch einen Crash-Kurs verhindern“.[5]

Dabei sprach er sich sowohl gegen Ignoranz als auch gegen eine übertriebene Hysterie in der Klimadebatte aus und „der goldene Mittelweg“ liege „zwischen Verharmlosung und Panikmache“.[6] Sich selbst bezeichnete er als einen unpolitischen Menschen und „hemmungslosen Optimisten“.[7]

Auszeichnungen

  • 2000: Max-Planck-Preis für „Öffentliche Wissenschaft“
  • 2000: Sverdrup Gold Medaille der AMS (Amerikanische Meteorologische Gesellschaft)
  • 2002: Ehrenmitglied der Amerikanischen Meteorologischen Gesellschaft
  • 2004: DUH-Umwelt-Medienpreis, Kategorie „Lebenswerk“ (der Deutschen Umwelthilfe)
  • 2006: Norbert Gerbier–MUMM International Award (der WMO)
  • 2007: Ordentliches Mitglied der Akademie der Wissenschaften in Hamburg
  • 2009: Deutsche Bank-IFM-GEOMAR Meeresforschungspreis

Mitgliedschaften

Deutsche Meteorologische Gesellschaft (DMG), Amerikanische Meteorologische Gesellschaft (AMS).

Familie

Mojib Latif ist mit der aus Norwegen stammenden Elisabeth Latif verheiratet und lebt in Schönberg (Holstein). Latifs Vater war Imam der 1957 in Hamburg die Fazle-Omar-Moschee erbauen ließ.

Verweise

Siehe auch

Fußnoten

  1. vgl. Die Welt, 22.8.2002
  2. Internationales Biographisches Archiv 26/2007
  3. Jungle World, 7.2.2007
  4. Spiegel Online, 12.3.2007
  5. Die Welt, 26.1.2005
  6. Die Welt, 26.1.2005
  7. Die Welt, 22.8.2002