Fotografie

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Vorläuferin des Fotoapparates war die „Camera obscura“ – damals nur ein Hilfsmittel für den Zeichner.

Als Fotografie (ältere Schreibweise: Photographie; von altgr. phos „Licht“ und graphein „schreiben, zeichnen“) bezeichnet man ein technisches Verfahren, bei dem mit Hilfe von optischen Verfahren ein Bild auf ein lichtempfindliches Medium projiziert und dort dauerhaft gespeichert wird; das dauerhafte Bild, umgangssprachlich kurz Foto oder Abzug genannt, das durch fotografische Verfahren hergestellt wird.

Geschichte

Bildberichterstatterin Liselotte Purper mit ihrer „Rolleiflex“, Niederlande 1941

Es dauerte zunächst länger als einhundertfünfzig Jahre, bevor seit der Erfindung der Camera obscura das Festhalten der darin erzeugten Bilder gelang. Noch ehe man etwas von der Fotografie wußte, war die Camera obscura, ein mit einer Linse versehener, allseitig geschlossener Kasten mit einer Auffangfläche für die verkleinerten Bilder, längst bei den Malern in Gebrauch. Sie benutzten diese Vorrichtung zunächst nur dazu, um die Herstellung von Zeichnungen zu vereinfachen, indem sie einfach die Konturen des auf das Papier einfallenden Linsenbildes nachzeichneten. Am Anfang des neunzehnten Jahrhunderts beschäftigten sich mehrere Privatleute, darunter die beiden Franzosen Joseph Nicéphore Niépce und Louis Daguerre sowie der Engländer William Henry Fox Talbot, mit der Erforschung lichtempfindlicher Substanzen, die für das Auffangen des Linsenbildes geeignet waren. Mit der Erfindung der lichtempfindlichen Jodsilberplatte schuf Daguerre das erste brauchbare Verfahren zur Aufnahme von Personen, die sogenannte Daguerreotypie. Die ersten seit 1839 hergestellten Aufnahmen waren keine Papierbilder, sondern Metallplatten, die das Bild des Porträtierten ähnlich wie in einem Spiegel zeigten.[1]

Das erste kopierbare Verfahren erfand fast zur gleichen Zeit wie Daguerre der englische Privatgelehrte Talbot; er hielt die in der Camera obscura gemachten Aufnahmen auf lichtempfindlichem Chlorsilberpapier fest, machte das nach der Entwicklung erhaltene Papiernegativ mit Wachs durchsichtig und konnte davon eine beliebige Anzahl von Positiven auf dem gleichen lichtempfindlichen Papier mit HiIfe der Sonne kopieren.

Die Objektive der ersten Daguerrekameras waren verhältnismäßig lichtschwach, und die damaligen Aufnahmematerialien erforderten eine Belichtungszeit von drei bis fünf Minuten (!) im Freien. Das bedeutete natürlich für den Porträtierten eine qualvolle Sitzung, die nur wenig durch stützende Kopfleisten und Rückenpolster erleichtert wurde. Ein bedeutender Schritt nach vorwärts erfolgte erst durch die Erfindung eines lichtstarken Porträtobjektivs von der Lichtstarke f:4 durch den Wiener Mathematikprofessor Josef Maximilian Petzval und durch den Bau der ersten deutschen Metallkamera, die mit diesem Objektiv ausgerüstet war, durch den Optiker Friedrich-Wilhelm von Voigtländer im Jahre 1841.

Nun ging es auch mit den Verbesserungen der foto-chemischen Verfahren aufwärts. Die Erfindung des Kollodiumverfahrens durch Archer im Jahre 1851 brachte eine Verkürzung der Belichtungszeit auf einige Sekunden statt Minuten, hatte aber den Nachteil, daß die Kollodiumplatte, die naß verarbeitet wurde, erst an Ort und Stelle, kurz vor der Aufnahme von dem Fotografen bzw. Lichtbildner selbst gegossen werden mußte. Die Amateure, die damals auszogen, um eine Landschaftsaufnahme zustande zu bringen, hatten neben der Kamera ein beträchtliches Gepäck an Chemikalien und Geräten und außerdem ein komplettes Dunkelkammerzelt mit sich zu führen.

Eine große Erleichterung brachte dann die Erfindung der Bromsilber-Trockenplatte im Jahre 1871 durch Richard Leach Maddox, deren weitere Vervollkommnung das Werk deutscher Chemiker wie Josef Maria Eder, Hermann Wilhelm Vogel, Adolf Miethe u. a. war. Inzwischen hatten sich, namentlich in Dresden, eine Anzahl von Kamerafabriken aufgetan, die der Fach- und Amateurwelt eine Reihe von hervorragend konstruierten Plattenapparaten liefern konnten. Die eigentliche Amateurfotografie wurde indessen erst mit der Einführung des Rollfilms (erstmalig durch Eastman 1888 in Neu York hergestellt) ins Leben gerufen. Seitdem man als Träger der lichtempfindlichen Schicht nicht mehr ausschließlich die zerbrechliche und verhältnismäßig schwere Glasplatte, sondern das leichte und biegsame Zelluloid verwenden konnte, war es leicht und bequem, das Aufnahmematerial für mehrere Dutzend von Aufnahmen bei sich zu tragen.

Mit der Entwicklung des Kleinbildwesens, das in Deutschland 1925 mit den Fabrikation der Leica seinen eigentlichen Anfang nahm, begann eine neue Epoche der Fotografie.

Bildberichterstatter im Dritten Reich

Nach 1933 änderten sich die Arbeitsbedingungen für Bildjournalisten, da die neue Führung Fotos für ein unterschätztes und wirksames Mittel zur Ergänzung der Berichterstattung hielt. Die „Bildberichterstatter“, so die offizielle Berufsbezeichnung, sahen sich nach Friedrich dem Großen in erster Linie als Diener des Staates und des Volkes. Voraussetzung für die Tätigkeit als Bildberichterstatter war unter anderem die Eignung für die geistige Einwirkung auf die Öffentlichkeit.

Fotograf galt auch im Dritten Reich als ein für Frauen geeigneter Beruf. So präsentierte die Reichsfrauenführung 1941 auf ihrer Ausstellung „Frauenschaffen in Deutschland“ unter anderem die Tätigkeit von Fotografinnen. Liselotte Purper wurde stellvertretend für den Berufszweig der „Bildberichterstatterin“ gezeigt – neben der Portraitfotografin Erna Lendvai-Dircksen und der Theaterfotografin Rosemarie Clausen. Noch für September 1944 war von der Reichsfrauenführung eine Ausstellung zum Thema „Die deutsche Frau als Lichtbildnerin und Bildberichterstatterin“ geplant, die wegen des Kriegsverlaufs jedoch nicht mehr zustande kam.

Siehe auch

Fußnoten

  1. Filmwelt – Das Film- und Foto-Magazin, Nummer 3, 20. Januar 1939