Roter Adlerorden

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Pfeil 1 start metapedia.png Dieser Artikel beschäftigt sich mit dem preußischen Roten Adlerorden, für die brandenburgische Auszeichnung siehe Verdienstorden des Landes Brandenburg.
Großkreuz des Roten Adlerordens. Exemplar aus der ersten Zeit nach Stiftung des Großkreuzes 1861

Der Rote Adlerorden wurde am 17. November 1705 durch Erbprinz Georg Wilhelm von Brandenburg-Bayreuth gestiftet. Er trug ursprünglich die Bezeichnung „Ordre de la sincérité“ (Orden der Aufrichtigkeit) und wurde 1792, nach dem Übergang der Fränkischen Hohenzollerngebiete an Preußen, vom Königreich Preußen übernommen, zeitweise war er der zweithöchste preußische Orden für besondere Verdienste.

Geschichte

Roter Adler-Orden – Bruststern zur 1. Klasse um 1820 (Modell 1810 bis 1830)
Bruststern der I. Klasse des Roten Adlerordens (vermutlich 4. Modell 1854–1918)

Am 18. Januar 1810 wurde eine zweite und dritte, am 18. Januar 1830 eine vierte Klasse und am 18. Oktober 1861 als oberste Klasse das Großkreuz hinzugefügt. Ordenszeichen der ersten drei Klassen war ein goldenes, weiß emailliertes Kreuz, auf dessen weißem Mittelschild sich vorn der gekrönte rote Adler, auf der Kehrseite der Namenszug FW. mit darüber gesetzter Krone befand; die vierte Klasse hatte ein silbernes Kreuz, bei dem auf der Vorderseite das weiß emaillierte Mittelschild gleichfalls den roten Adler, die Rückseite den Namenszug in Silber zeigte. Das Zeichen wird an weißgewässertem Bande mit zwei orangefarbigen Streifen und schmalen, weißen Rändern getragen.

Die Ritter der ersten Klasse tragen auf der linken Brust einen silbernen, achtspitzigen Stern mit dem roten Adler, auf dessen Brust sich das hohenzollernsche Wappen mit der Umschrift „Sincere et constanter“ (aufrichtig und standhaft) befindet. Einen ähnlichen Bruststern haben die ältesten Ritter der zweiten Klasse.

Wer schon die zweite und dritte Klasse hatte, erhielt den Orden mit Eichenlaub, d. h. drei goldene Eichenblätter am Kreuze und an der oberen Spitze des Sterns.

Ritter der dritten Klasse, die die vierte hatten, erhielten eine Schleife von der Farbe des Ordensbandes am Ringe über dem Kreuze. Die Ritter erster Klasse trugen das Ordenszeichen an einem breiten Bande von der linken Schulter zur rechten Hüfte, die zweiter um den Hals, die dritter und vierter im Knopfloch.

Der Rote Adlerorden wurde am Bande der Rettungsmedaille anstelle einer zweiten Rettungsmedaille, seit 1848 für Kriegsverdienst auch mit zwei gekreuzten Schwertern am Bande des Eisernen Kreuzes verliehen; seit 1892 konnten alle Klassen mit der königlichen Krone ausgestattet werden.

Die Ritter des Ordens vom Schwarzen Adler sind auch zugleich Mitglieder des Roten Adlerordens. Sie trugen ab 1861 stets auch das Großkreuz des Roten Adlerordens als Halsdekoration an einem etwas schmaleren Bande.

Das Großkreuz

Roter-Adler-Orden, Großkreuz mit Krone und Eichenlaub und Schwertern am Ring mit Schärpe und Bruststern

Das am 18. Oktober 1861 von König Wilhelm I. anläßlich seiner Krönung in Königsberg gestiftete Großkreuz trug rote Adler in den Kreuzwinkeln, das Medaillon im Avers zeigte das Monogramm WR (Wilhelmus Rex), von der Ordensdevise SINCERE ET CONSTANTER (ehrlich und beständig bzw. aufrecht und standhaft) umwoben. Im Reversmedaillon befand sich innerhalb eines Eichenkranzes das Datum Den 18. Octb. 1861.

  • Das Großkreuz wurde an einer orangen Schärpe mit weißen Streifen getragen. Bei besonderen Verdiensten wurde die Kette zum Großkreuz verliehen.
  • Das Kreuz der I. Klasse wurde an einer weißen Schärpe mit orangen Seitenstreifen von der linken Schulter zur rechten Hüfte getragen.
  • Die II. Klasse wurde um den Hals und die
  • III. und IV. Klasse an der linken Brust (Brustorden) getragen.

Die Kriegsdekoration hing ab 1864 am schwarz-weißen Band. Nichtchristliche Ordensritter bekamen seit 1851 manchmal statt eines Kreuzes ein silbernes sternförmiges oder rundes Medaillon mit dem Roten Adler in der Mitte verliehen.

Ordensklassen

Roter Adlerorden, Kreuz und Stern der II. Klasse

Der Rote Adlerorden wurde in vier Klassen (I. bis IV.), seit 1861 auch als Großkreuz verliehen.

Ergänzungen

Darüber hinaus gab es eine große Anzahl von teilweise kombinierbaren Ergänzungen zu den einzelnen Stufen:

  • Schwerter (seit 1848 für Kriegsverdienst)
  • Eichenlaub (für Inhaber der I. und II. Klasse, die vorher im Besitz der II. oder III. Klasse waren)
  • mit oder ohne Krone (alle Klassen seit 1892)
  • Brillanten (Großkreuz, I. und II. Klasse)
  • Emailleband des Königlichen Kronenordens, um das Kreuz und den Stern geschlungen (für Inhaber beider Orden in der I. Klasse)
  • Johanniterkreuz
  • Schwerter am Ring (für Inhaber auf Grund militärischer Verdienste, die eine darunterliegende Stufe mit Schwertern besaßen)
  • Dienstjubiläumszahlen (50 und 60)
  • Schleife (für Inhaber der III. Klasse, die zuvor bereits im Besitz der IV. Klasse waren).

Der Rote Adlerorden war der deutsche Orden mit den vielfältigsten Abstufungen. Im Jahre 1861 wurde ihm ein neuer Orden, der Königlich Preußische Kronenorden, der wie das Großkreuz des Roten Adlerordens bei der Krönung Wilhelm I. gestiftet worden war, gleichgestellt.

Am 18. Mai 1842 verfügte König Friedrich Wilhelm IV. die Anfertigung einer silbernen Roter-Adlerorden-Medaille, die nur an nichtpreußische Truppenangehörige verliehen wurde. Kaiser Wilhelm I. ordnete 1871 eine neue Ausführung der Medaille an.

Stern

Der Stern des Großkreuzes war ein goldener achtstrahliger Stern, in dessen Mitte der gekrönte rote Adler mit einem Schwert und einem Szepter in den Fängen auf einem Medaillon aufgemalt ist. Der Adler trägt das hohenzollernsche Wappenschild, und um das Medaillon des Adlers steht die Ordensdevise auf blauer Emaille. Der Stern der ersten Klasse ist silbern und gleicht dem Stern des Großkreuzes bis auf wenige Änderungen. Der Adler trägt statt Schwert und Szepter einen Lorbeerkranz, und die Ordensdevise steht auf weißer Emaille. Die II. Klasse wurde mit einem silbernen vierstrahligen Stern mit dem Medaillon des Sternes der I. Klasse verliehen. Alle drei Sterne konnten in Brillanten verliehen werden.

Kette

Die Kette wurde am 18. Januar 1861 mit dem Großkreuz gestiftet. Sie wurde nur bei besonderen Verdiensten verliehen. Sie hatte drei Arten von Gliedern: die erste war ein blauer Reif, auf dem die Ordensdevise stand, mit Krone und im Inneren des Reifes das Monogramm des Stifters WR (Wilhelminus Rex); die zweite Gliedart bestand aus einem Eichenkranz, in dessen Mitte sich zwei gekreuzte Schwerter befanden; die dritte war mit der ersten Art identisch, das Monogramm wurde durch einen schwarzen Adler ersetzt.

Auswahl von Trägern

Siehe auch

Literatur

  • F. W. Höftmann: Der preußische Rote Adlerorden und der königliche Kronenorden (Berlin, 1878) (PDF-Datei)

Verweise