Silone, Ignazio

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Ignazio Silone (* 1. Mai 1900; † 22. August 1978) gebürtig Secondino Tranquilli, war ein italienischer Politiker und Schriftsteller.

Werdegang

Tranquilli wuchs in den Abruzzen in der Provinz L’Aquila auf. Durch ein schweres Erdbeben in der Marsica 1915 starben viele seiner Familienmitglieder und Verwandten. Aus seiner nächsten Verwandschaft überlebte nur sein Bruder Romolo. 1921 war er eines der Gründungsmitglieder der Partito Comunista Italiano, kurz PCI (dt. Kommunistische Partei Italien). Tranquilli kämpfte aktiv gegen Benito Mussolini und den italienischen Faschismus. Aufgrund seiner Tätigkeit änderte er seinen Namen in Ignazio Silone um.

1927 verließ er Italien und ging in die Sowjetunion. Es kam zu einem ideologischen Bruch mit seiner sozialistischen Weltanschauung, als er erkannte, welches Gesicht sich tatsächlich hinter der Sowjetunion verbarg. Aus nächster Nähe konnte Ignazio Silone erleben wie Josef Stalin gegen angebliche Verräter wie Leo Trotzki, Nikolai Iwanowitsch Bucharin und andere Parteimitglieder vorging. 1930 ging Silone in die Schweiz. Im selben Jahr wurde sein Bruder Romolo verhaftet und später im Gefängnis umgebracht. Ignazio brach nicht nur mit der kommunistischen Weltanschauung, sondern trat 1931 offiziell aus der Partei aus.

Ab 1930 begann Silone Bücher zu verfassen. Schriftstellerische Erfahrungen machte er bereits, in den 20er Jahren, als er für das Kampfblatt seiner Partei oder für die Zeitung Avanti! Artikel verfasste. 1930 veröffentlichte er das Buch "Fontamara". Es folgten 1934 "Der Faschismus: Seine Entstehung und seine Entwicklung" sowie 1937 das Buch "Brot und Wein", welcher zuerst in deutscher Sprache veröffentlicht wurde. Seine Bücher wurden als Untergrundliteratur in Italien vertrieben. Die amerkanische Armee verteilte, unauthorisierte Ausgaben von "Fontamara" und "Brot und Wein" ab 1943 in Italien.

Nach dem Krieg leitete Silone verschiedene Zeitungen in Italien, darunter die "Europa Socialista" (Sozialistisches Europa). 1949 beteiligte Silone sich mit anderen Schriftstellern an dem antikommunistischen Sammelband "Der Gott der keiner war" (engl. Titel "The god that failed"). Silone zog sich immer mehr aus seiner Tätigkeit zurück. Am 22. August 1978 starb Ignazio Silone nach einer schweren Krankheit in einer Genfer Klinik.

Werke

  • 1930: Fontamara
  • 1934: Der Fascismus: seine Entstehung und seine Entwicklung
  • 1937: Brot und Wein (Pane e vino, zuerst in deutscher Übersetzung erschienen)
  • 1938: Schule der Diktatoren
  • 1940: Der Samen unter dem Schnee
  • 1949: Der Gott der keiner war (Sammelband)
  • 1952: Eine Handvoll Brombeeren
  • 1955: Wein und Brot (Neuauflage von 1937; Umkehrung des Titels)
  • 1957: Das Geheimnis des Luca
  • 1969: Der Fuchs und die Kamelie
  • 1965: Notausgang. Autobiographie
  • 1968: Das Abenteuer eines armen Christen

Zitate

  • „Der Neue Faschismus wird nicht sagen: Ich bin der Faschismus; er wird sagen, Ich bin der Antifaschismus!“[1] Mit diesen Worten wird Silone von François Bondy zitiert – das Zitat selbst kommt in Silones eigenen Werken nicht vor.

Sein berühmtes Zitat wird heutzutage vielfach verwendet. In dem politischen Forum von Gulli.com ist es Diskussionsgegenstand.

Siehe auch

Fußnoten

  1. Zitiert in: Nation Europa: Band 59, 2009, S. 17