Tristan und Isolde

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Pfeil 1 start metapedia.png Für die gleichnamige Oper siehe Tristan und Isolde (Oper)
Illustration aus der nachbearbeiteten Ausgabe von Friedrich Heinrich von der Hagen

Tristan und Isolde (auch Tristan und Isalde) ist eine Liebesgeschichte germanischen Ursprungs, die von Gottfried von Straßburg im 13. Jahrhundert schriftlich festgehalten wurde.

Ursprung

Für den germanischen Ursprung spricht, daß Isoldes Vater Gurmun einen germanischen (vandalischen) Namen trägt.[1] Es gibt auch Quellen, die einen keltischen Kern vermuten, hergeleitet von dem sogenannten Tristan-Stein aus dem 6. Jahrhundert, der sich in Cornwall befindet und dessen Inschrift lautet: „DRVSTANVS HIC IACIT CVNOMORI FILIVS“[2] („Hier liegt Drustanus, Sohn des Cunomorus“). In diesem Zusammenhang wird darauf verwiesen, daß auch ein keltischer Name auf ein germanisches Vorbild zurückgehen könnte. Es fließen jedoch auch noch weitergehende Sagenfragmente aus anderen Regionen um Deutschland mit ein. Der Name Tristan leitet sich in dem mittelalterlichen Texten von dem mittelhochdeutschen Wort „triste“ ab, was „Trauer“ bedeutet.

Nach Wolfgang Golther sollen sogar indische und mongolische Fragmente Bestandteil der Sage sein.

Geschichte

Die Geschichte handelt von der alles durchbrechenden Kraft der Liebe. Bei einer Überfahrt von Irland nach England soll Tristan Isolde (von den fränkischen Namen Ishild oder Iswalta ) zu ihrem künftigen Gemahl König Marke führen. Tristan und Isolde finden sich und verlieben sich sogleich ineinander. Der Ausdruck der Liebe ist die Verschmelzung der Beiden zu einem Wesen. Der Liebestrank, den die beiden dafür benötigen, mag als Metapher gelten, ebenso wie die Abenteuer, welche die beiden anschließend durchleben. Denn trotz des letztlichen Todes der Beiden bleibt doch das alleinig Unsterbliche zurück, ihre Liebe. Der Sage nach wurde das Liebespaar an zwei verschiedenen Ecken einer Kirche begraben. König Marke wollte auch im Tod ihre Trennung. Da wuchsen Efeustöcke auf ihren Gräbern, die sich hoch in der Luft begegneten. So konnten sich die Liebenden dennoch wieder vereinen.

Das Zweikampfrecht

„Im Mittelalter herrschte die Vorstellung, dass Gott unmittelbar auf das irdische Geschehen eingreifen kann, wenn er dies für nötig hält. Besonders deutlich wird dies beim Zweikampf. Man war der Ansicht bei einem solchen Kampf würde, mit Gottes Hilfe, immer der sich im Recht Befindende siegen. Der Zweikampf diente somit als Mittel zur Feststellung, wer sich im Recht befindet. Dies sollte auch der Fall sein, wenn sich zwei deutlich unterschiedlich starke Gegner bekämpften. Der Schwächere würde gegen einen Stärkeren siegen, wenn er im Recht ist. Allerdings bezeugt eine Textstelle im Tristan, dass man in der Realität sich durchaus auch ängstigte gegen bestimmte Gegner einen Kampf zu führen. […] Im Tristan findet man dieses Element der Rechtsfindung in der Zweikampf-Szene zwischen Tristan und Morold. Gurmun hatte vor etlichen Jahren England unterworfen. Dies gelang ihm dadurch, da zu dieser Zeit König Marke noch ein Kind war und sich nicht wehren konnte. Durch die Unterwerfung wurde England zinspflichtig. Der Zins bestand aus der jährlichen Übergabe von je dreißig Knaben aus England und Cornwall. Dies wurde durch einen Vertrag festgelegt. Herzog Morold, dessen Schwester Gurmun heiratete, kam nun nach England um den diesjährigen Zins einzufordern. Womit er nicht gerechnet hatte, war der Widerstand Tristans. Dieser forderte Morold auf, sich einem Zweikampf mit ihm zu unterziehen oder einen Krieg zu führen. Durch einen Sieg sollte der Vertrag aufgelöst werden. Diese Möglichkeit der Auflösung des Vertrags war durch eine Klausel in dem gleichen festgelegt. Der Herzog entschied sich für die erste Möglichkeit, da er zu dieser Zeit nicht auf einen Krieg vorbereitet war. Morold ist sich einem Sieg sicher, da er schon viele Kämpfe bestanden hat. Tristan ist im Kampf unerfahren, er ist auch der schwächere. Dennoch hielt auch dieser einen Sieg für möglich, da er Gott auf seiner Seite zu haben glaubt. Hier findet man ein, schon für das Mittelalter, fremdes Element. Der Kampf findet nämlich auf einer Insel, ohne Gericht und ohne Sekundanten statt. Eine solche Darstellung stammt ursprünglich aus der nordischen Saga-Epoche, also aus germanischer Zeit. Auch die Eisenprobe stellte in der Entstehungszeit des Tristan, um 1200, ein eher fremdes Element dar. Dieses ging ursprünglich nicht, wie man vermuten könnte, aus der christlichen Lehre hervor, sondern es wurde ebenfalls vom germanischen Götterglauben übernommen. Bei den Heiden hatte es zwei Funktionen. Es diente als Beweismittel, indem die Götter ihr Wissen über vergangene Geschehnisse offenbarten. Eine weitere Wirkung, die man dem Ordal zuschrieb, war die Erkennung Gottes Absichten.“[3]

Bekannte Darsteller

Bildergalerie

Literatur

Verweise

Fußnoten

  1. Uta Störmer-Caysa: Grundstrukturen mittelalterlicher Erzählungen: Raum und Zeit im höfischen Roman. Berlin / New York, Walter de Gruyter, 2007. Seite 46.
  2. Patrick Sims-Williams: The Celtic inscriptions of Britain: phonology and chronology, c. 400-1200, S. 30 (eingeschränkte Voransicht auf Google-Bücher)
  3. Susanne Fass: Der fremde Gott im „Tristan“ Gottfrieds von Straßburg, 2003