Tyskerbarna

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Eingang zu einem der vielen Konzentrationslager im Nachkriegs-Norwegen, in die deutsche Zivilisten deportiert wurden.

Als Tyskerbarna („Deutschenkinder“) oder Krigsbarn („Kriegskinder“), auch Tyskerunger („Deutschenjungen“) werden in Norwegen die während der deutschen Besetzung des Landes im Zweiten Weltkrieg, also zwischen 1940 und 1945, von Deutschen mit Norwegerinnen gezeugten Kinder bezeichnet.

Erläuterung

Anni-Frid Lyngstad, Mitglied der Musikgruppe ABBA, hatte einen deutschen Soldatenvater

Nachkriegszeit

Nach dem Krieg wurden vor allem in Norwegen eine große Anzahl dieser Kinder körperlich mißhandelt, sexuell mißbraucht, psychiatrisiert und zwangsadoptiert, was nicht wenige in den Suizid getrieben hat. In Norwegen attestierte ein Oberarzt allen „Deutschkindern“ aus den Lebensbornheimen nach Ende der Okkupation, kollektiv die Diagnose „schwachsinnig und abweichlerisches Verhalten“. Seine Begründung: Frauen, die mit Deutschen fraternisiert hätten, seien im allgemeinen „schwach begabte und asoziale Psychopathinnen, zum Teil hochgradig schwachsinnig“. Es sei davon auszugehen, daß ihre Kinder dies geerbt hätten. „Vater ist Deutscher“ genügte zur Einweisung. Teilweise waren diese Kinder auch medizinischen Versuchen mit LSD und anderen Rauschgiften ausgesetzt. Ihre Ausweispapiere wurden vernichtet, gefälscht oder bis 1986 als „Geheimsache“, zurückgehalten.

Im Jahre 1959 zahlte die Bundesrepublik Deutschland für diese Kinder 50 Millionen D-Mark an den Staat Norwegen. Der Verbleib der Gelder ist bis heute ungeklärt, bei den Betroffenen ist davon nichts angekommen.

Bekannte Persönlichkeiten

Das wohl prominenteste Beispiel einer dieser deutsch-norwegischen Verbindungen ist Anni-Frid Lyngstad, seinerzeit Mitglied der schwedischen Populär-Musik-Gruppe ABBA. Nach ihrer Geburt im November 1945, wurden ihre Mutter und Großmutter in ihrem Dorf in Nordnorwegen entweder völlig ignoriert oder schikaniert. Wenig später flüchtete diese nach Schweden, wo Anni-Frids Mutter 1947 verstarb.

Siehe auch

Literatur

  • Kåre Olsen: Vater:Deutscher - Das Schicksal der norwegischen Lebensbornkinder und ihrer Mütter von 1940 bis heute, Campus Verlag, 2002, ISBN 3593370026
  • Veslemøy Kjendsli (Verf.), Gabriele Haefs (Übers.): Kinder der Schande: ein "Lebensborn-Mädchen" auf der Suche nach ihrer Vergangenheit. Sammlung Luchterhand, 1072. Luchterhand-Literaturverlag, Hamburg u. Zürich, 1992 . ISBN 3-630-71072-7
  • Herbjørg Wassmo: Det stumme rommet, Erstausgabe 1983, ISBN 978-82-05-30007-1

Medien

  • Erika Fehse: Mein Vater, der Feind: Deutschenkinder in Norwegen. Reihe WDR-dok. VHS-Video (Fernsehmitschnitt), 45 Min., 2006

Verweise