Baldur

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Pfeil 1 start metapedia.png Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Weitere Bedeutungen sind unter Balder (Auswahlseite) aufgeführt.
Zeichnung von Johannes Gehrts

Baldur (auch Balder, Baldr, angelsächsisch: Baldæg) ist ein germanischer Gott, nach nordgermanischen Quellen Sohn Odins (bzw. südgermanisch Wodans) und Friggs (südgerm. Frijas), Gemahl der Nanna und Vater Forsetis. Laut Lieder-Edda wohnt er im befriedeten Bezirk Breidablick.[1]

Außer bei den Skandinaviern ist seine Existenz in den angelsächsischen und deutschen Mythen verbürgt. In der deutschen Heldensage von den Hartungen lebt er mit seinem Bruder Vali als Baltram (und Sintram) fort. Schön und glänzend, weshalb nach ihm die weißeste Blume den Namen Balrsbraue führte, war er nicht minder kühn und tapfer, wie Mythenreste und Saxos Erzählungen von seinem Kampfe mit Hotherus um die schöne Nanna bezeugen.

Inhaltsverzeichnis

Mythologische Bedeutung

Seine Hauptbedeutung erhielt Baldur als Bürge des Bestandes der Wodanschen (Odinschen) Götterdynastie, wie sie die nordischen Quellen schildern. Nach diesen wußten die Götter ihr Heil an Baldurs Leben gebunden und suchten, durch seine Träume gewarnt, ihn zu schützen. Frija nahm allem, was in der Welt ist, den Eid ab, Baldur nicht zu verletzen. Die Götter machten hierauf die Probe, schossen und schlugen nach ihm, und er zeigte sich unverwundbar. Das verdross den Loki, der als altes Weib zu Frija ging, um zu erlauschen, ob wirklich alles jenen Schwur geleistet habe. Er erfuhr, daß die kleine Mistel nicht vereidigt wurde. Da riß Loki die Mistel aus und gab sie dem Hödhur, der wegen seiner Blindheit an jenem Wurfspiel nicht teilgenommen hatte. Hödhur warf, und Baldur fiel tot nieder. Die Götter legten die Leiche auf einen Scheiterhaufen auf das Schiff Ringhorni, welches die Riesin Hyrrockin vom Strande schieben mußte. Naben Baldur lag seine Gattin Nanna, die der Schmerz getötet hatte. Das Schiff fuhr, von Donar (nordgerm. Thor) geweiht, brennend in die See. Zugleich mit ihm wurde sein Roß verbrannt und Wodan (Odin) legte sein teuerstes Kleinod, den Ring Draupnis, das Symbol der Sonne, auf den Scheiterhaufen. Unterdes ritt Hermodhr in die Unterwelt, um seinen Bruder zu erlösen. Hel ist bereit, ihn zurückzugeben, wenn er von allem droben beweint werde. Da gingen Boten aus, um die Totenklage zu bitten, und alles weinte, Lebendes und Lebloses. Nur der Riese Thöck verweigerte die Tränen, und so mußte Baldur bei Hel bleiben. Die Blutrache nahm sein Bruder Vali auf sich. Dem Tode Baldur folgte bald der Untergang der Götter im Ragnarök.

Deutung

Baldur ist verschieden gedeutet worden, physisch und ethisch.

Uhland und Simrock sehen den Sommergott in ihm, der durch den lichtlosen Winter (den blinden Hödhur) falle. Nanna sei das Blütenleben, das mit dem Sommer dahingehe. Der Kampfs Baldurs und Hothers nach Saxo sei der Kampf zwischen Sommer und Winter. Schwarz faßte Baldur als Gewittergott.

Weinhold dagegen versuchte eine ethische Deutung, wobei die Namen ihn unterstützen. Er faßte Baldur als Friedensgott, aber als einen, der durch Tapferkeit den Frieden hütet. Loki, in seiner späteren Ausbildung das vernichtende Prinzip, erweckt die blinde Kriegswut, durch welche Baldur sein Ende findet. Alle Bemühungen, ihn herzustellen, mißglücken.

Wahrscheinlich hat Baldurs Wesen eine physische Grundlage; er ist nur eine Erscheinungsform Wodans, der in seiner ursprünglichen Auffassung nichts anderes als der Sonnengott gewesen sein kann.

Verschiedene Esoteriker, die in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts lebten, nahmen an, dass Baldur ein germanischer Königssohn war, bevor er später als Gott verehrt wurde. Baldur soll des weiteren die mythologische Vorlage für Jesus Christus sein.

2010 veröffentlichte der skandinavische Musiker Varg Vikernes mit seinem Musikprojekt Burzum ein Album mit dem Titel „Belus“, das sich auf die Figur Balder richtet. Belus sei laut Vikernes die indogermanische Urform des Götternamen, das Lied beschreibt Belus' Tod und Wiedergeburt als Vegetationszyklus. Diese Vorstellung sei bei allen Indogermanen verbreitet gewesen, die skandinavische Überlieferung um Balders Träume, Tod und Bestattung eine später Form, die sich vom ursprünglichen Inhalt fortentwickelte.

Siehe auch

Literatur

  • Gustav Neckel: „Die Überlieferungen vom Gotte Balder“, 1920 (PDF-Datei) Für Nicht-VSA-Bewohner nur mit US-Proxy abrufbar!
  • Friedrich Kauffmann: „Balder - Mythus und Sage“, Band 1 aus: „Texte und Untersuchungen zur Germanischen Religionsgeschichte“, Straßburg 1902 (PDF-Datei)

Verweise

Fußnoten

  1. Grimnismal, Strophe 12
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