Luise von Mecklenburg-Strelitz

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Gemälde von W. Böttner 1799
Königin Luise bittet bei Napoleon für Preußen.

Luise Auguste Wilhelmine Amalie, Herzogin zu Mecklenburg (-Strelitz) (* 10. März 1776 in Hannover; † 19. Juli 1810 auf Schloss Hohenzieritz) war die Tochter von Karl II. Herzog zu Mecklenburg-Strelitz (17411816) und Friederike Caroline Luise Prinzessin von Hessen-Darmstadt (1752–1782). Als Gemahlin Friedrich Wilhelms III. war sie Königin von Preußen.


Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Leben

[Bearbeiten] Jugend

Preußen war durch Napoleon zerschmettert worden. Ohnmächtig lag es am Boden. Doch es fand sich eine große Reihe von deutschen Männern, die ihre ganze Kraft daransetzen, den Staat neu aufzubauen. Dass das zusammengebrochene Preußen wieder ein Land von Macht und Ehre werde, dafür wirkte auch die Gemahlin des preußischen Königs, die Königin Luise. Luise wurde in Hannover als drittes von insgesamt sechs Kindern geboren, wo ihr Vater Karl II. als nachgeborener Prinz aus einer Nebenlinie des herzoglichen Hauses Mecklenburg-Strelitz die Würde eines Generalschef der hannoverschen Infanterie (später eines Feldmarschalls) und eines Gouverneurs bekleidete. Auch die wohlklingenden Namen für das Neugeborene, Luise Auguste Wilhelmine Amalie, konnten über eine gewisse Enttäuschung nicht hinweghelfen, dass es wieder „nur“ ein Mädchen war. Als Luise sechs Jahre alt war, starb ihre Mutter. Luise wurde gemeinsam mit ihren Schwestern Charlotte, Therese und Friederike zunächst von der Schwester ihrer Mutter, Charlotte, die der Vater heiratete, und von der Erzieherin Magdalena von Wolzogen erzogen. Die Stiefmutter/ Tante starb am 12. Dezember 1785, wenige Tage nach der Geburt ihres Sohnes Karl (* 30. November 1785, † 1837), danach war zunächst eine Mademoiselle Agier, die aufgrund ihrer zu strengen Ansprüche an die Prinzessinnen bald darauf wieder entlassen wurde, mit der Erziehung betraut. Nachdem Magdalena von Wolzogen mit Prinzessin Charlotte, an den Hof von Sachsen-Hildburghausen gewechselt war. Luise kam im Jahre 1786 zu ihrer Großmutter Maria Luise Albertine von Leiningen-Dagsburg-Falkenburg, die "Prinzessin George" genannt wurde, Gattin des Bruders des Regenten, an den Hof nach Darmstadt und wuchs dort im Alten Palais auf. Prinzessin George setzte Salomé de Gélieu aus Neuchâtel als Erzieherin und Bezugsperson der Prinzessinnen Therese, Luise und Friederike ein. Diese erzog sie „nicht zu einer Prinzessin, sondern zu einem guten Menschen". "Jungfer Husch", immer wild und quirlig und übermütig, verlebte eine fröhliche Jugendzeit.

[Bearbeiten] Vermählung mit Friedrich Wilhelm III.

Am 14. März 1793 lernte Luise in Frankfurt am Main den preußischen Kronprinzen Friedrich Wilhelm (III.) kennen. Mit 17 Jahren, am 24. April 1793 wurde sie mit dem preußischen Kronprinzen in Darmstadt offiziell verlobt.

Als die Frau in die preußische Hauptstadt einzog, wurde sie von Berliner Kindern begrüßt. Ein kleines Mädchen sagte ein Gedicht auf und bekam dafür von der Kronprinzessin einen Kuss. Die alte Oberhofmeisterin war starr vor Schreck. Das war ja gegen jeden höfischen Anstand! „Wie", fragte Luise, „darf ich das jetzt nicht mehr tun?" Zu ihrem kronprinzlichen Gemahl sagte sie zum Entsetzen des Hofes „Du" statt des vorgeschriebenen „Sie". Dem steifen Umgangston des damaligen preußischen Hofes hat sie sich überhaupt nicht einfügen können, und die Oberhofmeisterin hat stets ihre schwere Not mit ihr gehabt.

Am 22. Dezember 1793 erreichte sie als Braut des Kronprinzen den Regierungssitz Berlin zusammen mit ihrer jüngeren Schwester Friederike, der Braut des jüngeren Bruders des Thronanwärters Ludwig von Preußen. Das Paar wurde am 24. Dezember in traditioneller Form vermählt. Die Kronprinzessin und spätere Königin gewann mit ihrer bezaubernden Schönheit und natürlichen Anmut die Herzen des Volkes. In einer Welt, da der Adel sich stolz von dem übrigen Volkes absonderte, sprach sie auf ihren häufigen Reisen durch das Land stets in ungezwungen freundlichem Ton mit den einfachsten Leuten. Am liebsten schaltete sie als Hausfrau auf einem Gut an der Havel. Hier lebte sie ungezwungen als beste Spielgefährtin mit ihren fünf Kindern (zwei weitere waren früh gestorben), erzählte ihnen Märchen und pflegte sie aufopfernd, wenn sie krank waren.

[Bearbeiten] Krieg gegen Napoléon und Flucht

Da rückte Napoleon, der französische Kaiser, der schon ganz Süddeutschland unterworfen und Österreich geschlagen hatte, auch gegen Preußen. Der König war ein ängstlich- zögernder und unentschlossen- langsamer Mensch. Um seinen Willen zu stärken und ihn anzufeuern die Ehre Preußens zu wahren, begleitete er seine Gemahlin als „Schutzgeist Preußens" ins Hauptquartier. Der König verfolgte vom ersten Tag seiner Thronbesteigung eine Neutralitätspolitik. Luise jedoch stand dafür, Napoléon entgegen zu treten. Gemeinsam mit dem Freiherrn vom Stein, Karl August von Hardenberg und Prinz Louis Ferdinand versuchte sie, den König davon zu überzeugen. Am 10. Mai 1805 übergab vom Stein eine entsprechende Denkschrift. Der König lehnte vorerst ab, gab schließlich jedoch dem Ansturm nach und befahl die Mobilmachung. Den Feldzug von 1806 und die Schlacht bei Jena und Auerstedt erlebte Luise, zur Begeisterung der einfachen Soldaten und zum Entsetzen der Offiziere, im Hauptquartier. Im November 1806, nach der Niederlage bei Jena und Auerstedt, floh Luise vor napoleonischen Truppen aus Berlin über Schwedt, Stettin, Küstrin, Graudenz, Osterode nach Ortelsburg. Die Flucht ging am 10. Dezember 1806 weiter nach Königsberg (Preußen), wo Luise an Typhus erkrankte. Zu den wenigen tapferen, die nach der vernichtenden Niederlage bei Jena und Auerstedt die preußische Ehre wahrten, gehörte auch die Königin Luise. An der Seite ihres Gemahls musste sie nach Ostpreußen fliehen, während Napoleon in Berlin einzog. Aber sie verlor den Mut nicht und richtete den König auf, dass er noch einmal im äußersten Winkel seines Landes den Widerstand wage. „Nur um Gottes willen keinen schändlichen Frieden!" Dabei hatte sie persönlich große Leiden zu erdulden. Auf der Flucht vor den Franzosen waren einige ihrer Kinder erkrankt. Sie selbst musste, von einem schweren Nervenfieber noch nicht genesen, mitten im Winter von Königsberg noch weiter nach Memel flüchten. Der Weg ging über die schmale Kurische Nehrung. ein eisiger Schneesturm peitschte die Wellen der Ostsee, dass sie über den offenen Reisewagen der Königin spritzten. Und wenn sie des Nachts in einer armseligen Fischerhütte schlief, dann fegte der Sturm den Schnee durch das zerbrochene Fenster bis auf ihre Bettdecke. Aber „ihr Mut und ihr himmlisches Gottvertrauen hielten sie aufrecht und belebten alle", schrieb ihr Arzt. Kaum war sie dann in Sicherheit und einigermaßen wieder gekräftigt, da besuchte sie die Verwundeten in den Lazaretten und die Truppen auf den Übungsplätzen, um ihre Zuversicht zu stärken.

Noch stand ihr das Schwerste bevor. Das Heer war auch in Ostpreußen geschlagen worden. Napoleon forderte alles Land westlich der Elbe als Siegespreis von Preußen. Die preußischen Staatsmänner hofften, ein Besuch der Königin bei dem Sieger könnte vielleicht die unerhört harten Friedensbedingungen mildern. Napoleon hatte die Königin wieder und wieder geschmäht als „Kriegshetzerin". „Bonaparte speit Beleidigungen und Gemeinheiten gegen mich aus", sagte Luise. Trotzdem erklärte sie sich sofort bereit, zu ihm zu gehen. „Opfer zu bringen, bin ich gewohnt." Sie empfing den Kaiser an der Treppe vor ihrem Hause in Tilsit. Inständig drang sie in ihn, seine Friedensbedingungen zu mildern. Napoleon war tief beeindruckt von ihrer hoheitsvollen Schönheit und dem Zauber ihres Wesens. Er zögerte mit der Antwort. Nachdem das Vier-Augen-Gespräch Luises mit Napoleon schon eine Dreiviertelstunde gedauert hatte, betrat der ungeduldig gewordene Friedrich Wilhelm III. den Raum.

Da brach der Kaiser die Unterredung ab. „Gut, dass der König kam", sagte er später, „ich hätte ihr beinahe Versprechungen gemacht." Das Opfer der Königin war vergebens. Aber auch jetzt verlor sie den Mut nicht. Sie zog Männer an den Hof, von denen sie die Rettung Preußens erwartete. So blieb sie auch weiter der Schutzgeist Preußens, das leuchtende Vorbild, an dem sich die Verzagenden ausrichteten.

[Bearbeiten] Tod

Die Befreiung ihres Landes, die sie vorbereiten half, hat sie selber jedoch nicht mehr erlebt. Ehe das Volk aufstand und die französischen Ketten zerriss, ist die „Königin im Leide" Vierunddreißigjährig am 19. Juli 1810 während eines Familienbesuches auf dem Sommersitz ihres Vaters in Hohenzieritz an einer Lungenentzündung gestorben.

Luise fand ihre letzte Ruhestätte am 23. Dezember 1810 im Mausoleum des Parks von Schloss Charlottenburg, nachdem sie zunächst am 30. Juli 1810 im Berliner Dom beigesetzt worden war. „Ich bin wie vom Blitz getroffen", schrieb Blücher bei der Nachricht von ihrem Tode. „Der Stolz der Frauen ist also von der Erde geschieden." In Magdeburg wurde 1901 vom Vaterländischen Frauenverein ein Denkmal im ehemaligen Park an der Nordfront aufgestellt, der daraufhin in Königin-Luise-Garten umbenannt wurde. Seit 1951 heißt der Park Geschwister-Scholl-Park. Zum 132. Geburtstag der Königin, am 10. März 1912, wurde auf dem Gustav-Müller-Platz der Roten Insel, einem Kiez in Berlin-Schöneberg, die Königin-Luise-Gedächtniskirche eingeweiht.

[Bearbeiten] Verfilmungen

  • 1913: Der Film von der Königin Luise. Regie: Franz Porten,
  • 1927: Königin Luise. 1. Teil: Die Jugend der Königin Luise. Regie Karl Grune
  • 1927/28: Königin Luise. 2. Teil. Regie Karl Grune
  • 1931: Luise, Königin von Preußen. Regie Carl Froelich
  • 1945: Kolberg (Film). Regie Veit Harlang
  • 1957: Königin Luise. Regie: Wolfgang Liebeneiner,

[Bearbeiten] Verweise

Königin Luise an ihren Vater, Deutsches Lesebuch für Volksschulen 1943, Seite 324

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