Spandauer „Kriegsverbrechergefängnis“

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Das Gefängnis in den 1960er Jahren
Der Komplex zu Beginn der 1980er Jahre – Die am oberen Bildrand zu sehenden fünf roten Ziegelsteingebäude stellen einen Teil der britischen „Brook Barracks“ dar.

Das sogenannte Kriegsverbrechergefängnis Spandau lag im britischen Sektor von West-Berlin und wurde von 1946 bis 1987 genutzt, um die im Nürnberger Tribunal zu Haftstrafen Verurteilten unterzubringen.

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

Der heimlich gefilmte Abriß

Das Gebäude wurde 1876 an der Wilhelmstraße in Berlin-Spandau errichtet und ab 1879 als Militärgefängnis genutzt. Nach 1919 saßen dort auch Zivilgefangene ein.

Nach dem Reichstagsbrand 1933 diente das Gefängnis als Schutzhaftlager.

Nach dem Krieg wurde das Gefängnis von den Besatzungsmächten übernommen, um dort die im Nürnberger Tribunal verurteilten Männer zu inhaftieren. Sieben Personen waren letztendlich dort inhaftiert, von denen vier ihre vollen Strafen abbüßten. Nach der Entlassung von Albert Speer und Baldur von Schirach im Jahre 1966 hatte das Gefängnis mit Rudolf Heß, der zu einer lebenslangen Freiheitsstrafe verurteilt worden war, nur noch einen einzigen Gefangenen.

Die von den Siegern in den Folgeprozessen Verurteilten wurden nicht in Spandau, sondern in Landsberg am Lech und weiteren Gefängnissen inhaftiert.

Das Gefängnis wurde von allen vier Besatzungsmächten betrieben. Die Verwaltung, und damit auch das Wachpersonal des Gefängnisses, wechselte monatlich. Anhand der vor dem Gebäude des Alliierten Kontrollrats gehißten Flagge war der aktuelle diensthabende Alliierte zu erkennen.

Das historische Gebäude – eines der wenigen, das den Bombenterror der Alliierten auf Berlin während des Zweiten Weltkrieges überstanden hatten – wurde auf Veranlassung der britischen Besatzungsbehörde im Herbst 1987 durch ein Berliner Abbruchunternehmen abgerissen.

Das Gefängnis

Das Gefängnis war ein für mehrere hundert Gefangene erbautes Backsteingebäude, welches von mehreren Sicherungsanlagen umgeben war.

Sicherungsanlagen

Eine zweisprachige Warntafel am Außenzaun – im Hintergrund in bemannter Wachturm

Die Sicherungsanlagen waren von innen nach außen:

  1. eine 5 Meter hohe Mauer
  2. eine 10 Meter hohe Mauer
  3. eine 3 Meter hohe Mauer mit Elektrozaun
  4. ein 2 Meter Außenzaun mit Stacheldraht

Darüber hinaus existierten neun Wachtürme, auf denen mit Maschinengewehren bewaffnete Wachposten rund um die Uhr Dienst taten. Die diensthabende Wachmannschaft bestand aus etwa 60 Soldaten. Da ausreichend Gefängniszellen vorhanden waren, ließ man zwischen den Gefangenen jeweils eine Zelle frei, um zu verhindern, daß diese über Klopfzeichen miteinander kommunizierten.

Andere Zellen waren für besondere Zwecke bestimmt. Eine beherbergte die Bibliothek des Gefängnisses, eine andere war eine Kapelle. Die Zellen waren etwa drei Meter lang, 2,7 m breit und vier Meter hoch.

Der Garten

Eine Besonderheit des Gefängnisses war für die Gefangenen der Garten. Da der Garten in Anbetracht der geringen Anzahl der Inhaftierten sehr geräumig war, wurde der Platz zunächst unter den Insassen aufgeteilt. Die Häftlinge nutzten ihn zum Anbau verschiedener Pflanzen.

Verwaltung

Das Gefängnis wurde von den vier Mächten im monatlichen Wechsel verwaltet, so daß jeder der Alliierten das Gefängnis drei Monate im Jahr nach folgendem Schema kontrollierte:

Alliierter Besatzer Monate
800px-Flag of the United Kingdom.svg.png Großbritannien Januar Mai September
FrankreichFrankreich Frankreich Frankreich Februar Juni Oktober
UdSSR Sowjetunion März Juli November
Vereinigte Staaten 48Vereinigte Staaten Vereinigte Staaten Vereinigte Staaten April August Dezember

Zu wenige Gefangene

Als die Alliierten das Gefängnis im November 1946 übernahmen, erwarteten sie 100 oder mehr sogenannte Kriegsverbrecher, die sie dort inhaftieren würden. Zusätzlich zu den ungefähr 60 diensthabenden Soldaten gab es ziviles Wachpersonal aus allen vier Ländern der Alliierten, vier Gefängnisdirektoren mit ihren Adjutanten, vier Ärzte, Köche, Übersetzer, Kellner und weitere. Dies wurde als drastische Fehlplazierung von Ressourcen aufgenommen und entwickelte sich zu einem Streitpunkt zwischen den Gefängnisdirektoren, den Politikern aus deren Ländern und ganz besonders der Regierung von West-Berlin, die den Unterhalt der Einrichtung bezahlen mußte. Die Debatte um die sieben Männer in einem derartig großen Gefängnis weitete sich aus, je weniger Häftlinge inhaftiert waren. Die Diskussion erreichte ihren Höhepunkt, als Speer und Schirach 1966 entlassen wurden und Rudolf Heß der einzige Gefangene in dem Gefängnis blieb. Die Vorschläge reichten von der Verlegung der Insassen in einen Flügel eines größeren Gefängnisses bis hin zur Freilassung der Gefangenen mit anschließendem Hausarrest. Keiner dieser Pläne wurde verwirklicht.

Gefängnisleben

Das Gefängnis von Rudolf Heß – im Bildbereich links Teile der Smuts Barracks, aus welcher auch diverse Einheiten des Wachpersonals stammten

Jeder Teil des Lebens im Gefängnis wurde durch ein aufwendiges Regelwerk bestimmt, das bereits vor der Ankunft der Gefangenen von den vier Mächten festgelegt worden war. Im Vergleich mit anderen Gefängnisvorschriften jener Zeit waren die Regeln in Spandau strenger als in anderen Haftanstalten.

Briefe der Häftlinge an ihre Angehörigen waren zunächst auf eine Seite pro Monat beschränkt. Gespräche unter den Gefangenen, Zeitungen sowie das Schreiben von Tagebüchern oder etwa Memoiren waren verboten.

Angehörigenbesuche waren nur alle zwei Monate möglich und auf 15 Minuten beschränkt. Aus Furcht vor Selbstmorden wurde in jeder Zelle während der Nacht alle 15 Minuten das Licht eingeschaltet. Ein beträchtlicher Teil der strengeren Regeln wurde später gelockert oder vom Gefängnispersonal einfach ignoriert.

Die Direktoren und Wachen der späteren Westmächte stellten sich wiederholt gegen viele der strengeren Maßnahmen und protestierten fast ständig gegen diese während des Bestehens des Gefängnisses. Sie wurden ausnahmslos durch das Veto der Sowjetunion, die eine härtere Vorgehensweise bevorzugte, an der Einführung von Erleichterungen gehindert.

Tagesablauf

Der Tagesablauf war minutiös geregelt und begann mit dem Wecken um sechs Uhr, der Körperpflege, der Reinigung der Zellen sowie der Korridore und dem Frühstück. Anschließend folgte Gartenarbeit oder das Kleben von Umschlägen. Nach dem Mittagessen und der anschließenden Mittagsruhe folgte weitere Gartenarbeit und Abendessen gegen 17 Uhr. Nachtruhe war ab 22 Uhr.

Montag, Mittwoch und Freitag wurden die Häftlinge rasiert und erhielten bei Bedarf einen Haarschnitt.

In den ersten Jahren nach Haftbeginn entwickelten die Häftlinge – unter den Augen von zum Teil wohlwollendem Gefängnispersonal der Westmächte – eine Reihe von Kommunikationskanälen nach draußen. Da jedes Stück Papier, das die Gefangenen erhielten, registriert und dessen Verbleib verfolgt wurde, schrieben die Gefangenen ihre geheimen Briefe meist auf Toilettenpapier, dessen Verbrauch nie überprüft wurde.

Die Haftbedingungen verschlechterten sich allerdings regelmäßig mit der Übernahme der Kontrolle über die Haftanstalt durch das sowjetische Personal. Die zum Teil recht großzügige Verpflegung durch das Personal der West-Alliierten wechselte dann zu den immer gleichen monotonen Zusammenstellungen der Mahlzeiten, die aus Kaffee, Brot, Suppe und Kartoffeln bestand.

Erst mit der plötzlichen Abberufung des sowjetischen Direktors Stalins in den frühen 1960er Jahren änderte sich dieser Zustand allmählich.

Die Inhaftierten

Die zu Haftstrafen verurteilten deutschen Männer wurden am 18. Juli 1947 nach Berlin-Spandau überstellt. Die Insassen erhielten eine Nummer in der Reihenfolge, in der sie zunächst ihre Zellen belegten. Nach Vorschrift wurden sie mit ihrer Nummer angesprochen.

Nr. Name Urteil Ende der Haftzeit Rolle im Nationalsozialismus Gestorben Anmerkungen
1 Baldur von Schirach 20 Jahre 1. Oktober 1966 Reichsjugendführer und Reichsstatthalter von Wien 8. August 1974 Zusammen mit Albert Speer nach 20 Jahren Haft entlassen
2 Karl Dönitz 10 Jahre 1. Oktober 1956 Großadmiral, Oberbefehlshaber der Marine, bislang letzter Reichspräsident 24. Dezember 1980 Nach 10 Jahren Haft entlassen
3 Konstantin Freiherr von Neurath 15 Jahre 6. November 1954 Reichsaußenminister von 1932 bis 1938, Reichsprotektor in Böhmen und Mähren von 1939 bis 1941 14. August 1956 Aus gesundheitlichen Gründen nach 8 Jahren Haft „vorzeitig“ entlassen
4 Erich Raeder lebenslänglich 26. September 1955 Großadmiral, Oberbefehlshaber der Kriegsmarine bis 30. Januar 1943 6. November 1960 Aus gesundheitlichen Gründen nach 9 Jahren Haft „vorzeitig“ entlassen
5 Albert Speer 20 Jahre 1. Oktober 1966 Reichsminister für Rüstung und Kriegsproduktion und Generalbauinspektor für die Reichshauptstadt 1. September 1981 Zusammen mit Baldur von Schirach nach 20 Jahren Haft entlassen
6 Walther Funk lebenslänglich 16. Mai 1957 Reichswirtschaftsminister und Präsident der Reichsbank 31. Mai 1960 Aus gesundheitlichen Gründen nach 11 Jahren Haft „vorzeitig“ entlassen
7 Rudolf Heß lebenslänglich 1987 ermordet Stellvertreter des Führers 17. August 1987 Aus Angst vor der Wahrheit nach mehr als 40 Jahren Haft von englischen Besatzern ermordet[1]

Weiteres

Menschenansammlung vor dem Gefängnis einen Tag nach dem Mord an Rudolf Heß
Um weitere Menschenansammlungen auf Abstand zu halten, wurden sogenannte „Hamburger Gitter“ in Doppelreihen vor dem Gefängnis aufgestellt und zusätzlich von der Berliner Polizei überwacht.

Der bekannte SS-Offizier Otto Skorzeny, dem 1943 die Befreiung von Benito Mussolini gelang, sagte 1953 in einem Interview, daß er mit hundert zuverlässigen Männern und zwei Hubschraubern die Gefangenen leicht hätte befreien können.

Durch die drastischen politischen Veränderungen gegen Ende der 1980er Jahre in der damaligen Sowjetunion war abzusehen, daß der damalige sowjetische Parteivorsitzende Gorbatschow einer Freilassung des letzten Inhaftierten Rudolf Heß nun doch plötzlich zustimmen könnte. Da nun die Briten und Amerikaner befürchteten, daß Heß über die wahren Hintergründe seines Friedensfluges nach England am 10. Mai 1941 der Öffentlichkeit berichten würde, wurde er auf Veranlassung höchster britischer Kreise ermordet. Die offiziell verbreitete Version lautete „Selbstmord durch Erhängen mit einem Kabel“.

Mehrmals schilderte der ehemalige Krankenpfleger von Rudolf Heß, Abdalla Melaouhi seinem Patienten, wenn sich vor dem Tor des Gefängnisses zahlreiche Demonstranten befanden, die seine Freilassung forderten. Auf die Frage an ihn, warum er sich nicht darüber freue, antwortete Rudolf Heß lediglich: „Die tun da draußen genauso ihre Pflicht wie ich hier drinnen.“

In einer schon seit langem vorbereiteten Presse-Erklärung der West-Alliierten, die direkt nach dem Tod von Rudolf Heß veröffentlicht wurde, hieß es, Heß sei „im Gefängnis verstorben“. Am darauffolgenden Tag wurden weitere Details veröffentlicht. Angeblich hatte sich die Sowjetunion dem zunächst widersetzt.[2] Erst wenige Wochen vor seinem Tod hatte Heß ein Entlassungsgesuch an die Regierungen der vier Mächte verfaßt.

Der VS-amerikanische Offizier Eugene Bird war 1947 der höchstrangige amerikanische Wachhabende im Gefängnis und von 1964 bis 1972 dessen amerikanischer Kommandant. 1972 verfaßte er in persönlicher Zusammenarbeit mit Rudolf Heß ein Buch über selbigen. Da dies gegen die Vorschriften war, wurde Bird bald darauf aus Spandau abkommandiert. Als Rudolf Heß 1987 ermordet wurde, war Bird einer der Wortführer derjenigen, welche die offizielle Version, daß dieser Selbstmord begangen habe, konsequent in Frage stellte.

Weitere Verwendung des Gefängniskomplexes

Aus Bayern waren von der Heß-Familie nach der nochmaligen Obduktion in München Stimmen laut geworden, daß es sich bei dem Tod um ein Mordkomplott der Besatzer handele. Während die vier Betreiber der Spandauer Anlage sich darüber stritten, wie es hatte sein können, daß sich der „bestbewachte Gefangene der Welt“ – mit 93 Jahren – durch Erhängen hatte das Leben nehmen können, tauchte eine weitere Frage auf.

Was soll nun mit dem quasi leeren Gefängnis passieren?

Ebenfalls in frühen 1980er Jahren war vereinbart worden, daß das Gefängnis sobald als möglich nach Heß’ Tod abgerissen werden sollte, um nicht daraus eine Wallfahrtsstätte für Sympathisanten von Heß zu machen oder es womöglich als Nostalgiestätte in bezug auf die Zeit des Nationalsozialismus zu bewahren.

Diese Diskussion war auch schon viele Jahre vor Heß’ Tod zwischen den Alliierten und den damals CDU-geführten West-Berliner Regierungen geführt worden. Letztere fürchteten damals schon um den Ruf von West-Berlin, wenn es zuviele kontroverse Diskussionen in Bezug auf den Abbruch der Festung in der Öffentlichkeit gebe.

Diese Verzögerung sollte aufgrund des vermeintlichen Selbstmordes des letzten Gefangenen und der damit verbundenen Untersuchungen auch eintreffen, was auch prompte und besorgte Anfragen des damaligen Regierenden Bürgermeisters Eberhard Diepgen (CDU) mit sich brachte. Diese Anfrage war auch gleichzeitig mit dessen Beschwerde verbunden, daß mit jedem Tag die Widerstände mehr wachsen würden bezüglich des Abrisses des Gefängnisses und – je länger man damit warten würde – diese Situation schwieriger werden würde.

Die Britische Militärbehörde hatte sich schon vorher per verdeckter Ausschreibung an drei ihr bekannte und für sie bis dato tätige Berliner Vertragsunternehmen gewandt, um ein Abbruchangebot über Arbeiten mit Baggern und Kränen mit Abrißbirne zu erhalten. Bis zur Prüfung dieser Angebote und um den Regierenden Bürgermeister zu beruhigen, brachte die Behörde 100 Mann militärisches Personal zum Einsatz, welches mit Äxten und Spitzhacken damit begann, das Dach und die Fenster zu demolieren. Damit sollte der gesamten Öffentlichkeit – sowohl in Gesamt-Berlin wie auch in West-Deutschland – unmißverständlich demonstriert werden, daß es keinen Aufschub des Abbruchs oder sogar einen Erhalt dieses Gefängnisses geben würde.

Die Briten bauten in aller Eile einen neuen Sicherheitszaun um das komplette Gefängnisgelände, damit nur nichts als „Gedenkstück“ hätte gestohlen werden können.

Eine unendliche Kolonne von britischen Armeelastern transportierte das anfallende Abbruchholz und sonstigen Schrott, wie auch etwa Metall, zum britischen Militärmunitionsdepot in West-Berlin, wo dies alles mit anderem Material sorgfältig gemischt wurde, damit es absolut keine Rückschlüsse mehr geben könne, woher es stamme, um danach im privaten Bausektor als Verfüllmaterial seine letztendliche Wiederverwertung zu erhalten.

Im Vorfeld dessen – nach dem Bekanntwerden des Abbruchunternehmens – gab es bei diesem massig telefonische Anfragen. Doch unter strenger Aufsicht der britischen Besatzungsbehörde begannen die Arbeiter des Unternehmens im späten September 1987 mit dem Abbruch.

Die Ziegelsteine wurden separiert und, ebenfalls mit britischen Militär-LKWs, diesmal zum britischen Militärflugplatz Gatow gebracht. Im Bereich der dortigen Schießbahn wurden sie tief vergraben und zusätzlich mit Erde bedeckt und darauf Bäume gepflanzt. Damit war das alles unsichtbar gemacht worden, wofür den Abbrucharbeitern pro Ziegelstein bis zu 800 DM geboten worden waren. Hier endet die Geschichtschreibung des bizarrsten Gefängnisses aller Zeiten.


Das NAAFI-Britannia-Center – in der Bildecke links oben Teile der Smuts Barracks, aus welcher auch diverse Einheiten des Wachpersonals stammten
Das ehemalige und wiederbebaute „Spandau-Prison“-Gelände

Nach wenigen Monaten begann die britische Besatzungsbehörde auf diesem Gelände, welches außerdem – aufgrund des britisches Besatzungsstatutes – als militärisches Sperrgebiet ausgewiesen war, neben der sich schon dort befindlichen britischen Kaserne namens Smuts Barracks ein neues Einkaufszentrum zu bauen, welches nach Fertigstellung den Namen „Britannia Center“ tragen sollte.

Das Zentrum diente als Versorgungszentrum der britischen Garnison in Berlin – also sämtlichem Militärpersonal und deren Familienangehörigen. Dort war ein sogenannter NAAFI-Superstore und das Truppenkino Jerboa untergebracht.


Als die britischen Truppen 1994 aus Berlin abzogen, wurde dieser Komplex vorher dem Bundesliegenschaftsamt rückübertragen. Dieses veräußerte es an verschiedene Einzelhandelsgesellschaften, welche ihn nach diversen Umbauten seit Mitte der 1990er Jahre zivil nutzen.

Es sind dort Filialen von Aldi, Kaiser’s-Tengelmann und Media Markt angesiedelt. Auf dem Parkplatz des Einkaufszentrums stehen heute noch die Bäume, welche die Gefangenen in den 1950er Jahren dort gepflanzt hatten.

Literatur

  • Martin Allen: Churchills Friedensfalle, Das Geheimnis des Heß-Fluges, Verlag: Druffel & Vowinckel, ISBN 978-3806111538
  • Tony le Tissier: Spandauer Jahre. ISBN 3776619783. (Ein Bericht des letzten britischen Gouverneurs des Kriegsverbrechergefängnisses)
  • Jack Fishman: Long Knives and Short Memories. ISBN 0920911005 (im Artikeltext verwendet)
  • Albert Speer: Spandauer Tagebücher. ISBN 3548367291 (im Artikeltext verwendet)

Filme

  • Geheimakte Heß (Churchills Friedensfalle), ISBN 3-937163-51-4
  • Speer und Er: Filmreihe über Albert Speer von Heinrich Breloer. Der dritte Teil Spandau – Die Strafe zeigt anschaulich die Verhältnisse in dem Gefängnis.
  • Die Wildgänse 2 – In diesem britischen Spielfilm aus dem Jahre 1985, gedreht in West-Berlin, wird die fiktive Befreiung von Heß – dieser dargestellt von Sir Laurence Olivier – gezeigt.

Verweise

Fußnoten

  1. Martin Allen: Churchills Friedensfalle, Das Geheimnis des Heß-Fluges, Druffel & Vowinckel, ISBN 978-3806111538
  2. Radio Bremen Eins – As Time goes by: 17. August 1987 – Der Stellvertreter „trat ab“
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