Nobelpreis

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Medaille Nobelpreis.jpg

Der Nobelpreis gilt heutzutage im allgemeinen als die höchste Ehrung, die einem Wissenschaftler zuteil werden kann. Er wurde von dem schwedischen Erfinder und Industriellen Alfred Nobel (1833–1896) gestiftet. Seit 1901 wird der Nobelpreis alljährlich am 10. Dezember, dem Todestag Alfred Nobels, verliehen. Traditionell werden der Friedensnobelpreis vom norwegischen König in Oslo und die übrigen Nobelpreise vom schwedischen König in Stockholm überreicht. Finanziert wird der Nobelpreis aus dem Zinsertrag, den ein treuhänderisch verwalteter Fonds erbringt.

Inhaltsverzeichnis

Geschichte, Nominierung und Auswahl

In seinem Testament beauftragte Alfred Nobel das Storting, das norwegische Parlament, jährlich bis zu drei Menschen oder Organisationen für ihre Verdienste um die Menschheit auszuzeichnen.

Die Preisträger sollten hiernach „den besten oder größten Einsatz für Brüderlichkeit zwischen Staaten, für die Abschaffung oder Abrüstung von stehenden Heeren sowie für die Organisation und Förderung von Friedenskonferenzen“ gezeigt haben.

Durch das Abgleiten des Nobelpreises zu einem Propagandamittel liberalistisch-pazifistischer Art unter jüdischem Einfluß verlor der Nobelpreis ab der Zeit der Weimarer Republik erheblich an Wert.

1935 sollte der Friedensnobelpreis an den schon von der Weimarer Republik als Landesverräter rechtskräftig verurteilten Carl von Ossietzky verliehen werden. Gegen diese doppelmoralische Auszeichnung legte das Deutsche Reich Einspruch ein. Das schwedische Komitee entschied sich daher, den Nobelpreis für das Jahr 1935 auszusetzen, aber bereits ein Jahr später wurde Ossietzky der Preis rückwirkend zuerkannt.

Wegen dieser Entscheidung entschloß sich die deutsche Regierung, Deutschen in Zukunft die Annahme des Preises zu untersagen;[1] statt dessen wurde der Deutsche Nationalpreis für Kunst und Wissenschaft gestiftet. Bis dahin hatten die Deutschen unter allen Nationen der Welt die meisten Preisträger gestellt.[2]

Seit 1960 wird auch der Einsatz für „Menschenrechte“, seit 2004 zudem für Umwelt, mit dem Friedensnobelpreis geehrt.

Während andere Nobelpreise in der schwedischen Hauptstadt Stockholm vergeben werden, wird die Auszeichnung für Frieden in Oslo verliehen. Seit 1901 wählt dafür ein norwegisches Komitee aus oft mehr als 100 Vorschlägen die Geehrten aus. Seine fünf Mitglieder werden für sechs Jahre vom Storting ernannt.

Die Preisträger werden jeweils im Oktober bekanntgegeben. Bei der feierlichen Verleihung am Todestag Nobels am 10. Dezember erhalten sie in Oslo eine Medaille, eine Urkunde und ein Preisgeld von ca. zehn Millionen Schwedischen Kronen, umgerechnet sind das rund eine Million Euro.

Arten von Nobelpreisen

Wegen jahrelanger – auch gerichtlich geführter – Erbstreitigkeiten in der Familie, erfolgte die erstmalige Verleihung der Nobelpreise erst ab 1901 (also mehrere Jahre nach dem Tod Alfred Nobels). Es gibt Nobelpreise für:

  • 1. Chemie
  • 2. Frieden
  • 3. Literatur
  • 4. Physiologie / Medizin
  • 5. Physik
  • 6. Wirtschaftswissenschaften (Verliehen wurde dieser Preis erst ab 1969; er unterscheidet sich von den anderen Nobelpreisen darin, daß er nicht testamentarisch von Alfred Nobel, sondern nachträglich im Jahr 1968 von der Schwedischen Reichsbank anläßlich ihres 300jährigen Bestehens gestiftet wurde; es handelt sich also nicht um einen Nobelpreis im ursprünglichen Sinne, sondern um eine Ehrung, die im Gedenken an Alfred Nobel nach den gleichen Kriterien verliehen wird.)

Friedensnobelpreis

Der Friedensnobelpreis ist eine Kategorie des Nobelpreises. Nach Maßgabe des Stifters soll er an denjenigen vergeben werden, „der am meisten oder am besten auf die Verbrüderung der Völker und die Abschaffung oder Verminderung stehender Heere sowie das Abhalten oder die Förderung von Friedenskongressen hingewirkt“ und damit „im vergangenen Jahr der Menschheit den größten Nutzen erbracht“ hat.

Die Auszeichnung wird seit 1901 jedes Jahr am Todestag Alfred Nobels, dem 10. Dezember, in Oslo verliehen. Elsa Brändström wurde für ihren Einsatz für deutsche Soldaten in den russischen Kriegsgefangenenlagern des Ersten Weltkrieges und für Kriegswaisen in Deutschland insgesamt fünfmal für den Friedensnobelpreis nominiert.

Der Friedensnobelpreis ist seit 2012 mit 8 Millionen Schwedischen Kronen (ca. 845.000 Euro) dotiert. Für die Vergabe ist, im Gegensatz zu den anderen Preiskategorien des Nobelpreises, keine schwedische Institution zuständig, sondern ein vom norwegischen Parlament bestimmtes fünfköpfiges Komitee, weswegen der Preis als einziger unter den Nobelpreisen nicht in Stockholm verliehen wird.

Jahr Nominierungen
1971 39[3]
2009 205
2010 237
2011 241
2012 231 (darunter 43 Organisationen)
2013 259
2014 278 (darunter 47 Organisationen)

Testament Alfred Nobels

Am 27. November 1885 unterschrieb Alfred Nobel in Paris sein berühmtes Testament, das den Nobelpreis ermöglichte:

„Mit dem ganzen Rest meines realisierbaren Vermögens ist folgendermaßen zu verfahren: Das Kapital, von den Testamentsvollstreckern in sicheren Wertpapieren realisiert, soll einen Fond bilden, dessen jährliche Zinsen als Preise denen zugeteilt werden, die im verflossenen Jahr der Menschheit den größten Nutzen gebracht haben. Die Zinsen werden in fünf gleiche Teile geteilt, von denen zufällt: ein Teil dem, der auf dem Gebiete der Physik die wichtigste Entdeckung oder Erfindung gemacht hat; ein Teil dem, der die wichtigste chemische Entdeckung oder Verbesserung gemacht hat; ein Teil dem, der die wichtigste Entdeckung auf dem Gebiete der Physiologie oder der Medizin gemacht hat; ein Teil dem, der in der Literatur das beste in idealistischer Richtung geschaffen hat; ein Teil dem, der am meisten oder am besten für die Verbrüderung der Völker gewirkt hat, für die Abschaffung oder Verminderung der stehenden Heere sowie für die Bildung und Verbreitung von Friedenskongressen. Die Preise für Physik und Chemie werden von der Schwedischen Akademie der Wissenschaften verteilt; die für physiologische oder medizinische Arbeiten vom Karolinischen Institut in Stockholm und die für die Eifrigsten im Kampf um den Frieden von einem Ausschuss von fünf Personen, die vom norwegischen Storting gewählt werden. Es ist mein ausdrücklicher Wille, daß bei der Preisverteilung keinerlei Rücksicht auf die Nationalität genommen werden darf, so daß nur der Würdigste den Preis erhält, ob er nun Skandinavier ist oder nicht.“

Siehe auch

Literatur

  • Kenne Fant: Alfred Nobel. Idealist zwischen Wissenschaft und Wirtschaft, Birkhäuser Verlag, Basel/Boston/Berlin 1995, ISBN 3-7643-5059-8

Karikaturen

Verweise

Fußnoten

  1. Erlaß des Reichskanzlers vom 30. Januar 1937
  2. Der Neue Brockhaus. Allbuch in vier Bänden, 1. Auflage 1937, 3. Band, S. 387, Stichwort „Nobelstiftung“
  3. Radio Bremen, „20. Oktober 1971: Großer Preis für kleine Schritte“, Beitrag in der Serie „As time goes by“ zum Nobelpreis an Willy Brandt
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