Anime

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Chihiros Reise ins Zauberland - Einer der bekanntesten Anime-Klassiker

Unter einem Anime versteht man einen japanischen Trickfilm.

Animes erfreuen sich ebenso wie Mangas (japanische Bildergeschichten) und japanische Videospiele einer großen Anhängergemeinde. Die Anime-Branche gilt als ausgesprochen produktiv. Die Spanne von Animes reicht von märchenhaft-phantasievollen Klassikern wie „Chihiros Reise ins Wunderland“ über kommerzielle Dauerbrennern wie „Pokémon“ und „Yu-Gi-Oh!“ bis hin zu billiger und abgründiger Hentai-Pornografie.

Entstehung des Animes

Katsudō Shashin

Der wohl erste Anime - wenngleich der Genre-Name erst später entstand - stammt aus dem Jahre 1912 und hieß „Katsudō Shashin“ (写真 写真, "Bewegliches Photo"). Das nur wenige Sekunden dauernde, unscheinbare Filmchen zeigt einen Jungen in einem Matrosenanzug, der den Zuschauer mit einem Schriftzug begrüßt.

Die erste ausländische Animation wurde 1910 in Japan gefunden, aber es ist nicht klar, ob der Film jemals in einem Kino gezeigt wurde. Der erste bestätigte Animationsfilm, der in Japan gezeigt wurde, war „Les Exploits de Feu Follet“ von Émile Cohl (15. April 1912). Ab dem gleichen Jahr wurden deutsche Trickfilme in Japan vertrieben.

Zu Beginn der japanischen Animation sind nur wenige vollständige Animationen erhalten geblieben. Die Gründe variieren, aber viele sind kommerzieller Natur. Nachdem die kleinen Ausschnitte gedreht worden waren, wurden die Rollen (die sich im Besitz der Kinos brfanden) in kleinere Kinos auf dem Land verkauft und dann auseinander genommen und als Streifen oder Einzelbilder verkauft.

Die ersten Anime-Kurzfilme wurden von drei führenden Persönlichkeiten der Branche gedreht. Ōten Shimokawa war ein politischer Karikaturist, der für die Zeitschrift „Tokyo Puck“ arbeitete. Er wurde von Tenkatsu angeheuert, um eine Animation für sie zu machen. Aus gesundheitlichen Gründen konnte er nur fünf Filme drehen, darunter „Imokawa Mukuzo Genkanban no Maki“ (1917), bevor er zu seiner früheren Arbeit als Karikaturenzeichner zurückkehrte. Ein weiterer bekannter Filmzeichner in dieser Zeit war Jun'ichi Kōuchi. Dieser war ein Karikaturist und Maler, der auch Aquarellmalerei studiert hatte. Im Jahr 1912 trat er in die Karikaturistenbranche ein und wurde 1916 für einen Trickfilm von Kobayashi Shokai engagiert. Er gilt als der technisch raffinierteste japanische Zeichentrick-Filmer der 1910er Jahre. Seine Arbeiten umfassen rund 15 Filme. Der dritte war Seitaro Kitayama, ein früher Trickfilmzeichner, der selbstständig Animationen zeichnete und nicht von größeren Unternehmen angeheuert wurde. Er gründete schließlich sein eigenes Animationsstudio, das Kitayama Eiga Seisakujo, das später aufgrund mangelnder kommerzieller Erfolge geschlossen wurde. Er verwendete die Tafeltechnik und später die Papieranimation mit und ohne vorgedrucktem Hintergrund. Zu den Werken dieser beiden letzteren Pioniere gehören „Namakura Gatana“ ("Ein stumpfes Schwert", 1917) und „Urashima Tarō

Der heute für aus Japan stammende Animationsfilme übliche Begriff Anime entstand erst in den späten 1960er Jahren, mit der Entwicklung einer echten Animationsindustrie. Die zuvor in den Jahren seit 1917 produzierten Filme waren als Doga bezeichnet worden.

In dieser Frühphase wurden Animationsfilme meist für Schulungen eingesetzt. Einer der Zeichner in Kitayamas Studio, Sanae Yamamoto, begann bald eigenständig Filme zu produzieren und wurde neben Yasuji Murata und Noburo Ofuji zu einem der Aushängeschilder der Animationsindustrie. Ihre Filme basierten meist auf asiatischen Legenden, Märchen und Sagen und orientierten sich stark an den amerikanischen Vorbildern. Eine Spezialität Ofujis war die Animation von bemalten Papierausschnitten.

Animes während des Zweiten Weltkriegs

Die Spinne und die Tulpe

Der typische Animationsfilm der 1930er Jahre war schwarz-weiß, hatte eine Länge von sechs bis 14 Minuten und behandelte Sagen, Tieranimationen im Disney-Stil und Komödien mit militärischem Hintergrund.

Spätestens nach dem Kampf um Pearl Harbor entstanden dann fast ausschließlich Animationsfilme mit propagandistischem Hintergrund. Ihr Zweck war es, den japanischen Soldaten Mut zu machen und den Rückhalt im japanischen Volk zu stärken.

Kenzo Masaoka drehte 1943 den Anime „Kumo to chourippu“, eines der größten Meisterwerke aus der Frühzeit des Animationsfilms. Darin versucht eine große schwarze Spinne, ein Marienkäfermädchen in ihr Netz zu locken. Im letzten Moment entdeckt die Marienkäfer-Dame die Falle und flüchtet in eine schützende Tulpe. Die Spinne gibt nicht auf und webt die gesamte Tulpe ein in welcher der Marienkäfer sitzt. Doch da setzt ein Sturm ein und die Spinne muß plötzlich selbst um ihr Netz und ihr Leben kämpfen.

Nach Kriegsende schlossen sich Sanae Yamamoto und Kenzo Masaoka zusammen und gründeten die Produktionsfirma Nihon Doga. Trotz der neuen Organisationsform und der Zusammenarbeit zweier bekannter Animationskünstler fehlte es aber an professionellen Produktionsmitteln. Außerdem blieben viele Animateure den gewohnten Arbeitsmethoden und –techniken treu, so dass die Filme der späten 1940er Jahre sich kaum von denen der 30er unterschieden. Nur mußten sie jetzt gegen die aus den VSA eingeführten, aufwändig farbig gesetzten Disney-Filmen aufbäumen. [1]

Der schleppende Aufstieg der Animes in den 1950ern und 1960ern

Der Zauberer und die Banditen

1955 entschied Toei, eines der großen japanischen Filmstudios, eine Abteilung für Animationsfilme zu einzurichten und kaufte Nihon Doga auf, so dass 1956 Toei Doga entstand. Erklärtes Ziel war es, das „Disney Asiens“ zu werden.

Ab 1958 entstand nun unter der Leitung von Taji Yabushita und Yasuji Mori jedes Jahr ein abendfüllender Farbfilm, für den sie zunächst auf das erprobte Disney-Schema der Adaption von Märchen und Sagen zurückgriffen, in denen süße Tiere und viel Magie vorkam.

Fast zeitgleich baute auch Ryuchi Yokoyama, ein bekannter Manga-Zeichner, ein eigenes Studio auf, mit dem er mehrere preisgekrönte Filme produzierte. Zudem begann Tadahito Mochinaga für das Fernsehen erste Werbefilmchen und Kurzfilme zu drehen, von denen „Der kleine schwarze Sambo. Eine lustige Negergeschichte“ 1958 beim Internationalen Filmfest in Vancouver ausgezeichnet wurde. Der Grundstein für eine blühende Animationsindustrie war gelegt.

Nun interessierten sich auch internationale Firmen für die Animes. Daraufhin brachten diese etwaige Animes wie „Der Zauberer und die Banditen“ in die ausländischen Kinos. Dieser war übrigens 1961 auch der erste Anime der auf deutschem Boden gezeigt wurde.

Der Durchbruch der Animes

Die Biene Maja
Pokemon

Die darauffolgenden Jahre entstand eine Wechselwirkung von Einflüssen zwischen den ausländischen Trickfilmen und den japanischen Animes, die viele Zeichner, darunter auch Miyazaki, prägten. In den Siebziger Jahren entstanden dann die ersten Animes die sich nicht nur an Kinder richteten.

Zur selben Zeit wurde auch „Heidi“ produziert. 1974 entstanden dann in Zusammenarbeit mit dem GEZ-Sender ZDF unter der Leitung von Hiroshi Saito drei weitere sehr bekannte Animes: „Wickie und die starken Männer“, „Biene Maja“ und „Pinocchio“.

Das sogenannte „Goldene Zeitalter der Animes“ folgte dann in den Achtziger Jahren, zu diesem Zeitpunkt kamen nämlich die ersten Filme und Serien auf, die direkt als Videos verkauft wurden und nicht so hohe Ansprüche haben mußten, um ins Kino zu kommen. So wuchs auch die Beliebtheit bei ausländischen Anhängern. Was aber noch entscheidender ist: Es entstand eine Subkultur in Japan, die sogenannten „Otakus“. Otakus waren spezielle Anhänger mit einem leichten Hang zu Fanatismus und der Bereitschaft, viel Geld für ihre Leidenschaft auszugeben.

In den Achtziger Jahren entstanden auch heutige Anime-Größen wie „Ranma ½“, „Akira“ und „Dragon Ball“. Ein Jahrzehnt später kamen dann „Sailor Moon“, „Pokémon“, „Digimon“ und weitere sehr bekannte Animes auf. In den 2000ern lief die Serie „Yu-Gi-Oh!“ - im Westen vertrieben über „4Kids“ - welche wie bei den Pokémon-Karten eine regelrechte Sammelwut unter Schülern auf der ganzen Welt auslöste. Im Gegensatz zu den Pokémon-Karten, welche zwar auch zu einem Spiel gehörten, aber meist nur wegen der Motive gekauft werden, wurden die Yu-Gi-Oh-Karten nicht nur gesammelt, sondern auch für Spiele auf dem Schulhof und für große, international Turniere benutzt.

Doch nicht nur die Beliebtheit der Anime-Serien wuchs, auch die Beliebtheit der Anime-Filme, wie sich am Beispiel von „Prinzessin Mononoke“, „Ghost in the Shell“ oder „Chihiros Reise ins Zauberland“ zeigt. Letzterer gewann neben einem Oscar auch einen Goldenen Bären.

Etchi, Hentai und Lolicon - Pornografie im Anime

Mit Hentai bezeichnet man im Westen pornographische Mangas und Animes. Darunter fallen zum einen im für japanische Animes typischen Stil gehaltene Pornographie, zum anderen pornographische Darstellungen von bekannten Figuren aus Bilderbüchern, Zeichentrickfilmen oder Videospielen; ursprünglich stammten diese ausschließlich aus japanischen Vorlagen (z.B. Sailor Moon), mittlerweile aber auch westlichen (z.B. Figuren aus Disney-Filmen oder Superheldengeschichten). In Japan bedeutet „hentai“ lediglich „abnormal, pervers“. Der westliche Gebrauch wird von Japanern ohne Erklärung nicht verstanden.

Die Entstehung des Gebrauchs von „Hentai“ geht auf ein anderen japanischen Wortes zurück, „ecchi“. Dieses Wort ist der japanische Standard-Euphemismus für alles was mit Sexualität zu tun hat und kommt häufig in Mangas und Animes vor. Beide Wörter werden zur Bezeichnung von Mangas und Animes mit sexuellen Inhalten gebraucht, aber nach Abgründigkeit und Härte der Darstellung unterschieden. Im Gegensatz zum Begriff „ecchi“, der üblicherweise für nur in Teilen erotische Darstellung innerhalb eines Films mit nicht-pornografischer Handlung verwendet wird, steht „hentai“ für harte gezeichnete Pornografie.

In Japan sind pornografische Darstellungen illegal, trotzdem ist Anime-Pornografie stärker verbreitet als VS–amerikanische Zeichentrick-Pornografie.

Eine besonders erschreckende Perversion, die in der Hentai-Industrie betrieben wird, sind sogenannte Lolicon-Darstellungen. Darunter versteht man spärlich bekleidete, sexualisierte minderjährige Mädchen, die meist wie 10- bis 12-Jährige aussehen, aber aus rechtlichen Gründen als älter beschrieben werden.

Filbeiträge

Katsudo Shashin - Der erste Anime der Geschichte ging nur 3 Sekunden
Wickie und die starken Männer

Fußnoten

  1. Geschichte der Anime, Anime-Serien