Sage

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„Die Volkssagen“
herausgegeben von Werner Jansen

Eine Sage ist eine phantastische Erzählung mit stark völkischem Bezug und im Gegensatz zu Märchen zumeist basierend auf einem realen Kern. Sie ist wie der Mythos eine unbewußte poetische Produktion und niemals das Werk eines Einzelnen, sondern der Ausdruck einer im ganzen Volk entstandenen Auffassung. Im Unterschied zum Mythos, der Naturvorgänge auf Götter und Heroen zurückführt, beruht die Sage aber im wesentlichen auf historischer Grundlage, wenn es auch sehr häufig vorkam, daß ältere Mythen mit jüngeren Sagen verbunden oder lagenartig auf historisch scheinende Personen und Orte übertragen wurden. Die Gesamtheit der Sagen und Mythen nach ihrer Zugehörigkeit zu einem Volk und seiner Kultur wird – heute weniger häufig als früher – auch Sagenwelt genannt.

Erläuterung

Sagen wurden mündlich überliefert und im Laufe der Zeit immer mehr mit Hinzuerfundenem ausgeschmückt. Exemplarisch sind Deutsche Heldensagen, in denen die Erlebnisse und Taten des jeweiligen Helden märchenhaft verklärt dargestellt werden. Auch teils mythologische und heimatbezogene Erzählungen können zum Bereich der Sage gehören, wenn sie zuvor mündlich überliefert wurden und sich auf ein historisch tatsächlich stattgefundenes Ereignis beziehen.

Identität

Sagen sind ein wesentlicher Bestandteil der Identitätsbildung eines Volkes.

„Wie stark mußte das germanisch-deutsche Erbe im Volke der Ostmark lebendig sein, wenn die von alters her gesungenen Heldenlieder noch im 12. und 13. Jahrhundert aufgezeichnet werden konnten. Im Raum der Ostmark wurde das Nibelungenlied im ungestörten Gedächtnis des Volkes bewahrt, konnte aufgeschrieben werden und ist dem Deutschen Volke als Nationalepos erhalten geblieben, als im Westen des Reiches die Erinnerung an die alte Heldenzeit längst verblaßt war. Das Kudrunlied, die Heldenlieder von Biterolf, Dietleib, Walter und Hildegunde, von Ortmut, Wolfdietrich und Dietrich von Bern werden vom Volke wie vom Adel mit gleicher Begeisterung gehört und gesungen. Es bildet sich in Österreich geradezu ein besonderer Stil des Heldenliedes heraus und es bleibt lebendiges Kulturgut noch bis ins 14. und 15. Jahrhundert hinein. In der Begeisterung für Dietrich von Bern wird die Erinnerung an den großen Gotenkönig Theoderich mit der Heldengestalt Siegfrieds verknüpft. Ist es nicht auch ein Beweis eines nie unterbrochenen germanisch-deutschen Zusammenhanges, daß germanisches Geschichts- und Sagengut in diesem Raum so unaustilgbar im Gedächtnis blieb? So stark, daß die Kirche für ihren Nachwuchs den Namen ‚Dietrich‘ verbot?“[1]

Zitate

  • Die älteste Geschichte jedwedes Volkes ist Volkssage. Jede Volkssage ist episch. Das Epos ist alte Geschichte. Alte Geschichte und alte Poesie fallen notwendig zusammen. In beiden ist vermöge ihrer Natur die höchste Unschuldigkeit (Naivetät) offenbar. [...] Aus dieser volksmäßigkeit des Epos ergibt sich auch, dass es nirgends anders entsprungen sein kann, als unter dem Volke, wo sich die Geschichte zugetragen hat.“ — Jacob Grimm[2]

Siehe auch

Literatur

  • Hans Friedrich Blunck: „Deutsche Heldensagen“ mit 80 Bildern von Arthur Kampf, 1938 (PDF-Datei)
  • Adolf Lange: „Deutsche Götter- und Heldensagen für Haus und Schule“ (1903) (PDF-Datei)
  • Felix Dahn: „Walhall - Germanische Götter- und Heldensagen für Alt und Jung am deutschen Herd erzählt“ (1888) (PDF-Datei), Nachdruck im Marix-Verlag 2004, ISBN 978-3937715391
  • Wilhelm Wagner: „Deutsche Heldensagen“, 1878 (Bestellmöglichkeit des Nachdrucks)
  • Gustav Schalk:
    • „Meisterbuch deutscher Götter- und Heldensagen“, 1912 (PDF-Datei)
    • „Deutsche Heldensagen für Jugend und Volk“, 1912 (PDF-Datei)
  • Karl Joseph Simrock: „Die geschichtlichen deutschen Sagen aus dem Munde des Volks und deutscher Dichter“ (1850) (PDF-Datei)
  • „Nordische Heldensagen“, 1912 (PDF-Datei)
  • Franz Joseph Mone: „Untersuchungen zur Geschichte der teutschen Heldensage“ (1836) (PDF-Datei)
  • Albert Schulz: „Beiträge zur bretonischen und celtisch-germanischen Heldensage“ (1847) (PDF-Datei)
  • Friedrich Wolters: „Die Heldensagen der germanischen Frühzeit“ (1921) (PDF-Datei)
  • Wilhelm Grimm: „Die Deutsche Heldensage“, 1889 (PDF-Datei)
  • Sophus Bugge: „Studien über die Entstehung der nordischen Götter- und Heldensagen“ (1881) (PDF-Datei)
  • Otto Luitpold Jiriczek: „Die deutsche Heldensage“, 1908 (PDF-Datei) Für Nicht-USA-Bewohner nur mit US-Proxy abrufbar!
Fremde Völker
  • Thassilo von Scheffer: „Römische Götter- und Heldensagen“ (1932) (PDF-Datei)
  • Friedrich von Schack: „Heldensagen von Firdusi“, 1865 (PDF-Datei)
  • Jakob Karl Andrä: „Heroen. Griechische Heldensagen“, 1893 (PDF-Datei)
  • Bernhard Stern: „Fürst Wladimirs Tafelrunde; altrussische Heldensagen“ (1892) (PDF-Datei)
  • Alfred Jeremias: „Izdubar-Nimrod, eine altbabylonische Heldensage, nach den Keilschriftfragmenten dargestellt“ (1891) (PDF-Datei)

Fußnoten

  1. Lisbeth Grolitsch: Lebendiges Kulturerbe, in: „Notwende“, S. 120–121
  2. Jacob Grimm: Von Übereinstimmung der alten Sagen (1807), in: Jacob und Wilhelm Grimm: Schriften und Reden. Hrsg. von Ludwig Denecke, Stuttgart: Reclam, 1985, S. 39