Autorität

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Autorität (Lat. „auctoritas“ = Macht, die auf Ansehen beruht und keiner Gewalt bedarf.) bezeichnet im allgemeinen den auf Anerkennung der Bedeutung einer Persönlichkeit gegründete Einfluß derselben auf die Ansichten oder Willensentscheidungen anderer Personen. Männer, die Autorität besitzen, bezeichnet man auch selbst als Autoritäten.

Die Autorität einer Persönlichkeit (Persönliche Autorität) ergibt sich aus deren Leistung und Haltung. Staatsautorität, ein Teil der Staatsgewalt, begründet sich zunächst aus den mythischen Ursprüngen der Nation, und ist im weiteren abhängig vom Handeln der politischen Staatsführung.

Artikel aus dem staatspolitischen Handbuch


Quelle Folgender Text stammt aus dem Staatspolitischen Handbuch, Band 1: Begriffe.

Autorität ist ein ursprünglich aus dem Lateinischen stammender Begriff – auctoritas –, der soviel wie »Geltung« oder »Vollmacht« bedeutet. In diesem Sinn hat er sich bis heute in seinen Übersetzungen erhalten. Dabei bezeichnete A. von Anfang an die Amtsautorität, die durch formelle Übertragung einer Befugnis gegeben wird, ebenso wie die persönliche A., die aus einer besonderen zwischenmenschlichen Beziehung resultiert. Nach Max Weber gründet alle A. auf der Wechselbeziehung von »Befehlsgewalt und Gehorsamspflicht«, ganz gleichgültig, ob A. aus überlieferter Herrschaft, administrativer Verfügung oder Charisma hergeleitet wird. Manche Autoren meinen allerdings, daß nur solche A., die »die Ganzheit des Menschen … in Erscheinung« (Ernst Forsthoff) treten läßt, A. im Vollsinne sei. An dieser Stelle berührt sich die Frage nach der A. mit der nach der Legitimität.

A. ist immer mit Machtbesitz verbunden, geht aber über die Möglichkeit, Gewalt anzudrohen oder anzuwenden, deutlich hinaus. Wesentlich für die Ausübung von A. ist das Ansehen (vielleicht verstärkt durch Kleidung oder Abzeichen) desjenigen, der über sie verfügt, und die Bereitschaft zum Gehorsam (Friedrich Gogarten: »Hörigkeit«) desjenigen, der sich der A. fügen soll.

Daß A. faktisch in allen entwickelten Gemeinschaftsformen auftritt, ist unbestritten. Die Verhaltensforschung kennt entsprechende Phänomene auch aus dem Tierreich. Für den Menschen gibt es allerdings besondere Möglichkeiten, die Geltung von A. zu bestreiten. Das geschieht regelmäßig im Namen von Autonomie und Freiheit. Entsprechende Beispiele lassen sich in der Geschichte zahlreich nachweisen. Allerdings ist das Phänomen seit der Französischen Revolution endemisch geworden.

Das hat seine Ursache im Bedeutungsverlust von Tradition und Religion, die die bestehende A. rechtfertigten, einerseits, im Erfolg utopischer Konzepte, die alle eine gewisse anarchistische Tendenz (Anarchie) aufweisen und glauben machen wollen, der Mensch könne ohne A. existieren, andererseits.

Die einflußreichste Strömung dieser Art war die in den sechziger und siebziger Jahren des letzten Jahrhunderts zur Geltung kommende »Antiautoritäre Pädagogik«, die im Bündnis mit Vulgärmarxismus und Vulgärpsychoanalyse die Auffassung verbreitete, daß Kinder faktisch ohne Disziplinierung und Strafe aufwachsen sollten. Derartige Forderungen wurden mit dem Hinweis auf sonst drohende seelische Erkrankungen, aber auch mit dem Programm gerechtfertigt, das eine libertäre Gesellschaftsform (Gesellschaft) vorwegnehme, in der es keine Ausbeutung und vor allem keine Herrschaft von Menschen über Menschen mehr geben würde.

Derartige Vorstellungen sind mittlerweile stark zurückgedrängt, aber es hat sich ein tiefer Affekt gegenüber der A. erhalten, soweit sie aus der Überlieferung gespeist wird. Viele Züge der Verwahrlosung in den westlichen Gesellschaften lassen sich auf diese Weise erklären, auch die Schwierigkeit, A. qua Entschluß wiederherzustellen.

Zitate

  • „Wer Autorität gegen mich hat, wird mir immer in irgendeiner Weise »zu nahe« treten.“ - Friedrich Gogarten
  • „Indem das parlamentarische Prinzip der Majoritätsbestimmung die Autorität der Person ablehnt und an deren Stelle die Zahl des jeweiligen Haufens setzt, sündigt es wider den aristokratischen Grundgedanken der Natur, wobei allerdings deren Anschauung vom Adel in keinerlei Weise etwa in der heutigen Dekadenz unserer oberen Zehntausend verkörpert zu sein braucht.“ - Adolf Hitler in: Mein Kampf, 22. Auflage 1944, S.

Literatur