Dekadenz

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Der Ausdruck Dekadenz (von frz. décadence < mlat. decadentia < lat. cadere: „fallen, sinken“) bezeichnet den Verfall von einst gültigen, kulturtragenden Normen und Sitten zugunsten eines unverbindlichen Individualismus, sowie eine zunehmende gesellschaftliche und soziale Verkommenheit, namentlich in deren – zumindest nominellen – Eliten, die sich zuvörderst im Kulturverfall bemerkbar macht.

Niedergang und die Wahrnehmung von Niedergang

Die maßgeblich durch die Frankfurter Schule beeinflußten 68er bewirkten durch ihre revolutionären Ideen und die Zersetzung tradierter Werte nicht nur eine folgenschwere Veränderung der deutschen Gesellschaft, sondern auch eine tiefgehende Zerstörung des deutschen Geisteslebens. Während in den Aufbaujahren der BRD Emigranten gezielt aus verantwortlichen Positionen ferngehalten wurden, kippte dieses ungeschriebene Gesetz des Wiederaufbaus während der Großen Koalition (1966–1969). Nun – in sozialdemokratisierten Verhältnissen – dominierten Bestrebungen, absichtlich und gezielt Feinde des deutschen Volkes in Schlüsselstellungen zu hieven. Die jüdisch-stämmigen Professoren der Frankfurter Schule konnten ihren abgrundtiefen Haß auf alles, was deutsch ist, als sogenannten „Neomarxismus“ nun ganz offen propagieren. Das übertölpelte christliche Bildungsbürgertum applaudierte den Feinden des eigenen Volkes in jeder Festversammlung.

Diese Niedergangserscheinungen wirkten sich besonders auf den Bereich der Kunst aus, deren zeitlose Normen zugunsten oberflächlicher und oft genug widerlicher oder abstoßender Aktionen zerstört wurden. Happenings- oder Ereignis (Events)-Künstler werden von den Massenmedien vorgestellt sowie gefeiert und gewinnen sogar Kunsthochschulen für ihre als Kunst anerkannten Darbietungen.

Vom „Aktionskünstler“ Hermann Nitsch

Aber auch Gebärde, Sitte, Architektur, Haltung und Bekleidung können kausal mit Niedergangsprozessen verknüpft sein. Eine in der Geschichte häufig zu beobachtende Fehleinschätzung geht unausgesprochen davon aus, daß Niedergangsprozesse linear verlaufen. Naturwissenschaftler sind dagegen eher gewohnt, systemtheoretisch zu denken. Alle Naturwissenschaftler kennen den Begriff des „Schwellenwertes“. Das ist der Punkt, an dem Systeme in einen anderen Systemzustand übergehen. Dieses Kippen von stabilen Systemen erfolgt schlagartig und ist dem vorangegangenen Systemzustand oftmals nicht anzusehen, wenn keine Erfahrungswerte vorliegen. Während der Asylantenflut in Europa 2015 konnte jeder Beobachter eine einsatzfähige Polizei, eine tätige Verwaltung, professionelle Katastrophendienste und fließenden Auto- und Bahnverkehr wahrnehmen. Zugleich aber ist denselben Systemen ihr hoher Spannungszustand und ein begrenzter Ressourcenzufluß anzumerken sowie ein Auseinanderfallen von öffentlicher und privater Rede bei den beteiligten Zivilisationsträgern. Würde jemand nur etablierte Systemmedien zur Kenntnis nehmen, sähe er nichts von dieser Sachlage, die einem Systemzustand „vor dem Kipp-Punkt“ genau entspricht.

Elitäre Dekadenz

Nicht allein Barbareneinfälle und eine unbezahlbare Übertechnisierung bedrohen eine Hochzivilisation in ihrer Existenz (und können sie vernichten), sondern bekanntermaßen auch schon die abgehobenen, lebensfremden Kreise der Eliten, die an irgendeinem Punkt in der Geschichte bloß noch versessen sind auf dümmliche Moden, auf ihre eigene überschießende Eitelkeit, auf schrullige Ideologien und Neurosen oder sogar in blanken Irrsinn verfallen. Aber erst die konkrete Schilderung von Historikern – das Beispiel der Briefliteratur, Parlamentsreden und ähnliche Quellen – erweisen anschaulich, was jeweils schiefging, bevor ein Zeitalter kollabierte (oder eine Hochkultur unterging).

Es ist deshalb wichtig, gerade beim Thema der Dekadenz eben nicht die Abstraktion zu suchen, nicht auf die überzeitliche Lebensregel abzuzielen, sondern – im Gegenteil – vielmehr die konkrete Banalität, die unglaubliche Idiotie oder Verschrobenheit der dekadenten Akteure genau zu beschreiben. Dies leistet beispielhaft der dem deutschen Hochadel entstammende Schriftsteller und Kolumnist Alexander von Schönburg in seinen unter dem Titel „In bester Gesellschaft“ gesammelt vorliegenden Essays und Glossen. In seinen Werken beweist v. Schönburg, daß er selber keine Ahnung hat, wie abhängig Beschäftigte leben oder welche schmerzhaften Einschränkungen prekär Beschäftigte täglich erleben. Er beobachtet Dekadenz exakt, decouvriert sie, aber es ist ihm eigentlich zu anstrengend, Dekadenz auch zu kritisieren (oder deren tödliche Gefahr genau zu kennzeichnen). Alexander von Schönburg lebt selber von Geburt an in so gehobenen Verhältnissen, daß er sich die bloßstellenden Schilderungen der Dekadenz gleichsam wie einen Zusatzluxus leistet. In einem Text zur internationalen Kunstszene, mit dem Titel „Die Religion der High Society“, beschrieb er folgende „Party“:

„Als Gesellschaftsreporter verschwendet man ja – so geht es mir jedenfalls – einen nicht unwesentlichen Teil seines Lebens mit Gewissensbissen. Ist es nicht nur eitler Tand, Tritsch und Tratsch, den man ausbreitet? Dann gibt es wieder Momente, in denen man mit dem Gefühl belohnt wird, durch die Beschreibung banaler Details eine Fußnote zur Zeitgeschichte beigesteuert zu haben. Im Frühsommer 2007 zum Beispiel beschrieb ich in ›Vanity Fair‹ eine Party, die am Rande der Kunst-Biennale in Venedig stattfand. Gastgeberin war eine gewisse Kathy Fuld. Sie hatte den ehemaligen Kornspeicher des Hotels Cipriani gemietet. Von der Decke hingen Körbe, aus denen tonnenweise Jasminblüten quollen, was den Raum in einen angenehmen Duft tauchte. Die Gastgeberin hatte die gesamte Blumendekoration von ihrem Lieblingsfloristen aus New York einfliegen lassen. Per Privatjet. Schon deshalb eine Extravaganz, weil die Jasminblüten, wie man vermuten darf, erst tags zuvor aus Europa nach New York geflogen worden waren. Der Ehemann von Kathy ist Richard Fuld, Vorstandschef jener Investmentbank Lehman Brothers, deren Untergang den Anfang der gegenwärtigen Weltwirtschaftskrise markierte. Wenn ich an die Party in Venedig zurückdenke, erscheint es mir als nicht mehr ganz so überraschend, dass der Größenwahnsinn von New Yorks Investment-Monarchen in Tränen enden musste. Die Party in Venedig roch schon verdächtig nach spätem Byzanz.“[1]

Die geschilderte Situation ist nicht abgeschlossen. Dieselbe Kernschmelze des Finanzsystems, die 2008 nur knapp abgewendet wurde, schwebt bis heute als Drohung über unserer Wirtschaftsordnung als Ganzer. Und derselbe Kunstmarkt für „contemporary art“ (zeitgenössische Kunst) saugt bis heute die gigantischen Massen von Fiat Money auf, die das Quantitative Easing erzeugt hat (und die eigentlich alle unsere Alltagsprodukte rapide verteuern müßten, aber nicht tun, weil Luxussegmente der Volkswirtschaft, wie beispielsweise der elitäre Markt für moderne Kunst, bisher noch alle überschüssigen Geldmengen absorbieren). An anderem Ort, nämlich in Florida (anhand der weltbekannten Kunstmesse ›Art Basel Miami Beach‹ im Miami Beach Convention Center) beschrieb der kürzlich verstorbene amerikanische Schriftsteller Tom Wolfe (1930–2018) präzise denselben Zusammenhang von Finanzsystem, modernem Kunstmarkt, Globalisierung und dekadenter Partyszene in seinem exemplarischen Roman ›Back to Blood‹ (2012).

Beispiele

Mariendarstellung von Mark Rossell

Hermann Nitsch

In Österreich, besonders in Graz in der Steiermark, trat seit Ende der 1960er Jahre Hermann Nitsch auf, der öffentliche Tierschlachtungen unter Einbeziehung des Kruzifixes – so die Doppelkreuzigung einer Frau und eines Schweines 1968 in München – als Kunst ausgab. Ausgerechnet dieser Mann wurde 1992 vom damaligen jüdischen Kulturminister der BRÖ, Rudolf Scholten, als repräsentativer Künstler Österreichs zur Weltausstellung nach Sevilla gesandt.

Mark Rossell

Oliviero Toscani vor weiblicher Scham

Der Australier Mark Rossell präsentierte in der sogenannten Landhausbrücke, die traditionell für Ausstellungen genutzt wird, Marien-Installationen unter dem Titel „Generator of the Heart“. Zentrum dieser Schau ist ein lebensgroßes Bildnis der Gottesmutter Maria, umhüllt von einem genoppten Kondom mit herablaufendem Ejakulat, sowie Marienstatuen in Dildoform. Rossell wies selber in seinem Begleitblatt darauf hin, daß er bei dieser in einen Plastiküberzug gehüllte Madonnenstatue das „pubertäre Bedürfnis“ gehabt habe, „sie zu beschmutzen“.

Oliviero Toscani

Der italienische Fotograf Oliviero Toscani (* 1942) wurde bekannt durch seine Photographien für eine geschmacklose Werbekampagne der Modemarke Benetton. 2011 stellte er einen Kalender vor, der nur Nahaufnahmen des weiblichen Genitalbereiches zeigt.[2]

Otto Mühl

Bezeichnende Beispiele für diese pervertierte Art moderner Kunst bildeten die Auftritte des Aktions-Künstlers Otto Mühl.

Titel der Mühl-Aktion: O Tannenbaum: Mühl trat splitternackt vors Mikrophon und verlas ein Gedicht zum Thema Weihnachtskonsum, übermäßiges Fressen nebst Folgen und Weihnachts-Kampfpause. Während von Tonbändern Weihnachtslieder erklangen, steigerte Mühl sich in einen Schreikrampf und legte sich anschließend entspannt zu seiner nackten Gefährtin in das – fürs Fernsehen hell angestrahlte – Bett.

Später wurde die Frau aus dem Bett gehoben. Man brachte in einer Holzkiste ein Schwein, die Kiste wurde geöffnet, das gräßlich quiekende Tier wurde mit Gewalt auf das Bett gelegt. Der Schlachter trat in Aktion: Fachgerecht tötete er das sich wehrende Schwein und schnitt ihm dann die Halsschlagader auf. Mühl fing das Blut in einem Plastikeimer auf und goß es über die am Boden liegende Frau. Später legte sich die Frau neben das ausgenommene Schwein ins Bett. Därme und Eingeweide wurden über ihren Leib verteilt. Mühl spritzte Milch, rohe Eier und Mehl über sie, schließlich urinierte er auf die Frau und leerte seinen Darm auf den Schweinekadaver.

Kritik

Die berühmte Geigerin Anne-Sophie Mutter meint zur Kulturlosigkeit:

Wir brauchen Kultur, um uns als Menschen mit einer Tradition zu definieren und um uns gleichzeitig abzugrenzen. Mittelfristig führt Kulturlosigkeit zur geistigen Verarmung und langfristig zur Verblödung eines Landes.

Artikel aus dem staatspolitischen Handbuch


Quelle Folgender Text stammt aus dem Staatspolitischen Handbuch, Band 1: Begriffe.

Dekadenz wird abgeleitet von dem französischen Wort décadence, das wiederum auf das lateinische decadere – »hinabsteigen« – zurückzuführen ist. Der Begriff findet sich seit dem 16. Jahrhundert als Bezeichnung für den Verfall sozialer Systeme, vor allem von Staaten und Kulturen. Abgesehen werden kann in diesem Zusammenhang von dem Versuch einer positiven Umdeutung, wie sie zuerst Charles Baudelaire unternahm.

D. ist selbstverständlich schon vor dem Aufkommen des Begriffs beobachtet und analysiert worden. Oft galt eine überlange Zeit des Friedens und des Wohllebens als Auslöser. Aber die Betrachtungen standen fast immer unter einem ausschließlich moralischen oder religiösen (Religion) Aspekt. Erst eine säkularisierte Geschichtsbetrachtung (Geschichte) konnte die Dekadenz als solche werten und eine umfassendere Deutung entwickeln.

Im wesentlichen lassen sich drei Erklärungen für Dekadenz unterscheiden:

1. Das Entropiemodell; es besagt, daß alle menschlichen Gemeinschaften und ihre Hervorbringungen genau wie organische Wesen einer Alterung und einem allmählichen Energieverlust unterworfen sind. Entsprechende Äußerungen finden sich schon in der Bibel, der antiken Weisheitsliteratur und Philosophie, aber auch in den Urkunden vieler außereuropäischer Religionen. Dekadenz ist diesem Verständnis nach ein allmählicher und unaufhaltsamer »Wärmetod«. Im 19. Jahrhundert sind entsprechende Ideen vor allem von Carl Vollgraff oder Joseph Arthur de Gobineau vertreten worden, im 20. Jahrhundert von Ludwig Klages oder Julius Evola.

2. Das Modell des Zyklus ist davon insofern zu unterscheiden, als entsprechende Geschichtsdeutungen zwar auch auf die Natur Bezug nehmen, aber nur in einem symbolischen Sinn. Bekannt sind Spekulationen der indischen Mythologie über die vier verschiedenen »Yugas« oder orientalische beziehungsweise antike Überlegungen zur Abfolge eines Goldenen, Silbernen, Bronzenen und Ehernen Zeitalters. Immer wird eine Katastrophe angenommen, die als Reinigung die Voraussetzung für einen Neubeginn des Zyklus bildet. Innerhalb der großen, Epochen abgrenzenden Zyklen gibt es auch noch kleinere, wie die der Verfassungsordnungen (etwa: von der Monarchie über die Aristokratie zur Demokratie zur Anarchie, dann zur Despotie, die wiederum die Erneuerung der Monarchie vorbereitet). Die einflußreichsten und am stärksten ausgearbeiteten zyklischen Theorien der Neuzeit stammen von Oswald Spengler und Arnold J. Toynbee.

3. Bleibt schließlich die Annahme eines dauernden Alternierens von Verfall und Regeneration als Erklärung von Dekadenz. Sie erscheint dabei als Verlust von Spannkraft, die weder ganz zwangsläufig eintritt (wie unter 1.), noch als regelhafter Vorgang beschrieben werden kann (wie unter 2.). In diesem Fall spielt Willensschwäche eine entscheidende Rolle: »Die D. beginnt, wenn die Menschen nicht mehr fragen: Was werden wir tun? Sondern: Was wird uns geschehen?« (Denis de Rougemont) Es wurzeln hierin die Sorge vor einem Zuviel an Zivilisiertheit und eine Sehnsucht nach der Ursprungslage, wie sie schon in den Geschichtsphilosophien Giambattista Vicos oder Johann Gottfried Herders zu beobachten war.

Die These von der Dekadenz – vor allem der gegenwärtigen Kultur – erscheint in vieler Hinsicht als konservatives (Konservatismus) Gegenkonzept zum Fortschrittsglauben (Entwicklung) der Linken und Liberalen (Liberalismus). Dabei wird allerdings übersehen, daß der Begriff Dekadenz auch der sozialistischen (Sozialismus) Theorie bekannt war und von Proudhon wie von Marx und in einem gewissen Sinn auch von Lenin benutzt wurde, um den ökonomischen wie moralischen Verfallsprozeß der bürgerlichen (Bürger) Klasse zu bezeichnen. Allerdings ist zutreffend, daß die konservative Weltanschauung aufgrund ihrer skeptischen Haupttendenz dazu neigt, eher einen Ab- als einen Aufstieg anzunehmen.

Man darf diese Neigung aber nicht mit Fatalismus verwechseln. Es gibt zwar am äußersten Punkt konservativer Dekadenzanalyse die Fixierung auf die »große Parallele« (Carl Schmitt), den Untergang Roms, und sogar ein Hoffen auf die erneuernde Kraft des Barbarentums, aber in erster Linie doch den Wunsch, daß ein ricorso möglich sein werde, das heißt eine Regeneration.

Zitate

  • „… auch muß ich selbst sagen, halt’ ich es für wahr, daß die Humanität endlich siegen wird, nur fürcht’ ich, daß zu gleicher Zeit die Welt ein großes Hospital und einer des anderen humanitärer Krankenwärter sein werde.“Johann Wolfgang von Goethe
  • „Der Schwund aller starken Gefühle und Affekte durch Verweichlichung, Fortschreiten von Technologie und Pharmakologie fördern eine zunehmende Intoleranz gegen alles im geringsten Unlust Erregende. Damit schwindet die Fähigkeit der Menschen, jene Freude zu erleben, die nur durch herbe Anstrengung beim Überwinden von Hindernissen gewonnen werden kann. Der naturgewollte Wogengang der Kontraste von Neid und Freude verebbt in unmerklichen Oszillationen namenloser Langeweile.“Konrad Lorenz
  • „Sollte nicht die Geschichte mit einer allgemeinen Verwilderung enden? Blicken wir auf die Schicksale einzelner gebildeter Völker, so sehen wir dieselben aus einem Zustand natürlicher Roheit, unschuldiger Wildheit sich zu Gesittung und Kultur emporarbeiten, nach einer kürzeren oder längeren Periode des Glanzes aber in eine selbstverschuldete Verwilderung zurückfallen, die alle Früchte der Kultur in Gift verwandelt, um die schamlos wiedererwachten tierischen Begierden damit unheilbar zu entzünden. Das Heilige selbst wird durch Gewohnheit abgenutzt, durch Heuchelei verhöhnt, die Bildung durch Prunk und schlaffe Verzärtelung der Musen lächerlich gemacht, und unter dem Vorwand zur Natur zurückzukehren, läßt man wie wilde Tiere die gefesselten Laster los. Zuletzt kommt die Not, das bittere Wehe der sich rächenden Natur, und so gehen große Völker unter, so endeten die Griechen und Römer.
    Wer ist uns nun Bürge, daß auch die schöne Blüte der heutigen Bildung nicht enden werde, wie die griechische, und die politische Kraft des heutigen Europa wie die römische Kraft, von der uns so große Wunder berichtet sind?
    Der Schoß der zivilisierten Gesellschaft geht mit Ungeheuern schwanger, die denen des mythischen Altertums nicht unähnlich sind, und die daher der Prophet von Patmos in sein schauriges Gemälde der letzten Zeiten zu versetzen nur zu triftige Gründe hatte.
    Die Bewohner unseres Planeten sind ein wildes kühnes Geschlecht, von Anbeginn zum Kriege geneigt und bestimmt. In Waffen geboren, werden die Menschen in Waffen endigen. Das Ende kann kein anderes sein, als wie es unsere Väter schon geahnet in der Nibelungen Not und in dem allgemeinen Vertilgungskampfe der Götter, den die Edda weissagt. Dieses Heldengeschlecht kann sich nur selbst zerstören im Kampfe Aller gegen Alle. Nur dies ist ein würdiger Schluß des großen Heldengedichtes unserer Erde.
    Wohl mag er aber zusammenfallen mit der Zerstörung der Natur, und in der letzten Schlacht der Menschen mögen die Elemente mitkämpfen, und die Erde auf dem Grabe ihrer Kinder sich selbst opfern.”
    Wolfgang Menzel, 1835[3]

Siehe auch

Filmbeiträge

Kenne den Feind: Anspruchs- und Forderungsdenken oder: Dekadenz (YouTube-Kanal: Sapere Aude, 23. August 2017)

Literatur

  • Thierry Baudet: Oikophobie: Der Hass auf das Eigene und seine zerstörerischen Folgen, Ares Verlag, 2017, ISBN 978-3902732903
  • Werner Kunze: Unser letzter Ausweg. Gegen Entfremdung – Rückbesinnung auf deutsche Kultur. Hohenrain Verlag, Tübingen 2014, ISBN 978-3-89180-139-0
  • Manfred Spitzer: Die Smartphone-Epidemie: Gefahren für Gesundheit, Bildung und Gesellschaft, Klett-Cotta, 2018, ISBN 978-3608963687 [368 S.]
  • Frank Böckelmann: Jargon der Weltoffenheit. Was sind unsere Werte noch wert? Edition Sonderwege bei Manuscriptum, Manuscriptum Verlagsbuchhandlung, Waltrop und Leipzig 2014, ISBN 978-3-937801-96-4
  • José Ortega y Gasset: Aufstand der Massen, 1931
  • Bernd Weikl: Singen: In der Oper, als Therapie und in der Post- und Postpostmoderne, Leipziger Uni-Verlag, 2017, ISBN 978-3960231295 [Enthält Ausführungen des Opernsängers zu den seit Jahrzehnten andauernden, mit Steuergeldern subventionierten Darbietungen dekadenter Antikultur auf BRD-Bühnen; 132 S.]
  • George Packer: Die Abwicklung. Eine innere Geschichte des neuen Amerika. S. Fischer Verlag, Frankfurt am Main ³2014, ISBN 978-3-10-000157-3 [Originalausgabe: The Unwinding. An Inner History of the New America, 2013]
  • Sabine Fellner: Kunstskandal! Die besten Nestbeschmutzer der letzten 150 Jahre, Verlag Ueberreuter, Wien 1997, ISBN 978-3-8000-3641-7 [255 S.]
  • Richard W. Eichler: Die Wiederkehr des Schönen. Grabert Verlag, Tübingen 1984
  • Walter Maronovic: Diktatur des Häßlichen. Kulturpolitik heute. Leopold Stocker, Graz • Stuttgart 1995
  • Hans Sedlmayr: Verlust der Mitte. Otto Müller, Salzburg 1948
  • Richard Melisch: Der letzte Akt. Hohenrain, Tübingen 2007
  • Emil Hammacher: Hauptfragen der modernen Kultur, 1912–1914 [beschreibt Niedergang als ein universales Phänomen]
  • Carl Neumann / Curt Belling / Hans-Walther Betz: Film-„Kunst“, Film-Kohn, Film-Korruption – Ein Streifzug durch vier Filmjahrzehnte, Faksimile-Nachdruck der 1937 im Verlag Hermann Scherping, Berlin, erschienenen Originalausgabe, ISBN 978-3-9816535-4-0, Buchvorstellung
  • Geoffrey Parrinder: Sexualität in den Religionen der Welt. Patmos-Verlag, Düsseldorf 2004, ISBN 3-491-69114-1 [englische Originalausgabe: London 1980]
  • Benjamin Garland: Merchants of Sin, CreateSpace Independent Publishing Platform, 2017, ISBN 978-1548620172 [210 S.] – Dokumentation der Rolle jüdischer Akteure beim Heraufführen von Dekadenz in den VSA seit dem 20. Jahrhundert

Verweise

Fußnoten

  1. Alexander von Schönburg: In bester Gesellschaft, Rowohlt Verlag, Reinbek bei Hamburg 2008, S. 17f.
  2. Die provokative Kunst des Oliviero Toscani
  3. Wolfgang Menzel, Geist der Geschichte, Stuttgart 1835, S. 192 ff.
  4. Lasha Darkmoon (Pseudonym) stellt sich im Netz als eine etwa 1978 geborene VS-amerikanische Altphilologin vor. Sie habe dichterische Werke veröffentlicht und sei als Übersetzerin tätig.