Benediktiner

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Die Benediktus-Medaille, ein Symbol des Benediktinerordens[1]

Der Orden der Benediktiner (lat. Ordo Sancti Benedicti; im Mittelalter auch: „die Schwarzen Mönche“) bzw. der Benediktinerorden wurde im 6. Jahrhundert n. d. Z. gegründet und ist damit der älteste römisch-katholische Mönchsorden. Weiterhin existieren Benediktinergemeinschaften in der anglikanischen Kirche und in wenigen Fällen auch in der evangelisch-lutherischen Kirche. Der Orden vereinigt diejenigen Mönche, die nach den von dem heiligen Benedikt von Nursia zunächst für das von ihm gegründete Kloster Monte-Cassino gegebenen Regeln (Regula Benedicti) leben, die sich fern von der Strenge der älteren morgenländischen Regeln halten und außer dem Gebet auch Arbeit und Studium vorschreiben („Ora et labora et lege“: „Bete und arbeite und lies“).

Geschichte

Bereits früh widmeten sich die Benediktiner auch der Seelsorge und, insbesondere infolge der Anregung des Cassiodorus (538), dem Studium und Unterricht. Von der Mitte des 6. Jahrhunderts bis tief ins Mittelalter war der Orden der Benediktiner der einzige bedeutende Orden des Abendlandes. Durch den von Papst Gregor I., der selbst dem Orden angehörte, 597 nach England gesandten Augustinus erhielt er dort eine weite Verbreitung, durch Bonifatius und andere englische Missionare auch in Deutschland (Reichenau, Fulda, Hersfeld, St. Gallen usw.). Die Benediktiner haben einen bedeutenden Anteil an der Verbreitung des Christentums in Europa und damit ebenso auch an der Vernichtung und Unterschlagung der Überlieferungen aus der germanischen Mythologie, des germanischen Wortschatzes und germanischer Bräuche in Mitteleuropa, welche in Skandinavien – durch die dort milder verlaufende Christianisierung – weniger der Zerstörung ausgeliefert waren und somit besser überliefert worden sind. Andererseits haben sich die Benediktiner um die mittelalterliche Kultur und um die Wissenschaft und auch um die Erhaltung der Schätze des klassischen Altertums große Verdienste erworben.

Der zunehmende Reichtum und der schon von den Karolingern geübte Brauch, die Abtswürde an Laien (Kommendataräbte) zu vergeben, führten einen Verfall des Benediktinerordens herbei, dem die Reformen des Benedikt von Aniane, Berno von Cluny, Wilhelm von Hirsau u. a. entgegenzusteuern versuchten.

Organisation und Verzweigungen

Der Benediktinerorden unterscheidet sich organisatorisch von den späteren Orden besonders dadurch, daß jedes Kloster unter seinem Abt selbständig ist, eine einheitliche Spitze (General) sowie die Gliederung in Provinzen fehlt und daß der Mönch einem bestimmten Kloster, nicht, wie in den Bettelorden, der Provinz oder, wie bei den Jesuiten, dem Orden angehört. Später vereinigten sich aber mehrfach mehr oder weniger zahlreiche Klöster zu Kongregationen unter einem gemeinsamen Obern (Generalabt) und besonderen Statuten.

So entstanden verschiedene Zweige des Benediktinerordens: Cluniazenser, Zisterzienser, Kamaldulenser, der Orden von Vallombrosa u. a. Im Unterschied zu diesen Abzweigungen, die teilweise eine andere Ordenskleidung annahmen, hießen die eigentlichen Benediktiner im Mittelalter die Schwarzen Mönche. Später entstandene Kongregationen sind die Vursfelder, die von Monte-Cassino, von Valladolid u. a., namentlich die der Mauriner und der Trappisten.

Frauenklöster nach der Regel des Benedikt (Benediktinerinnen) gab es seit dem 7. Jahrhundert. In vielen derselben verfiel allerdings die Zucht; manche wurden schließlich nur noch Versorgungsanstalten für adlige Damen.

Zitat

  • „Wenn du also zum himmlischen Vaterland eilst, wer immer du bist, nimm diese einfache Regel als Anfang und erfülle sie mit der Hilfe Christi. Dann wirst du schließlich unter dem Schutz Gottes zu den oben erwähnten Höhen der Lehre und der Tugend gelangen.“ — Benedikt von Nursia

Literatur

  • Krätzinger: Der Benediktinerorden und die Kultur. Heidelberg 1876

Verweise

Fußnoten