Mönchtum

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Vater des abendländischen Mönchtums: Benedikt von Nursia (Fresko im Kloster von Subiaco, Umbrien, Italien, 15. Jahrhundert)

Unter Mönchtum oder Mönchswesen versteht man eine religiöse, organisierte Gemeinschaft, welche nach gewissen Regeln (Mönchsregeln) asketischen Übungen obliegt und den abgelegten Gelübden der Armut, der Keuschheit und des unbedingten Gehorsams gegen die Befehle ihrer Vorgesetzten (Mönchsgelübde) gemäß lebt.

Allgemeines

Das Wort „Mönch“ ist abgeleitet aus dem Altgriechischen. „Monos“[1] bedeutet „allein“, und ein „Mönch“ ist somit eigentlich ein „Alleinlebender“. Das trifft allerdings nur auf gewisse frühchristliche oder auch außerchristliche Mönche zu. Heute werden allgemein auch solche Leute als Mönche bezeichnet, die in Gemeinschaften zusammenleben, und im Abendland gibt es den alleinlebenden „Mönch“, den Eremiten, seit dem Ende des iroschottischen Mönchtums im 10. Jahrhundert gar nicht mehr (Ausnahmen bestätigen die Regel, auch gibt es Mischformen wie die sogenannten Einsiedlerorden der Kartäuser, Kamaldulenser und Trappisten).

Eine Unterscheidung zwischen „weltlichem“ und mönchischem Leben ist daher oft nicht einfach, so etwa bei den mittelalterlichen Beginen und Begarden oder der 1949 gegründeten protestantischen Gemeinschaft von Taizé. Am zutreffendsten läßt sich wohl sagen, daß Mönchtum eine besondere Lebensform darstellt, die bestimmt ist von Religiosität, Askese und gewissen Regeln zur Lebensführung.

Mönche gibt es in allen großen Religionsgemeinschaften. Buddhismus und Hinduismus sind Mönchsreligionen, und es ist daher kein Zufall, daß in jüngster Zeit, in der von manchen die mönchischen Ideale wiederentdeckt werden, der Zen-Buddhismus als die zur Zeit stärkste Mönchsbewegung einen starken Zulauf hat. Der Islam (Derwische im Sufismus) und vielleicht in Gestalt der Essener sogar das an sich kaum asketisch ausgerichtete Judentum kennen zwar den Mönchen Ähnliches, aber jedenfalls spielt dieses dort eine weitaus geringere Rolle.

Die Anfänge des christlichen Mönchtums

Bei den Christen gibt es ursprünglich kein Mönchtum. Die Anfänge liegen im Osten, vor allem in Syrien, Palästina und Ägypten. Um „vollkommen“, „heilig“ oder „vergottet“ zu werden, nahm man immer kompliziertere asketische Übungen auf sich. Um das Jahr 200 n. d. Z. gab es in Syrien Scharen von wandernden Frommen (Reisen galt allgemein im Altertum als Strafe), deren Askese darin bestand, daß sie heimat- und ehelos waren. Jeder gute Christ, so meinten sie, müsse so leben wie sie, und sie glaubten, selbst wie Jesus zu leben.

Noch einen Schritt weiter gingen die ägypischen Eremiten (von altgriechisch eremos – Wüste), die sich ganz von menschlichen Ansiedlungen zurückzogen und in die Wüste gingen. Dort wollten sie nicht nur sich selbst („Wer von Menschen besucht wird, kann nicht von den Engeln besucht werden“), sondern auch die Welt erlösen; denn in der Wüste, so dachten sie, wohnen die Dämonen, und diese wollten sie überwinden. Ein erster Höhepunkt der Eremitenbewegung liegt um das Jahr 300. Wieder hundert Jahre später kam es zu einer weiteren Steigerung durch die sogenannten Säulenheiligen. Um Gott näher und der Erde ferner zu sein, verbrachten sie ihr Leben auf hohen Säulen. Der erste und bekannteste von ihnen, ein gewisser Symeon, lebte in Syrien 30 Jahre lang auf einer 20 m hohen Säule und predigte manchmal zu tausenden von Gläubigen.

Säulenheilige hat es noch bis ins 10. Jahrhundert gegeben. Inzwischen hatte jedoch im Osten Basilius von Caesarea („Basilius der Große“, gest. 379) Regeln für ein organisiertes Zusammenleben von Mönchen aufgestellt. Dadurch wurde das unorganisatorische und einzelgängerische Mönchtum langsam zurückgedrängt. Seit dem Konzil von Chalcedon kamen die Mönche unter die Aufsicht der Bischöfe. Noch heute sind die Klöster der orthodoxen Kirche „basilianisch“. Eigentliche Mönchsorden gibt es dort nicht.

Das Mönchtum im Abendland

Das Mönchtum vor Benedikt

Seit dem Ende des 4. Jahrhunderts drang das Mönchtum ins Abendland vor. Allerdings wird es nicht nur begrüßt (z. B. von den Kirchenvätern Ambrosius, Hieronymus und Augustinus), sondern auch heftig bekämpft. Jovinian in Rom und Vigilantius in Gallien warnten vor einer Überschätzung der Askese. Es gab zunächst wie im Osten herumziehende Asketen, dann auch einzelne Klöster in einsamen Gegenden; da es in Europa keine Wüsten gibt, nahm man statt dessen verlassene Inseln, Berge oder Wälder, die den gleichen Zweck erfüllten.

Am bedeutendsten war in dieser Frühzeit das iroschottische Mönchtum. In Irland und Albania (alter Name für Schottland) entstand damals etwas ganz merkwürdiges: die erste und einzige Mönchskirche, die es je gegeben hat. Wie sie entstanden ist, weiß man nicht. Über die Geschichte der britischen Inseln in dem Jahrhundert vor und nach dem Abzug der Römer (402) und der Landung der Angeln und Sachsen (seit ca. 410) gibt es kaum Nachrichten. Jedenfalls entwickelte sich eine ganz eigenartige „Monachokratie“, die ganz selbständig war (also nicht der lateinischen Kirche zugeordnet oder dem Papsttum untergeben).

Da die iroschottischen Mönche den schon aus dem alten Syrien bekannten Brauch der asketischen „Peregrinatio“ (Verlassen der Heimat) pflegten, kamen sie auch in heidnische Gebiete (z. B. Island und Germanien) und betätigten sich dort als Missionare. Auch das älteste Kloster auf deutschem Boden ist von einem iroschottischen Mönch gegründet worden (Bregenz am Bodensee, Anfang des 7. Jahrhunderts von Columban gegründet). Einige später sehr wichtig werdende Gebräuche brachten die Iroschotten aufs europäische Festland mit, z. B. die aus dem orientalischen Mönchtum (Basilius) stammende Sitte der (Privat–)Beichte und Buße. Die iroschottische Kirche verlor im 7. und 8. Jahrhundert ihre Selbständigkeit, geriet unter römische Jurisdiktion und ging in den Wikingerstürmen des 9. und 10. Jahrhunderts unter (716 Romanisierung, 802 Zerstörung des berühmten Klosters auf der Insel Iona).

Die Benediktiner

Das ehemalige Benediktinerkloster von Cluny: Eingang zur Abtei (Zeichnung, 18. Jahrhundert oder früher)
Hauptartikel: Benediktiner

Wenn auch das Mönchtum keine mittelalterliche oder abendländische Erfindung ist, kam es dennoch im lateinischen Mittelalter zu seiner höchsten Blüte. Ja, man kann sagen, daß das Mittelalter die Zeit des Mönchtums ist und Anfang und Ende dieser Epoche mit Daten aus der Geschichte des Mönchtums markieren: 529 gründete Benedikt das Kloster Monte Cassino und 1529 heiratete der Mönch Martin Luther die Nonne Katharina von Bora.

Während jedoch im Jahre 1525 ganz Europa sehr gut die auch symbolisch zu verstehende Handlung Martin Luthers begriff und Freund wie Feind in heftige Erregung geriet (man prophezeite sogar das Ende der Welt), hat sich die Gründung des Klosters auf dem Monte Cassino eher unbeachtet vollzogen. Uns Heutige mag freilich anrühren, daß diese Urzelle des abendländischen Mönchtums im gleichen Jahr entstand, im dem der (ost)römische Kaiser Justinian die platonische Akademie zu Athen, die fast tausend Jahre alte letzte Stätte heidnisch-antiker Kultur und Wissenschaft, schließen ließ.

Zunächst war von einem neuen Geistesleben im Kloster aber nichts zu spüren. Die Antike ging unter, und die Klöster aller Art gehörten dazu. Das Neue kam in „barbarischer“ – genauer in germanisch-nordischer – Gestalt. Monte Cassino wurde 581 von den Langobarden zerstört und erst 140 Jahre später erneuert. Daß sich die benediktinische Regel trotzdem durchsetzte, lag äußerlich daran, daß sich Papst Gregor I. („der Große“; gest. 604) sowie die fränkischen Könige für sie einsetzten. Aber es gab auch einen Grund des Grundes.

Benedikt hatte es verstanden, Maximen des östlichen Mönchtums in genialer Schlichtheit mit römischem Ordnungssinn und römischer Nüchternheit zu verbinden (im Mönchtum ist also ein Stück Römertum bis heute erhalten). Damit aber lag er genau auf der Linie der frührömischen Kirche, die ein Christentum für den Hausgebrauch ausgebildet hat.[2] Benedikt betonte denn auch ausdrücklich, daß seine Klosterregel eine „Vorschrift für Anfänger“ sei. Die hohen Ideale der „Wüstenheiligen“ wurden nicht aufgegeben, aber zunächst wollte er ein „gutes“ Leben statt gleich ein „vollkommenes“ oder „göttliches“ erreichen. Dafür stellte er die folgenden Hauptregeln auf:

  1. Leben in einer Mönchsgemeinschaft (im Gegensatz zu den Einsiedlern)
  2. Stabilitas loci („am selben Ort bleiben“ im Gegensatz zu den Wandermönchen)
  3. Oboedientia (Gehorsam dem Klostervorsteher gegenüber)
  4. Conversatio morum (neue Lebensart, vor allem persönliche Armut und Ehelosigkeit)
  5. Ernährung durch eigene Arbeit, nicht durch milde Gaben oder Bettelei („ora et labora“)

Weil die Benediktinerregel sehr weltlich war, konnte es passieren, daß die Mönche häufig gute Bierbrauer, Schnapsbrenner, Obstzüchter usw. waren, aber kein besonderes religiöses Interesse mehr hatten. Dazu kam, daß der einzelne Mönch zwar persönlich kaum Besitz haben durfte, das Kloster aber häufig sehr reich war. In der Praxis machte das häufig keinen Unterschied.

So waren denn häufig Klosterreformen nötig. Die bekannteste ist die sogenannte cluniazensische Reform, benannt nach dem Kloster Cluni in Burgund. Die Cluniazenser verfolgten im 10. Jahrhundert zunächst nur monastische Ziele. Sie wollten erreichen, daß 1.) in den Klöstern die Benediktinerregel strenger eingehalten würde und 2.) sollten Bischöfe und weltliche Große ihren Einfluß auf die Klöster verlieren. Erst im 11. Jahrhundert weitete sich die zweite Forderung zu einem brisanten kirchenpolitischen Programm aus: Die weltliche Gewalt sollte keine Rechte mehr in der Kirche haben. Der große und blutige Investiturstreit hatte hier seine Anfänge.

Vom 8. bis zum Anfang des 12. Jahrhunderts war die Benediktinerregel im Abendland vorherrschend.

Die Zisterzienser

Was die Cluniazenser vorbereitet hatten, das führten die Zisterzienser durch: Sie wurden der erste Mönchsorden, d. h., ihre einzelnen Klöster waren nicht mehr organisatorisch unabhängig voneinander, sondern durch Visitationen und ein System von Über–, Neben– und Unterordnung miteinander verknüpft. Höchste Autorität war das jährlich tagende Generalkapitel aller Äbte.

Im Jahre 1118 löste sich der Zisterzienserorden von den Benediktinern und war dann einhundert Jahre lang die vorherrschende Form in Europa. In kurzer Zeit entstanden Hunderte von Klöstern (bis 1150 allein auf den britischen Inseln etwa 60). Durch Einfachheit des Klosterlebens und vor allem durch die Kultivierung unbebauten Landes taten sich die Zisterzienser hervor, der bekannteste Prediger des 12. Jahrhunderts war Abt Bernhard von Clairvaux (der zahlreiche Leute mit fanatischen Predigten für den Kreuzzug rekrutierte).

Eigentlicher Gründer des Zisterzienserordens war Stephan Harding, der dritte Abt des Benediktinerklosters Cîteaux (Cistercium). Er gab in dem schon genannten Jahr 1118 dem Orden seine Regel, nämlich:

  1. die ungemilderte Benediktinerregel und
  2. die von ihm geschaffene „Charta charitas“

Neben den Zisterziensern kamen im 12. Jahrhundert im Zusammenhang mit den Kreuzzügen die Ritterorden auf (die wichtigsten: Johanniter, Templer, Deutscher Orden). Bei ihnen trat zu den drei mönchischen Gelübden von Armut, Keuschheit und Gehorsam noch zusätzlich das Gelübde des Kampfes gegen die Ungläubigen.

Die Bettelorden (Mendikanten)

Mit der Gründung des Zisterzienserordens (und ähnlicher Orden) war das abendländische Mönchtum noch nicht am Ende seiner Entwicklung angelangt. Wie für die europäische Kultur überhaupt eine enorme Kraft sowie Wandlungsfähigkeit und –bereitschaft charakteristisch ist, so auch für das mit ihr im Mittelalter fast identische Mönchtum. Während das östliche uralte, immer gleiche Mönchtum – der durch asiatischen Rasseneinschlag beeinflußten osteuropäischen Mentalität entsprechend – monolithisch und starr wie seine Ikonen ist, war das westliche lebendig aber darum auch verletzlicher.

Ende des 12./Anfang des 13. Jahrhunderts war ein Zeitalter der Krise. Wenn auch fast jedes Zeitalter irgendetwas Krisenhaftes an sich hat[3], so kam im 12./13. Jahrhundert doch sehr vieles zusammen: Städte kamen auf und Geldwirtschaft, Universitäten und aristotelische Philosophie und Wissenschaft, römisches Recht, Gotik und neues Nationalgefühl (in Deutschland erstmals wieder seit der Zeit Karls des Großen Dichtung in deutscher Sprache); das Reich gelangte unter den Staufern zu höchster Machtentfaltung und brütete gleichzeitig den Keim der Zersplitterung aus: die Territorialherrschaft. Im Gefolge der Kreuzzüge kam es zu nie gekannter religiöser Begeisterung (bis hin zu der Veranstaltung eines Kinderkreuzzuges), zu schwärmerischen Endzeitstimmungen und gleichzeitig zu tiefem Skeptizismus. Vor allem war es auch die Zeit der großen Ketzerbewegungen. Nie seit dem ganz frühen Christentum war die Großkirche von innen her so bedroht gewesen. Über ganz Europa breiteten sich organisierte häretische und Protestbewegungen aus und drängten in weiten Gebieten (Norditalien, Südfrankreich) die Anhänger der Papstkirche in die Minderheit.[4]

Diesen Hintergrund muß man kennen, wenn man Person und Werk des Franz von Assisi verstehen will. Daß er einmal als katholischer Heiliger zur Ehre der Altäre kommen würde, war zu Beginn seines Wirkens ganz und gar nicht ausgemacht. Eher hätte man ihm ein Ende auf dem Scheiterhaufen vorausgesagt als Aufrührer und Ketzer. Seine Grundidee ist nämlich ganz dieselbe wie die der Waldenser: Nachfolge Jesu und der Apostel (im Zusammenhang mit den Kreuzzügen „populär“ geworden), Leben in Armut und Bedürfnislosigkeit, Volkspredigt. Papst Innozenz III. indes leistete der katholischen Kirche einen immensen Dienst, indem er die große Bewegung, die Franz von Assisi in ganz Italien auslöste, nicht aus dieser hinausdrängte, wie es zuvor den Waldensern passiert war. Dabei konnte der Gegensatz kaum größer sein: auf der einen Seite der erfolgreiche Vertreter des macht– und prachtbewußten, sehr diesseitigen und weltbeherrschenden cluniazensischen Papsttums, auf der anderen der reinste Repräsentant einer pracht– und machtverleugnenden, mystischen und asketischen Christenheit.

Das „katholische“ (allumfassende) Prinzip der Kirche setzte sich noch einmal durch. Im Jahre 1210 bestätigte Innozenz die erste Ordensregel des Franz von Assisi, und trotz manchmal heftiger Kämpfe blieben die Franziskaner sowie die übrigen in der Folge entstandenen Bettelorden in der Kirche, ja sie erreichten es, die außerkirchliche Protestbewegung bis auf geringe Reste zum Erliegen zu bringen. Das gelang ihnen dadurch, daß sie das Anliegen der Protestler aufgriffen und sein Recht sowie seine Existenzberechtigung innerhalb der Kirche erwiesen. Gleichzeitig gingen sie ein auf die sozialen Umbrüche der Zeit, vor allem das Aufkommen der Städte und des Bürgertums. Kennzeichnend für die Bettelorden ist folgendes:

  1. Das Prinzip der absoluten Armut. Nicht nur der einzelne Mönch sollte ohne Besitz sein (wie bei den alten Orden), sondern auch der Orden als ganzes (später erklärte man, aller Ordensbesitz gehöre dem Papst).
  2. Für den notwendigen minimalen Lebensunterhalt wurde nicht auf eigene Werke (Arbeit), sondern auf mildtätige Gaben (Bettel) vertraut (Aufgabe des Prinzips „ora et labora“).
  3. Schon aus den ersten beiden Punkten ergab sich, daß die Bettelmönche in den Städten wirkten (anders als die alten Mönche, die ihre Klöster ja gerade in einsamen Gegenden erbauten).
  4. Die Bettelorden waren straff hierarchisch gegliedert. An der Spitze stand ein Ordensgeneral, darunter die Leiter der Ordensprovinzen und dann die der einzelnen Niederlassungen.
  5. Bettelmönche wurden Träger von Theologie und Wissenschaft an den seit dem 12. Jahrhundert aufkommenden Universitäten. Sie übernahmen die Seelsorge in den Städten. Vom 13. bis ins 16. Jahrhundert waren sie der vorherrschende Mönchstyp im lateinischen Europa.

Die wichtigsten Bettelorden waren:

  1. Die Franziskaner. Bekannte Franziskaner sind: Bonaventura, Duns Scotus und Wilhelm von Ockham.
  2. Die Dominikaner. Sie wurden Träger von Inquisition und Ketzerverfolgung. Bekannte Dominikaner: Thomas von Aquin, Albertus Magnus und Meister Eckhart.

Neben diesen beiden Orden haben noch Bedeutung erlangt:

  1. Die Augustiner-Eremiten. Bekanntester Angehöriger dieses Ordens: Martin Luther
  2. Die Karmeliter; 1247 aus einem Einsiedlerorden zum Bettelorden gemacht

Nachgeschichte

Das Auftreten Martin Luthers bedeutete das Ende des tausendjährigen Zeitalters der Mönche, des Mittelalters. Luther überzeugte seine Zeitgenossen davon, daß das Mönchtum als „Streben nach selbsterwählter Heiligkeit“ im Widerspruch stehe zum Evangelium von der Gnade Gottes für alle Menschen. Bereits am 6. Januar 1522 löste sich seine deutsche Augustinerkongregation selbst auf. Weder die Kirche noch das Mönchtum haben es verstanden, die von Luther ausgelöste kirchenkritische Bewegung in „katholischer“ Weise sich zu eigen zu machen und wie im 13. Jahrhundert neue Kraft aus ihr zu ziehen.

Allerdings hat sich noch einmal ein neuer Orden gebildet: die „Gesellschaft Jesu“ (der Jesuitenorden, S.J. – Societas Jesu, 1540 durch Ignatius von Loyola gegründet) war die Antwort von Kirche und Mönchtum auf die lutherische deutsche Herausforderung. Anders aber als die Mendikanten dreihundert Jahre zuvor, haben die Jesuiten nicht die Fragen und Probleme ihrer unruhigen und kritischen Zeitgenossen aufgenommen, sondern sie bekämpft. Auf diese Weise verbannten sie vor allem auf Augustin zurückgehende wichtige Traditionsstränge des Christentums und machten den Katholizismus zur Konfession. Besonderheit der Jesuiten war das Gelübde des unbedingten Gehorsams gegenüber dem Papst. Sie wurden der wichtigste katholische Orden der Neuzeit.

Auch nach den Jesuiten hat es in der katholischen Kirche noch weitere kleinere Ordensgründungen gegeben, und selbst im evangelischen Bereich sind seit dem 19. und verstärkt im 20. Jahrhundert mönchsähnliche Gemeinschaften entstanden. Jedoch ist das Zeitalter des Mönchtums zu Ende.

Zitate

  • Ein ächter Mönch ist ein höchst ehrwürdiges Wesen: aber in den allermeisten Fällen ist die Kutte ein bloßer Maskenanzug, in welchem so wenig wie in dem auf der Maskerade ein wirklicher Mönch steckt.“ — Arthur Schopenhauer[5]

Siehe auch

Literatur

  • Anton Löhmer: Das Mönchstum – Geschichte und Spiritualität (Kirchliche Umschau, Nr. 11/2010, S. 24–28)
  • Otto Zöckler: Askese und Mönchtum. 2 Bde., Frankfurt am Main 1897
  • Eugen Drewermann: Kleriker. Psychogramm eines Ideals, Verlag Walter, Düsseldorf 2001, ISBN 978-3-530-70016-9 [900 S.; Erstausgabe: 1989]

Verweise

Fußnoten

  1. Hieraus abgeleitet wurde dann μοναχός, monachos.
  2. Man kann das ganz gut an der Frage der Bußdisziplin zeigen: im Hebräerbrief heißt es, daß es keine Vergebung geben könne für jemanden, der Christ geworden und danach wieder schwer gesündigt habe (Luther hat das einen „harten Knoten“ genannt und den Hebräerbrief deshalb nicht sehr geliebt), 50 Jahre später ließ der „Hirte des Hermas“ eine einmalige Buße und Reue zu, im Jahre 200 war in der römischen Großkirche praktisch und theoretisch jede zahlenmäßige Begrenzung aufgehoben (Kirchenvater Tertullian protestiert vergeblich).
  3. Nicht umsonst fanden Weltuntergangspropheten zu allen Zeiten die Vorhersagen der Apokalypse erfüllt.
  4. In Norditalien breitete sich die Armutsbewegung der Patania aus, dort und in Rom wirkte Arnold von Brescia, Katharer (von ihnen leitet sich das deutsche Wort „Ketzer“ ab) waren besonders zahlreich in Südosteuropa und Südfrankreich, Waldenser in Norditalien, Südfrankreich, Süddeutschland und Lothringen. Der Abt Joachim von Fiore übte mit seinen von der Kirche verurteilten Spekulationen großen Einfluß aus, Amalrikaner, Brüder und Schwestern des freien Geistes, Beginen und Begarden, Apostelbrüder und die sogenannte Sekte von Schwäbisch Hall waren weitere mehr oder weniger ketzerische Gruppen.
  5. Parerga und Paralipomena II, Kapitel 14: Nachträge zur Lehre von der Bejahung und Verneinung des Willens zum Leben, § 168


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