Bischofswarth
Bischofswarth ist ein Ort in Südmähren, Sudetenland.
Geschichte
Die erste Erwähnung des Flurnamens erfolgte im Liechtensteinischen Urbar von 1414. Der Namensteil „warth“ steht für einen erhöhten Punkt im Gelände, den Wartberg. Bei Bischofswarth handelte es sich um eine Grenzgründung des Bischofs von Passau: Der Grenzbach (Grenze zwischen Österreich und Mähren) bildete zwischen Voitelsbrunn und der Thaya ein ausgedehntes unwegsames Sumpfgebiet. Nur südlich vom heutigen Bischofswarth bildeten die Ufer eine Enge, eine Furt, einen möglichen Übergang, d.h. ursprünglich eine Warthe für die Wildschweinjagd der Bischöfe von Passau.
Um 1570 wurde Bischofswarth am südlichen Abhang, zur mährischen Grenze, wahrscheinlich anstelle der im 15. Jahrhundert verödeten Dörfer Allach und Königsbrunn als neu gegründetes Dorf erwähnt. Es wurde von den Liechtensteinern vornehmlich mit Kroaten besiedelt.
Gleichzeitig entstanden die zwei Siedlungen - die späteren Dörfer Unter- und Oberthemenau. Die neuen kroatischen Siedler der Orte wurden im Lauf der Zeit durch slowakische Zuwanderer assimiliert. Dadurch wurde die kroatische Bevölkerung kaum mehr als solche angesehen.
Bischofswarth war bis 1919 ein Bestandteil des Erzherzogtums Österreich unter der Enns bzw. von Niederösterreich. Es wurde nach dem Ende des Ersten Weltkriegs und der Habsburger-Monarchie von tschechischem Militär besetzt und nach dem Versailler Diktat dem neugegründeten Kunststaat Tschechoslowakei zugesprochen. Bis 1938 gehörte Bischofswarth politisch zum Bezirk Göding und war Teil des Gerichtsbezirks Lundenburg. 1938 wurde es im Zuge des Anschlusses an das Deutsche Reich dem Kreis Nikolsburg zugewiesen.
Siegel
Das Ortssiegel ist seit dem letzten Viertel des 16. Jahrhunderts bekannt. Es zeigt ein einfaches Barockschild, in dessen Fuß ein Herz steht, aus dem ein junges Bäumchen sprießt. Aus dem Bäumchen wachsen drei Zweige, die je eine Apfelblüte tragen. Das Bäumchen ist mit einem Flugeisen belegt, welches für die Landwirtschaft steht.
Einwohnerentwicklung
Volkszählung | Einwohner gesamt | Volkszugehörigkeit der Einwohner | ||||
---|---|---|---|---|---|---|
Jahr | Deutsche | Tschechen | Andere (Kroaten) | |||
1793 | - | – | – | - | ||
1836 | 732 | – | – | – | ||
1869 | 753 | 0 | 640 | 113 | ||
1880 | 871 | 36 | 828 | 7 | ||
1890 | 981 | 28 | 947 | 6 | ||
1900 | 1005 | 5 | 990 | 10 | ||
1910 | 1219 | 152 | 1066 | 1 | ||
1921 | 1313 | 10 | 1296 | 6 | ||
1930 | 1425 | 13 | 1403 | 9 | ||
1939 | 1431 | – | – | – | ||
2010 | 1310 | – | – | – | ||
2013 | 1284 | – | – | – | ||
Quelle: 1793, 1836, 1850 aus: Frodl, Blaschka: Südmähren von A-Z. 2006 |