Die Blauen Bücher

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Die Blauen Bücher sind Kunstbücher bzw. Fotobildbänder, die der Verlag Langewiesche seit 1907 herausbrachte. Ab 1909 verwendete der Verlag die Markenbezeichnung „Die Blauen Bücher“, nachdem diese Bücher schon seit 1902 mit blauen Schutzumschlägen ausgestattet waren, auf die – 1902 ein Novum in der Branche – Werbetexte aufgedruckt waren. Karl Köster prägte das Erscheinungsbild dieser populären Reihe durch eine klassisch, gediegene Gestaltung, die einen gehobenen Anspruch vermittelte und den Zielen des Deutschen Werkbundes entsprach.

Geschichte

„Die Blauen Bücher“ gibt es seit dem 5. Mai 1902 im Verlag von Karl Robert Langewiesche, bis 1913 in Düsseldorf, seitdem bis heute in Königsteinim Taunus.

Zwar hatten die Bücher des Verlages von Anfang an dunkelblaue Schutzumschläge, diese Farbe wurde aber erst 1908 auch zum begrifflichen Markenzeichen: Zunächst nur in den Werbedrucksachen des Verlages, ab 1911 erschien der Begriff „Die Blauen Bücher“ endlich auch auf den Büchern selbst (wenn auch nur auf dem Schutzumschlag). Damit führte Langewiesche als erster in Deutschland eine Farbe als Markenzeichen für Bücher ein. Übrigens war er auch der erste, der Werbesprüche auf seine Schutzumschläge druckte.

Das Prinzip der Reihe war die konzentrierte Information für den eiligen, „modernen“ Menschen, und zwar zum Niedrigpreis bei höchster buchgewerblicher Qualität. Zunächst erschienen Textbände im „Oktav-Format“ mit charakteristischen Textpassagen oder Kurztexten aus den Werken bekannter Schriftsteller und „Denker“ wie Thomas Carlyle, Martin Luther, Maurice Maeterlinck, Eduard Mörike, Friedrich Naumann oder John Ruskin.

Ab 1907 erschienen daneben im „großen Lexikonformat“ Bildbände, mit deren Machart Karl Robert Langewiesche einen neuen Buchtyp erfunden hatte: Eine freie Folge schöner und zugleich informativer Bilder wird umrahmt von einer kurzen Einführung sowie nötigenfalls Detail-Erläuterungen zu den Bildern im Anhang aus der Feder eines bekannten Fachgelehrten. Dieses Prinzip der Buchreihe wurde erst ab den 1970er Jahren durchbrochen zugunsten ausführlicherer Texte.

Langewiesche gab jährlich nur zwei bis acht Neuerscheinungen heraus – Motto: „Ablehnung jeder Schnellerzeugung“ –, diese erschienen aber stets in (für damalige Verhältnisse) sehr hohen Auflagen von bis zu 50.000 Exemplaren, die dennoch dank Langewiesches ausgeklügelter Vertriebswerbung oft schon nach wenigen Wochen ausverkauft waren.

Am erfolgreichsten und im Bewußtsein einer breiten Öffentlichkeit verankert waren die Blauen Bücher zwei Generationen lang, bis etwa 1960. War der Gründer Karl Robert Langewiesche – besonders nach einem Gespräch 1910 mit dem Kunstgeschichts-Professor Wilhelm Pinder – von dem Wunsch beseelt, seiner Nation mit seiner Arbeit „dienen zu dürfen“.

Sein 100-jähriges Bestehen betrachtete der Verlag im Mai/Juni 2002 nicht unkritisch anhand von über 270 Exponaten im Düsseldorfer Stadtmuseum mit einer Foyer-Ausstellung.

Schriften (Auswahl)

  • Tore/Türme und Brunnen. Aus vier Jahrhunderten deutscher Vergangenheit, Verlag Langewiesche, Königstein im Taunus & Leipzig 1924
  • Große Bürgerbauten. Aus vier Jahrhunderten deutscher Vergangenheit, Verlag Langewiesche, Königstein im Taunus & Leipzig 1925
  • Deutsche Dome des Mittelalters, Verlag Langewiesche, Königstein im Taunus & Leipzig 1925
  • Deutsche Burgen und feste Schlösser, Verlag Langewiesche, Königstein im Taunus & Leipzig 1925
  • Deutsche Burgen und feste Schlösser, Verlag Langewiesche, Königstein im Taunus & Leipzig 1925
  • Innenräume deutscher Vergangenheit, Verlag Langewiesche, Königstein im Taunus & Leipzig 1925
  • Deutscher Barock. Die Baumeister des 18. Jahrhunderts, Verlag Langewiesche, Königstein im Taunus & Leipzig 1925
  • Maria im Rosenhag. Madonnenbilder alter Meister, Verlag Langewiesche, Königstein im Taunus & Leipzig 1925
  • Bildnisse aus drei Jahrhunderten, Verlag Langewiesche, Königstein im Taunus & Leipzig 1925
  • Deutsche Holzschnitte bis zum Ende des 16. Jahrhunderts, Verlag Langewiesche, Königstein im Taunus & Leipzig 1925
  • Bauten der Gemeinschaft. Aus Deutscher Gegenwart, Verlag Langewiesche, Königstein im Taunus & Leipzig 1929
  • Siegfried Scharfe (Hg.): Deutschland über Alles. Ehrenmale des Weltkrieges, Verlag Langewiesche, Leipzig 1940