Dnjepropetrowsk
Staat: | Ukraine |
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Oblast: | Dnjepropetrowsk |
Einwohner (2014): | 993.094 |
Postleitzahl: | 49.000-49.489 |
Telefon-Vorwahl: | 00380-0562 vor sechsstelligen Nummern, 00380-056 vor siebenstelligen Nummern |
Kfz-Kennzeichen: | AE/04 oder KE/04 |
Koordinaten: | 48° 28′ N, 35° 10′ O |
Dnjepropetrowsk (ukr: Dnipropetrowsk) am Fluß Dnjepr ist der Verwaltungssitz des gleichnamigen Oblast und nach Kiew, Charkow und Odessa die viertgrößte Stadt der Ukraine.[1]
Inhaltsverzeichnis
Geschichte
Das Gebiet war lange Zeit durch die Saporoger Kosaken besiedelt, deren Staat 1775 beseitigt wurde. 1776 wurde das erste Jekaterinoslaw als Provinzhauptstadt der Asowschen Provinz gegründet. Hier am Fluß Kilchen kam es aber in sumpfiger Umgebung häufig zu Überschwemmungen. 1784 wurde das zweite Jekaterinoslaw am Dnjepr gegründet. Zwischen 1796 und 1802 erhielt die Stadt den Namen Noworossijsk (dt: Neurußland). 1820 wurde hierher Alexander Puschkin verbannt. Ab 1852 gab es eine Evangelisch-Lutherische Kirche in der Stadt.
Die ab 1873 gebaute Bahnstrecke mit der in den 1880er Jahren fertiggestellten Eisenbahnbrücke verband die Kohle des Donezbeckens (Donbass) mit dem Eisenerz des Krywbass. Das Lok-Depot war das größte Bahnwerk der Region. Mit deutscher und französischer Beteiligung wurden einige Stahlwerke errichtet. Zwischen 1914 und 1932 wurde eine zweite Eisenbahnbrücke über den Dnjepr gebaut. Im Jahr 1926 wurde die Stadt zu Ehren des Kommunistenführers Grigori Petrowski umbenannt in Dnepropetrowsk. Ende August, Anfang September 1941 wurde die Stadt durch die deutsche Wehrmacht gesichert. Rudolf Klosterman war Städtischer Kommissar, die Stadt wurde dem Reichskommissariat Ukraine zugeteilt.
Ukraine-Krise
Zur Zeit der Ukraine-Krise wurde der Jude Igor Kolomoiski von den neuen, auf der Seite der NATO, EU und Vereinigten Staaten von Amerika kämpfenden Kiewer Behörden zum Gouverneur in Dnjepropetrowsk ernannt, allerdings wurde er bereits im März 2015 wieder von diesem Amt entbunden. Er gründete seinen eigenen englischsprachigen Fernsehsender.
Einwohnerzahl
Jahr | Einwohner |
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1910 | 252.000 |
1939 | 501.000 |
Historische Postkarten von Jekaterinoslaw
Bekannte, in Dnjepropetrowsk geborene Personen
- Bekannte, jüdische Personen
- Julia Timoschenko ( 1969), jüdische Oligarchin und Politikerin
- Igor Kolomoiski ( 1963), jüdischer Oligarch, Multimilliardär und Politiker
Siehe auch
Literatur
- Adrian Wettstein: Operation „Barbarossa“ und Stadtkampf. In: MGZ. Heft 66, S. 21–44. 2007 (am Beispiel Dnjepropetrowsk)
- Adrian Wettstein: „Dieser unheimliche, grausame Krieg“ – Die Wehrmacht im Stadtkampf 1939–1942. 2010