Farage, Nigel

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Nigel Farage, Ex-Vorsitzender der United Kingdom Independence Party (UKIP)

Nigel Paul Farage (Lebensrune.png 3. April 1964 in Farnborough, Vereinigtes Königreich) ist ein britischer Politiker, Mitglied des EU-Parlaments und Brexit-Befürworter. Er war Vorsitzender der United Kingdom Independence Party (UKIP) und ist Mitbegründer der Brexit-Partei.

Werdegang

Nigel Paul Farages Vater Guy Oscar Justus Farage, ein Börsenmakler, verließ die Familie, als Farage fünf Jahre alt war. Seine Mutter Barbara zog Farage und seinen jüngeren Bruder Andrew in einem oberen Mittelklasse-Umfeld auf. Seine Schulbildung erhielt Farage am Dulwich College in Südlondon.

Wirken

Nach seinem Schulabschluß begann Farage 1982 als Händler in der Londoner City, dem Börsen- und Finanzzentrum Großbritanniens, zu arbeiten. Er war dort für britische, französische und amerikanische Unternehmen auf dem Warenbörsesektor, vor allem der Londoner Metallbörse, tätig.[1] Mit Anfang 20 wurde Farage dann mit mehreren privaten Unglücken und Krankheiten konfrontiert. So wurde er auf dem Heimweg von einem Pubbesuch von einem Auto angefahren und erlitt dabei schwere Verletzungen. Bald nach seiner Genesung von dem Unfall wurde bei ihm Hodenkrebs diagnostiziert, den er aber vollständig überwinden konnte (siehe auch → Germanische Neue Medizin).

Politisch schloss sich Farage zunächst der Konservativen Partei (Tories) an, stand aber der Politik von Parteichef John Major kritisch gegenüber. Er lehnte insbesondere dessen Unterstützung des Vertrags von Maastricht zur Gründung der Europäischen Union (EU) vehement ab und verließ aus diesem Grund die Partei, um 1991 mit Gleichgesinnten die parteienübergreifende Organisation Anti-Federalist League zu gründen. Aus der Anti-Federalist League ging 1993 die von Farage mitgegründete UK Independence Party (UKIP) hervor, die sich für einen EU-Austritt Großbritanniens einsetzte.

An den Wahlurnen hatte die UKIP zunächst wenig Erfolg; bei den britischen Unterhauswahlen 1997 stand sie im Schatten der ebenfalls europakritischen Referendum Party des Multimillionärs Sir James Michael Goldsmith, die ein Referendum über den möglichen Austritt des Landes aus der EU forderte. Bei den Europawahlen 1999 konnte Farage, der 1998 Chairman (vergleichbar einem Generalsekretär) der UKIP geworden war, mit seiner Partei dann einen ersten Wahlerfolg feiern. Er selbst gehörte zu den drei UKIP-Mitgliedern, die – nicht zuletzt dank der Einführung des Verhältniswahlrechts für die Europawahlen – in das Brüsseler Parlament einzogen. Im Europaparlament (EP) wurde Farage stellvertretender Vorsitzender der europakritischen Fraktion Europa der Demokratien und der Unterschiede (EDD).

Innerhalb der UKIP übernahm Farage 1999 den Vorsitz für Südostengland. Im Folgejahr wurde er Landessprecher der Partei. 2002 bis 2004 agierte Farage zudem als Vorsitzender des Europawahlkomitees. Die UKIP konnte ihre Mandatszahl im EP bei der Wahl 2004 auf zwölf erhöhen und schloss sich der neu formierten Fraktion Unabhängigkeit/Demokratie (Ind/Dem) an, deren Führung der wiedergewählte Farage zusammen mit der Dänin Hanne Dahl übernahm.

Von 2006 bis 2009 übte Farage den Vorsitz der Partei aus und hatte den Vorsitz nach einer Unterbrechung wiederum von 2010 bis 2016 inne.

Farage ist seit 1999 Mitglied des EU-Parlaments, wo er einer der beiden Vorsitzenden der Fraktion Europa der Freiheit und der Demokratie ist.

Im März 2010 mußte Farage ein Bußgeld von ca. 3000 Euro zahlen, weil er dem EU-Ratspräsidenten Herman van Rompuy ein „Charisma eines feuchten Lappens“ zugeschrieben hatte, ihn als einen stillen Mörder der europäischen Demokratie porträtiert und Belgien als „so ziemlich ein Nicht-Land“ bezeichnet hatte.

„Wer sind Sie? Ich kenne Sie nicht. Niemand kennt Sie“, damit meinte Farage den 62jährigen belgischen EU-Ratspräsidenten.
Well, I’m afraid what we got was you … the question I want to ask is: who are you? I’d never heard of you – nobody in Europe had ever heard of you.
I can speak on behalf of the majority of British people in saying that we don’t know you, we don’t want you and the sooner you are put out to grass, the better.

Am 6. Mai 2010 wurde Farage (kurz vor den britischen Parlamentswahlen) beim Absturz eines Kleinflugzeugs mit einem UKIP-Werbebanner verletzt.[2][3]

Wahlen

Bei den Kommunalwahlen im Mai 2013 gaben 25 Prozent der Wähler der UKIP ihre Stimme.[4] Auf nationaler Ebene wird die Partei durch das geltende Mehrheitswahlrecht stark „behindert“. Es sei eine feste Verankerung derselben auf kommunaler Ebene nötig.[5]

Bei der EU-Wahl am 25. Mai 2014 wurde die UKIP mit 27,5 % stärkste Partei im Vereinigten Königreich.

Bei den britischen Unterhauswahlen im Mai 2015 wurde die UKIP zwar drittstärkste Kraft, konnte allerdings aufgrund des Mehrheitswahlsystems die Anzahl ihrer Mandate nicht erhöhen, weshalb die Partei weiterhin nur über ein einziges Mandat im Unterhaus verfügt. Parteivorsitzender Nigel Farage hatte ursprünglich angekündigt, vom Parteivorsitz zurücktreten, sollte es ihm nicht gelingen, seinen Wahlkreis bei der Unterhauswahl zu gewinnen. Allerdings trat er kurz nach seinem Rücktritt vom Rücktritt zurück, weil der Parteivorstand sein Rücktrittsangebot abgelehnt hatte.[6]

Am 4. Juli 2016 kündigte Nigel Farage abermals seinen Rücktritt vom Parteivorsitz der UKIP an. Er wolle nach der erfolgreichen Volksabstimmung zum Brexit 2016 künftig in verantwortlicher Position die Austrittsverhandlungen Großbritanniens aus der EU begleiten. Auf einem Parteitag in Bournemouth Mitte September 2016 trat die Europaabgeordnete Diane James die Nachfolge im Parteivorsitz an.[7]

Positionen

Antideutsche Töne

Farage polemisierte im Jahr 2011 in einem Redebeitrag vor dem EU-Parlament, Deutschland (er meinte die BRD) sei wegen einer verfehlten Politik der EU der neue Herr Europas geworden. Diesen Zustand deutscher Vorherrschaft hätte das Projekt Europa gerade verhindern sollen. Viele, die früher gelebt hätten, hätten einen hohen Preis in Blut bezahlt, damit dies nicht geschehe.[8] Ähnliche Positionen äußerte Farage in mehreren Interviews, die er der Wochenzeitung Junge Freiheit gab. In jedem dort getätigten Interview äußerte er sich positiv über Churchills Politik, die glücklicherweise Hitler erledigt habe, ohne die daraus resultierenden katastrophalen Folgen zu erwähnen, die diese für Briten, Amerikaner und andere Europäer hatte und noch immer hat. Farage ist ein ausgesprochener Verehrer des englischen Jahrhundertverbrechers Winston Churchill.[9]

Familie

In erster Ehe war Farage bis 1997 mit der Krankenschwester Grainne Hayes verheiratet, mit der er zwei Söhne (Samuel und Thomas) hat. 1999 heiratete er die aus Deutschland stammende Kirsten Mehr. Aus dieser Ehe gingen zwei Töchter (Victoria und Isabelle) hervor.

Zitate

  • „Präsident von Europa – endlich ist es soweit. Man hat uns gesagt, der Präsident werde ein große weltpolitische Persönlichkeit sein: ein politischer Führer für fünfhundert Millionen Menschen; der Mann, der uns alle auf der Weltbühne repräsentieren werde; der Mann, dessen Job so wichtig sei, daß er natürlich besser bezahlt als der Präsident Obama ist. Nun, ich fürchte, wir haben jetzt Sie. Und entschuldigen Sie, aber nach Ihrer Vorstellung von vorhin... Ich möchte nicht unhöflich sein, aber wissen Sie, Sie haben wirklich das Charisma eines feuchten Lappens und das Auftreten eines kleinen Bankangestellten.“ — Rede im EU-Parlament am 24. Februar 2010
  • „Es gibt keinen Notfallplan, um Ländern wie Griechenland, Spanien und Portugal zu helfen, die an einen Punkt kommen werden, und diese Währungsunion verlassen müssen. (...) Wieviel müssen diese Länder im Zuge des Euro-Traums leiden? Wie viele Arbeitslose wird es geben müssen, welche Stufe von ziviler Unordnung ist akzeptabel, um eine Währung zusammenzuhalten, die nicht funktionieren kann? Und ich bin verwundert und frage mich, wie lange die Deutschen noch diese enorme Rechnung bezahlen wollen?“ — Rede im EU-Parlament am 23. Juni 2010
  • Dreiviertel unserer Gesetze werden anderswo gemacht. Die meisten von uns sagen: Wir wollen unser Land zurück. Wir wollen mit Europa Handel treiben, freundschafliche Beziehungen führen, aber nicht von Brüssler Institutionen regiert werden.“ — Interview bei EuroNews vom 3. Mai 2013

Filmbeitrag

Nigel Farage harangues EU President Herman van Rompuy (24. Februar 2010)
Nigel Farage harangues EU President Herman van Rompuy (24. Februar 2010)
Nigel Farage: Eine Lektion in Demokratie (6. Mai 2009)
Interview mit Nigel Farage am 25.09.2010 in Berlin (Euro-Konferenz)
Nigel Farage in Aircrash on Election Day (6. Mai 2010)
Nigel Farage bei der Euro-Aktionskonferenz in Berlin (September 2010)
Nigel Farage, www.kla.tv (27. Dezember 2014)[10]

Verweise

Filmbeiträge

Fußnoten

  1. Farage arbeitete als Handelsmakler und war zwischen den frühen 1990er Jahren bis 2002 Inhaber eines eigenen Unternehmens in dieser Branche.
  2. alles-schallundrauch, 7. Mai 2010: Der Absturz von Nigel Farage
  3. kopp-verlag, 7. Mai 2010: Nigel Farage mit dem Flugzeug abgestürzt
  4. 147 Sitze, vor zwei Jahren (2011) waren es noch acht: ein Rekordergebnis für eine vierte Partei in Großbritannien.
  5. Großbritannien: EU-feindliche Partei hofft auf politisches Erdbeben bei Europawahlen 2014, Zuerst!
  6. Nigel Farage bleibt Ukip-Chef, Junge Freiheit, 11 Mai 2015
  7. Großbritannien – Diane James zur Ukip-Chefin gewählt, faz.net, 16. September 2016
  8. Filmaufzeichnung (2011), zwischen 0:45 und 1:15 [1]
  9. Winston Churchill bust set for Oval Office return by Donald Trump, The Telegraph, 24. November 2016 (englischsprachig)
  10. http://www.kla.tv/4939