Flak 18

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Pfeil 1 start metapedia.png Für die FlaK 41 siehe 8,8-cm-FlaK 41
Die deutsche Flugabwehrkanone FlaK 18

Die FlaK 18 (auch in den Modellvarianten FlaK 36, FlaK 37 und Flak 41) war eine deutsche 8,8-cm-Flugabwehrkanone der Luftwaffe im Zweiten Weltkrieg. Bekanntheit erlangte sie unter dem Namen FlaK 88 bzgl. ihres Kalibers 88 mm oder einfach als Acht-Acht. Sie wurde sowohl als Flugabwehrkanone als Teil der Flakartillerie wie auch als Geschütz gegen Bodenziele verwendet. Die FlaK 18 war eines der größten Symbole der militärischen Macht der Deutschen Wehrmacht und ist bis heute die bekannteste Kanone des Zweiten Weltkrieges.

Geschichte

Mannschaft und Flakhelfer an einer FlaK-Batterie in Feuerstellung
Flak-Regiment 42 am 22. August 1941 bei Krakau marschbereit für den Flakschutz zum Besuch Mussolinis im Führerhauptquartier Süd bei Wisniowa.

Entstehung

1916 fertigten Krupp und Rheinmetall 8cm und 8,8cm Kraftwagenflak (K-Flak) mit der geforderten Reichweite und erhöhten Geschoßgeschwindigkeit (Vo) an. Da das starke Mündungsfeuer schnell die Feuerstellungen verriet, mußten die Flak durch Plattformwagen mit Zugmaschine mobil sein. Am 8. Oktober 1916 wurde dann die Flak- von der Feldartillerie durch die Zusammenfassung in der Dienststelle des Generals der Luftstreitkräfte getrennt. Bis Kriegende 1918 wurden rund 80 Flak 8cm und 160 Stück 8,8cm hergestellt.

1928 ist das Erscheinungsjahr einer vollständig funktionsfähigen FlaK 18. Sie wurde entwickelt in einer Gemeinschaftsarbeit von deutschen Ingenieuren und der schwedischen Firma Bofors, nachdem das Versailler Diktat dem Deutschen Reich eine gleichberechtigte Rüstung untersagt hatte. Die Serienproduktion im Deutschen Reich erfolgte durch das Unternehmen Rheinmetall.

Die Flak 36 L/56 wird 1939 eingeführt. Das einteilige Rohr wird durch ein mehrteiliges Rohr ersetzt. So kann bei Verschleiß der anfälligere untere Teil getrennt getauscht werden um Material zu sparen. Das einteilige Rohr kann aber dennoch weiterverwendet werden. Die Kreuzlafette wird vergrößert. 1942 wird die Flak 41 mit der Kaliberlänge L/74 eingeführt. Ihre Durchschlagleistung betrug 147 mm bei 1500 m Entfernung im Gegensatz zu nur 98 mm der kürzeren L/56 Varianten.

Einsatz und Wirkung

Neben der Luftabwehr in Batterie- und Mehrfachbatteriestärke (vier bis 24 Geschütze) mit 4000 Granaten auf einen Flugzeugabschuß wurden Batterien gegen Erdziele in Rautenform positioniert, so daß mindestens drei Geschütze gleichzeitig ein Ziel bekämpfen konnten. Fronttruppen wurden ebenfalls durch Flakkampftrupps unterstützt. Sie bestanden oft aus nur einer acht acht, sonst aus einer 8,8 und zwei 2cm Flak. Die zwei 2cm dienten dabei auch zum Luftschutz der 8,8cm Flak, der im reinen Erdzielkampf die Zünderstellmaschine fehlte.

Die FlaK 18 erwies sich im Einsatz als Rückgrat der Wehrmacht; auf allen Kriegsschauplätzen war sie als Universalwaffe gefürchtet. Im Zweiten Weltkrieg wurde sie im Frankreichfeldzug 1940 erfolgreich gegen französische Bodeneinheiten (insbesondere Panzer Char B1) eingesetzt. Auch Erwin Rommel nutzte die FlaK 18 als Bodengeschütz und zerstörte in Abwehr der britischen Militäraktion Battleaxe einen Großteil der stark gepanzerten, britischen Infanteriepanzer Matilda[1].

Beim Unternehmen „Barbarossa“ wurde die Acht-Achter gegen die Sowjetpanzer T-34 eingesetzt. Aufgrund der ungeheuren Kampfkraft der 8,8-cm-Flugabwehrkanone wurde aus diesem Geschütz eine reine Panzerabwehrkanone entwickelt, die PaK 43.

Technische Daten

  • Länge in Feuerstellung: 7.620 mm
  • Breite: 2.305 mm
  • Höhe: 2.418 mm
  • Rohrlänge: 4.930 mm (L/56)
  • Kaliber: 88 mm
  • Masse in Feuerstellung: 5.000 kg
  • Masse in Transportstellung: 7.400 kg
    • inkl. Sd. Anh. 201 und Schutzschild
  • Rohrerhöhung: −3° bis +85°
  • Schwenkbereich: 360°
  • Mündungsgeschwindigkeit: 820 m/s (Sprenggranate)
  • Mündungsgeschwindigkeit: 795 m/s (Panzergranate)
  • Geschoßmasse: ca. 9,4 kg
  • maximale Schußweite: 14.860 m
  • maximale Schußhöhe: 10.600 m
  • prakt. Feuergeschwindigkeit: 15–20 Schuß/min.

Bildergalerie

Literatur

  • Anderson, Thomas: Gefürchtete Allzweckwaffe – Die „Acht-Acht“. In: Clausewitz. Heft 3. 2013. S. 62-66.
  • Müller, Werner: 8,8 cm FLAK im Einsatz Erster und Zweiter Weltkrieg. Waffen-Arsenal. Band 147. 1994.

Verweise

Fußnoten

  1. Die britische Armee hatte rund 100 Panzer Typ Matilda zur Verfügung. Zerstört wurden nach verschiedenen Angaben zwischen 60 und 74 Panzer → Operation Battleaxe