Flakhelfer

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Flakhelferinnen an einem Horchgerät bei der Reichsluftverteidigung im Westen, 1943

Als Flakhelfer bzw. Flakwaffenhelfer werden jene Jugendlichen bezeichnet, die in den letzten Jahren des Zweiten Weltkrieges (ab 1943) im Deutschen Reichsgebiet zum Einsatz in den Flakstellungen der Luftwaffe und der Kriegsmarine bei der Luftwehr im Rahmen der Reichsverteidigung herangezogen wurden. Die weitaus größte Gruppe stellten die amtlich als Luftwaffenhelfer (HJ), abgekürzt „LwH“, bzw. Marinehelfer (HJ) bezeichneten Oberschüler der Jahrgänge 1926 bis 1928.

Flakhelfer im militärischen Einsatz

Mit 8,8-cm-Flak ausgerüstete deutsche Flakbatterie während des Zweiten Weltkrieges (1943). Bei den weißen Ringen am Rohr handelt es sich um Abschußmarkierungen.

Auf den Zusatz (HJ) hatte die Reichsjugendführung bestanden, die auch bei den Flakhelfern noch HJ-Dienst durchführen wollte, was sich aber in der Realität des Einsatzes als nicht durchführbar erwies. Es wird geschätzt, daß etwa 200.000 Jugendliche auf diese Art Kriegshilfsdienst leisteten.

„Der Beginn unserer Tätigkeit war eher idyllisch. Ich war als Flugmelder eingeteilt und sah mit dem Fernrohr auf einem Stativ in den Himmel, studierte die Silhouette von München und unterhielt mich mit den verbliebenen Flaksoldaten, die ihren Dienst auch nicht allzu schwer nahmen.“Richard Mathias August Suchenwirth

Nach Ablauf von neun Monaten wurden sie zu Luftwaffenoberhelfern befördert. Viele erwarben Auszeichnungen wie Verwundetenabzeichen, Kriegsverdienstkreuz, EK 2 oder das Flak-Kampfabzeichen. Die Luftwaffenhelfer-Zeit endete mit der Einberufung zum Reichsarbeitsdienst.

In den Wirren der letzten Kriegsmonate wurden viele Flakhelfer zu Soldaten erklärt oder vom Volkssturm übernommen und kamen oft (sowohl im Osten, als auch im Westen) zum Erdeinsatz. Über ihre Verluste liegen nur Schätzungen vor. Kaum bekannt ist, daß es gegen Ende des Zweiten Weltkrieges auch noch andere Kriegshilfsdienste gab, zu denen Oberschüler herangezogen wurden. So gab es Verpflichtungen als Transporthelfer oder als Forschungshelfer.

Flakhelferinnen

Im August 1944 dienten bei der Flak-Artillerie der Luftwaffe 660.000 reguläre männliche Soldaten sowie 450.000 deutsche Frauen („Flakbehelfspersonal“). Die Scheinwerfer-Batterien der Flaks wurden meist von Frauen bedient, ab Mitte/Ende 1944 dienten auch Mädels (ehem. BDMler) und Frauen vereinzelt als Flakwaffenhelferinnen direkt am Flakgeschütz.

1945 wurden Flakhelferinnen Handfeuerwaffen zur Selbstverteidigung erlaubt. Im Februar 1945 wurden die Helferinnen der drei Wehrmachtteile (Heer, Luftwaffe, Kriegsmarine) im Wehrmachthelferinnenkorps zusammengefaßt. Den größten Umfang erreichte das Wehrmachthelferinnenkorps zur Jahreswende 1944/45. In dieser Zeit litten viele Helferinnen genau wie die Soldaten und die Zivilbevölkerung unter Tieffliegerangriffen, Bombardements, überstürzten Fluchtbewegungen, Hunger und kollabierender Infrastruktur.

Es ist unbekannt, wie viele Wehrmachthelferinnen in Ausübung ihres Dienstes fielen oder in Kriegsgefangenschaft gerieten.

Notabitur

Im Zweiten Weltkrieg wurde das Ablegen eines Kriegsabiturs insbesondere in den letzten beiden Kriegsjahren ermöglicht, da junge Deutsche sich schon mit 16 Jahren als Flakhelfer zum Dienst bei der Heimat-Flak zur Abwehr der Terrorflieger des Feindes freiwillig melden konnten. Der Schulunterricht fand oft in unmittelbarer Nähe der jeweiligen Geschützstellung statt.

Siehe auch

Bildergalerie

Literatur

  • Hans-Dietrich Nicolaisen:
    • Gruppenfeuer und Salventakt Schüler und Lehrlinge bei der Flak 1943–1945, Eigenverlag, Büsum 1993
    • Die Flakhelfer, Luftwaffenhelfer und Marinehelfer im Zweiten Weltkrieg, Verlag Ullstein GmbH, Berlin 1981
  • Rolf Schörken: Luftwaffenhelfer und Drittes Reich, 2. Auflage, Verlag Klett-Cotta, Stuttgart 1985