Freund Hein

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Der Ausdruck Freund Hein (oder Freund Hain; auch Gevatter He[a]in) ist seit dem Mittelalter Synonym für den Tod und wird in einem den Tode begrüßenden oder auch als in einem erlösend empfundenen Sinne verwendet. Der Tod erscheint dem Menschen in „Freund Hein“ als wohlwollendes, freundliches Wesen (als ein „guter Geselle“).

Erläuterung

Matthias Claudius führte dann diese Bezeichnung für den Tod in die deutsche Literatur ein, indem er den Ausdruck im ersten und zweiten Teil der „Sämtlichen Werke des Wandsbecker Boten“ (1775) in der „Erklärung der Kupfer und Zeichen“ für den dort dargestellten Tod gebrauchte. Claudius hat hierbei den Ausdruck vermutlich dem Volksmund entnommen, möglicherweise aber auch einer einzelnen Schrift. Auch Schubart verwendete nur wenig später den Ausdruck.

Hein ist eigentlich eine Abkürzung von Heine, einer Kurz- oder Koseform von Heinrich, die aber bereits im Mittelalter auch zur Bezeichnung des Teufels diente.[1]

Der Schriftsteller Wulf Sörensen veröffentlichte 1936 sein lyrisches Werk „Freund Hein“, von dem es hieß:

Eines der wenigen Bücher, die die Seele des Menschen in ihrer ganzen Tiefe zu erfassen vermögen und uns Bewußtsein über Leben und Tod hinaus geben. Bei Wulf Sörensen wird der Tod nicht als etwas Entsetzliches oder Fremdes gesehen, sondern eben als unser Freund Hein. So wie wir in der Lage sind, die Stimme der Ahnen zu hören, wenn wir nicht fremder Abstammung sind, blicken wir in die helle Erscheinung unseres Freundes, Hüters und Wandlers alles Lebendigen und Vollkommenen.

Illustrationen

Illustrationen von Moritz von Schwind zu Eduard Dullers „Freund Hein“:[2]

Literatur

  • Freund Hein. Grotesken und Phantasmagorieen von Eduard Duller. Mit Holzschnitten von Moritz von Schwind, Stuttgart - Hallberger, 1833 (Netzbuch Band 1)
  • Wulf Sörensen: Freund Hein, Nordland-Verlag, Nachdruck 1936 (1994), ISBN 3930471051

Fußnoten

  1. Vgl.: Hein, in: Deutsches Wörterbuch (Bd. 10, Sp. 885 bis 887) von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm
  2. Klassiker der Kunst, Band 9: „Moritz von Schwind“ herausgegeben von Otto Albert Weigmann, Stuttgart & Leipzig 1906 (PDF-Datei)