Gera

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Gera

Wappen von Gera
Staat: Deutsches Reich
Gau: Thüringen
Landkreis: Kreisfreie Stadt
Provinz: Reuß
Einwohner (2012): 95.384
Bevölkerungsdichte: 627 Ew. p. km²
Fläche: 152 km²
Höhe: 205 m ü. NN
Postleitzahl: 07545–07557
Telefon-Vorwahl: 0365, 036695
Kfz-Kennzeichen: G
Koordinaten: 50° 53′ N, 12° 5′ O
Gera befindet sich entweder unter Fremdherrschaft oder wird durch die BRD oder BRÖ staatsähnlich verwaltet.
Bundesland: Freistaat Thüringen

Gera ist eine kreisfreie Stadt im Osten Thüringens. Bis 1919 war sie die Landeshauptstadt des Fürstentums Reuß jüngerer Linie.

Lage

Gera liegt im Osten von Thüringen im Tal des Flusses Weiße Elster und ist fast vollständig vom Landkreis Greiz umschlossen; im Norden grenzt die Stadt an Sachsen-Anhalt. Auch die Grenze zu Sachsen ist nicht weit. An der südlichen Stadtgrenze (bei Wünschendorf) tritt der Fluß aus seinem engen Tal am östlichen Rand des Thüringer Schiefergebirges heraus und fließt in eine breite Tallandschaft, in der sich die Stadt Gera ausbreitet. Während der Westrand des Tales relativ steil abfällt, steigt der Ostrand allmählich an. Zudem werden die Randgebiete der Stadt im Westen sowie im Südosten des Stadtgebietes durch die Täler zahlreicher kleinerer Nebengewässer der Weißen Elster wie dem Gessenbach eingeschnitten.

Geschichte

Der Name Gera bezeichnete ursprünglich den Abschnitt des Elstertals, wo sich heute die Stadt befindet. Er entstand vermutlich schon vor der Völkerwanderungszeit. Im Jahre 995 wurde der Name Gera in einer Grenzbeschreibung erstmals erwähnt. 999 kam die provincia Gera in den Besitz des Stiftes Quedlinburg, dessen Äbtissin 1209 die Vögte von Weida als Verwalter des Gebietes einsetzte. Aus diesen entwickelte sich im Lauf der Jahrhunderte durch zahlreiche Erbteilungen das Fürstenhaus Reuß.

Nachdem im Zentrum des Gebietes Gera im 12. Jahrhundert eine Siedlung gleichen Namens entstanden war, erlangte diese im frühen 13. Jahrhundert (vor 1237) das Stadtrecht. Anfangs entwickelte sich die Stadt nur langsam. 1450 wurde sie im Sächsischen Bruderkrieg fast völlig zerstört.

Seit 1564 war Gera Residenzstadt der Linie der jüngeren Reuß. Diese Zeit bedeutete eine Blüte für Gera, in dem die Textilindustrie seit dem 15. Jahrhundert an Bedeutung gewonnen hatte. Unter dem Landesherrn Heinrich Posthumus Reuß nahm die Bedeutung der Stadt weiter zu. 1686 und 1780 wurde die Stadt durch Brände weitestgehend zerstört.

Im 19. Jahrhundert entwickelte sich Gera zu einem Industriezentrum. Im Jahre 1882 gründete Oscar Tietz mit dem Geld seines reichen Onkels Hermann den Laden, aus dem sich im Laufe der Jahre eine der erfolgreichsten Kaufhausketten entwickeln sollte – Hertie. Zehn Jahre später, 1892, nahm die Geraer Straßenbahn ihren Betrieb auf.

Zweiter Weltkrieg

Während des Zweiten Weltkrieges zerstörte am 6. April 1945 ein von alliierten Bombern ausgeführter schwerer Terrorangriff große Teile der Stadt.

Nachkriegszeit

Nach Kriegsende wurde die Stadt wie das übrige Thüringen zunächst VS-amerikanisch, dann aber bolschewistisch besetzt und war daher ab 1949 Bestandteil der DDR. 1952 wurde es Bezirkshauptstadt.

In der DDR-Zeit wurde Gera durch den Uranerzbergbau bei Ronneburg zur Großstadt und erreichte 1989 mit etwa 135.000 Menschen die höchste Einwohnerzahl ihrer Geschichte. Nach der sogenannten Wende sank die Einwohnerzahl rapide und liegt jetzt nur noch knapp unter 100.000.

Gera hat eine lange Tradition als Garnisonsstadt. 1905 bildeten die Verbände der beiden Reuß zusammen mit den Truppen des Fürstentums Schwarzburg-Rudolstadt das 7. thüringische Infanterieregiment Nr. 96. 1961 wurde in Gera das Pionierregiment 3 der NVA stationiert. 1991 wurde das Pionierbataillon 701 der Bundeswehr aufgestellt, das in der Pionierkaserne Gera-Hain stationiert ist.

In Gera findet seit 2003 Rock für Deutschland statt, ein volkstreues Rock-Festival.

Bekannte, in Gera geborene Personen

  • Kurt Günther (1896–1947), SA-Obergruppenführer und Politiker (NSDAP)
  • Erich Hampe (1889–1978), Offizier und Präsident der Bundesanstalt für zivilen Luftschutz, General der technischen Truppen
  • Paul Hundius (1889–1918), U-Boot-Kommandant des Ersten Weltkrieges, Namensgeber der U-Boot-Flottille „Hundius“
  • Otto Lummer (1860–1925), Physiker
  • Rudolf Pannier (1897–1978), SS-Standartenführer und Ritterkreuzträger des Zweiten Weltkrieges
  • Dietrich Peltz (1914–2001), Generalmajor und Ritterkreuzträger des Zweiten Weltkrieges
  • Rüdiger Pipkorn (1909–1945), Oberst, SS-Standartenführer und Träger des Deutschen Kreuzes in Gold
  • Fritz Polack (1892–1956), Generalleutnant und Ritterkreuzträger des Zweiten Weltkrieges
  • Rudi Reineck (1918–1942), Oberleutnant und Ritterkreuzträger des Zweiten Weltkrieges
  • Fritz Roske (1897–1956), Generalmajor und Ritterkreuzträger des Zweiten Weltkrieges
  • Thilo Sarrazin (geb. 1945), Volkswirt, Autor und Politiker (SPD)
  • Adolf von Seckendorff (1857–1941), General der Infanterie im Ersten Weltkrieg
  • Egon Stoll-Berberich (1913–1973), Hauptmann der Reserve und Ritterkreuzträger des Zweiten Weltkrieges
  • Wolfgang Tiefensee (geb. 1955), Politiker (SPD); Oberbürgermeister von Leipzig, Bundesminister
  • Marie Triebner (1899–?), Luftsport-Pionierin, erste deutsche Fallschirmspringerin
  • Heinz Wohlleben (1905–1972), Politiker (NSDAP) und DAF-Funktionär
  • Heinz Woock (1908–1995), Major und Ritterkreuzträger des Zweiten Weltkrieges

Verweise