Peltz, Dietrich

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Schwerterträger Oberst Peltz

Dietrich „Dieter“ Peltz (Lebensrune.png 9. Juni 1914 in Gera; Todesrune.png 10. August 2001 in München)[1] war ein deutscher Offizieranwärter der Reichswehr und Offizier der Luftwaffe und der jüngste General der Wehrmacht. Der Schwerterträger war 1944 mit 29 Jahren Generalmajor und Kommandierender General eines Fliegerkorps im Zweiten Weltkrieg. Als Flugzeugführer absolvierte er gut 320 Feindflüge, davon 130 als Kampfflieger an der Ostfront, 90 als Kampfflieger an der Westfront und 102 als Sturzkampfflieger beim Polen- und Westfeldzug 1940.

Leben

Hauptmann Dietrich Peltz
Dieter Peltz (links) und Hermann Hogeback

Jugend

Dietrich Peltz wurde am 9. Juni 1914 im thüringischen Gera als Sohn eines Fabrikdirektors geboren. Schon im Schulalter hatte er sich der Fliegerei verschrieben und bereits als Achtzehnjähriger besaß Dietrich Peltz den Privatflugzeugführerschein. Im Jahre 1933 machte er sein Abitur.

Drittes Reich

Im April 1934 trat er als Fahnenjunker der 1. Kompanie der Kraftfahrabteilung 5 der Reichswehr in Stuttgart-Cannstatt bei. Nach dem Besuch der Kriegsschule des Heeres in München wurde er 1935 zum 1. Offizierslehrgang der inzwischen offiziell entstandenen jungen deutschen Luftwaffe an der Kriegsschule Dresden kommandiert; eine militärfliegerische Ausbildung an der Flugzeugführerschule Salzwedel schloß sich an. Am 20. April 1936 erhielt der 21jährige Leutnant Peltz seine Versetzung zum Stuka-Geschwader 162 „Immelmann“ in Lübeck-Blankensee, 1937 wurde er Adjutant der 1. Gruppe dieses Geschwaders (1./162). Nach dem Beitritt Österreichs zum Deutschen Reich im März 1938 wurde die Stuka-Gruppe, zu der Oberleutnant Peltz gehörte, verlegt. Sie kam nach Graz, der Hauptstadt der Steiermark. Das 2. Stuka-Geschwader wurde in der Stuka-Fliegerei als „Grazer Gruppe“ bekannt.

Am 1. Mai 1939 wurde Oberleutnant Peltz zum Staffelkapitän der I./St.G. 76 (später in Stuka-Geschwader 3 umbenannt) berufen. Nur durch Zufall entging der junge Staffelkapitän mit seinen Flugzeugführern am 15. August 1939 der „Katastrophe von Neuhammer“, bei der im Rahmen einer Manöverübung unter den Augen einer größeren Anzahl Luftwaffengeneräle infolge Bodennebels innerhalb weniger Minuten dreizehn Ju 87 B am Boden zerschellten und 26 hoffnungsvolle junge Flieger ihr Leben verloren. Die erste Staffel hatte praktisch in letzter Sekunde vor dem verhängnisvollen Sturz der ihr vorausfliegenden zweiten und dritten Staffel des St.G. 76 über Funk eine Warnung erhalten, die sie vor dem Untergang bewahrte. Die Flugzeugführer der Führungskette, Gruppenkommandeur Hauptmann Walter Sigel und sein Adjutant Heinrich Eppen, konnten ihre Maschinen gerade noch über einer Waldschneise abfangen, während Eppens Ju 87 in den Baumkronen hängenblieb.

Zweiter Weltkrieg

Schwerterträger unter sich: Oberstleutnant Joachim „Jochen“ Helbig (Geschwaderkommodore Lehrgeschwader 1), Generalmajor Dietrich Peltz (Kommandierender General IX. Fliegerkorps) und Major Werner Baumbach (Inspizient der Kampfflieger)

Oberleutnant Peltz erlebte 1939 mit seiner Staffel im Polenfeldzug die erste kriegerische Bewährung. Die Zerstörung der wichtigen Eisenbahnknotenpunkte Miechow und Kamienna hatte nachhaltige Folgen für die weitere Widerstandskraft der polnischen Südarmee. Insgesamt flog Oberleutnant Peltz in Polen 45 Einsätze und wurde mit dem Eisernen Kreuz 2. und 1. Klasse ausgezeichnet. Auch im Westfeldzug während des Sommers 1940 bewährte sich Peltz als Führer seiner Stuka-Staffel und zeichnete sich immer wieder durch besondere Kaltblütigkeit und Treffsicherheit aus. Einmal holte er nach einem Luftkampf mit französischen Jägern einen schwerverwundeten Unteroffizier seiner Staffel mit dem Fieseler „Storch“ hinter den gegnerischen Linien ab, später machte er erste Bekanntschaft mit „Spitfire“-Maschinen der Royal Air Force im Raum Kalen und Dünkirchen. Insgesamt flog er während der Kämpfe im Westen 57 Einsätze und brachte es damit auf insgesamt 102 Feindflüge, ohne daß dabei Flugzeuge der 1./St.G. 3 verlorengingen.

Nach dem deutsch-französischen Waffenstillstand vom 22. Juni 1940 wurde Oberleutnant Peltz zur Umschulung auf den Mittelstreckenbomber Ju 88 nach Greifswald kommandiert und im August 1940 dem im Raum Reims-Laon stationierten Geschwaderstab des Kampfgeschwaders (KG) 77 zugeteilt. Es war die Zeit der „rollenden“ Englandeinsätze, von denen sich Hitler und Göring so viel versprochen hatten und die schließlich trotz vieler Erfolgsmeldungen für die Luftwaffe zu einem empfindlichen Aderlaß führten, von dem sie sich kaum wieder ganz erholen sollte. Beim Unternehmen „Adlerangriff“ wurden Peltz auch schwierige Einzelaufgaben übertragen, bei denen es für ihn und seine Besatzung (Oberfeldwebel Rauscher als Beobachter und Bombenschütze, Oberfeldwebel Schönherr als Funker und Feldwebel Klaar als MG-Schütze) darum ging, Tag und Nacht, auch bei schlechter Wetterlage, in niedriger Höhe und aus den Wolken stürzend Industriewerke, Flugplätze und Bahnanlagen zu bombardieren. Mitunter war die Rückkehr im Blindflug durchzuführen, dabei entwickelte Peltz u. a. ein neues taktisches Verfahren, das sich „Walfischjagd“ nannte, um sich britischen Jägern über den Wolken zu entziehen und dann überraschend erneut anzugreifen. Am 14. Oktober 1940 hatte sich Peltz zusammen mit Major Friedrich Kless, Kommandeur der II./KG 55, und Hauptmann Helmut Wick, Kommandeur der I./JG (Jagdgeschwader) 2 „Richthofen“, auf dem Gefechtsstand des Oberbefehlshabers der Luftwaffe, Reichsmarschall Göring, zu melden, um das ihm nach 130 Feindflügen verliehene Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes in Empfang zu nehmen.

Nach der Beförderung zum Hauptmann wurde Peltz im März 1941 mit der Führung der II. Gruppe des KG 77 betraut, an ihrer Spitze flog er weitere Englandeinsätze, bis er insgesamt 70 hinter sich hatte. Dann wurde seine Gruppe im Spätsommer 1941 nach Ostpreußen verlegt, um von hier aus das Vorgehen des Heeres im Nordabschnitt der Ostfront zu unterstützen. Angriffsziele waren Bahnhöfe an der Strecke MoskauLeningrad sowie Kanäle und Schleusenanlagen. Wieder beeindruckte Hauptmann Peltz die vorgesetzten Instanzen durch außerordentliche Erfolge bei Punktzielangriffen mit wenigen Maschinen, auch scheute er sich nicht, seine Besorgnis über wachsende Verlustquoten der Kampfflieger, insbesondere auch solcher mit noch friedensmäßiger Ausbildung, seinem Kommandierenden General vorzutragen. Dies hatte zur Folge, daß er vom Fronteinsatz abgezogen wurde, um für qualifizierte Ausbildungsaufgaben zur Verfügung zu stehen.

Am 31. Dezember 1941 wurde Hauptmann Peltz, der inzwischen 250 Feindflüge aufzuweisen hatte, als 46. Soldat der deutschen Wehrmacht mit dem Eichenlaub zum Ritterkreuz ausgezeichnet. Als Major übernahm er Anfang 1942 die Leitung der neu gegründeten Verbandsführerschule der Kampfflieger in Foggia/Italien. Es handelte sich um Kommandeurslehrgänge mit dem Ziel, einen fruchtbaren Erfahrungsaustausch zwischen den verschiedenen Frontverbänden durchzuführen, bisherige Verbandsführer auf ihre weitere Eignung zu überprüfen, Nachwuchs-Staffelkapitäne und -Gruppenkommandeure aufgrund aktueller Fronterfahrungen heranzubilden und sie in fliegerischer wie taktischer Hinsicht einheitlich auszurichten. Damit gewann der mit weitgehenden Vollmachten ausgestattete 27jährige Major Peltz maßgeblichen Einfluß auf die Besetzung entsprechender Führungspositionen in der Kampffliegerei, denn wer diese Schule nicht mit Erfolg durchlaufen hatte, konnte hinfort nicht mehr damit rechnen, Kommandeur eines Kampffliegerverbandes zu werden.

Nachdem die Verbandsführerschule im Sommer 1942 ins französische Tours verlegt worden war, entstand aus ihr unter Peltz’ Führung ein Spezialverband zur Bekämpfung gepanzerter Schiffsziele mit Raketenbomben: die I./KG 66. Praktisch eingesetzt wurde diese Kampffliegergruppe von Nordnorwegen aus gegen die alliierten Geleitzüge in Richtung Murmansk und sodann von Sardinien aus zur Bekämpfung der amerikanischen Invasionsflotte im Mittelmeer. Aus jener Zeit stammt eine Beurteilung des Majors Peltz durch das Luftwaffenpersonalamt, in der er als „tüchtiger, in der Sturzkampffliegerwaffe vollbewährter Offizier“ charakterisiert wurde, der „größte Begabungen in sich“ trage, dem entsprach die alsbaldige Beförderung zum Oberstleutnant Ende 1942, der schon in Kürze die nächste Beförderung zum Oberst im Generalstabsdienst folgte.

Als erster Offizier der jüngeren Fliegergeneration wurde Oberst Peltz nach Inspekteuren der Kampfflieger aus den Reihen der Ersten-Weltkrieg-Flieger zum „General der Kampfflieger“ ernannt, ihm traute man zu, daß er in dieser Dienststellung jahrelange Versäumnisse ausgleichen und der Kampffliegerei einen neuen Aufschwung bescheren könne.

Am 23. Juli 1943 wurde Peltz als 31. Soldaten der Wehrmacht das Eichenlaub mit Schwertern verliehen, außerdem wurde ihm die Leitung aller Luftkriegsoperationen gegen die Britischen Inseln unter der Bezeichnung „Angriffsführer England“ übertragen. Für diesen Einsatz, der von Adolf Hitler und Hermann Göring als Vergeltungsaktion für die verlustreichen britisch-amerikanischen Luftangriffe auf Hamburg im Juli/August 1943 gedacht war, bei denen durch rund 9.000 t Bomben 30.482 Menschen den Tod fanden und 277.330 Gebäude zertrümmert wurden, hatte Peltz alle erreichbaren Kräfte der Kampffliegerei zu mobilisieren, die im IX. Fliegerkorps zusammengefaßt wurden. Als dessen Kommandierender General wurde Oberst Peltz am 1. Mai 1944 zum Generalmajor befördert und war damit als Neunundzwanzigjähriger der jüngste General der Wehrmacht. Das mit den damals modernsten Maschinen ausgestattete Fliegerkorps von Generalmajor Peltz nahm am Neujahrstag 1945 auch an der Ardennenoffensive teil, wofür ihm auch noch das II. Jagdfliegerkorps unterstellt wurde. Am 1. März 1945 wurde ihm die Verantwortung für die gesamte „Reichsluftverteidigung“ übertragen.

Nachkriegszeit

Wie die meisten Berufssoldaten mußte er sich nach Kriegsende im Mai 1945 beruflich völlig neu orientieren und ging in die Privatwirtschaft.

Tod

Generalmajor a. D. Dietrich Peltz verstarb am 10. August 2001 in München.

Wehrmachtbericht

Über die Einsätze gegen England meldete der Wehrmachtbericht vom 26. Juni 1944 folgendes:

In der Nacht vom 24. zum 25. Juni wurden nach abschließenden Meldungen vier große feindliche Kriegsschiffe und ein Frachter durch Bombenangriffe schwer beschädigt. Ein seit langem im Kampf gegen England stehendes Fliegerkorps unter Führung von Generalmajor Peltz hat sich hierbei besonders ausgezeichnet.

Auszeichnungen (Auszug)

Beförderungen

Schriften (Auswahl)

  • Kampfflieger-Verbände – Eine Dokumentation. Kurzer geschichtlicher Überblick, Einsatzräume, Kampfhandlungen, Ausrüstung, Friedens- und Kriegsstandorte aller deutschen Kampfflieger-Verbände während des Zweiten Weltkrieges, herausgegeben von der Stiftung Luftwaffenehrenmal, Celle 1971

Verweise

Fußnoten

  1. Generalmajor Peltz, DietrichDas-Ritterkreuz.de
  2. Veit Scherzer: Die Ritterkreuzträger 1939–1945 Die Inhaber des Eisernen Kreuzes von Heer, Luftwaffe, Kriegsmarine, Waffen-SS, Volkssturm sowie mit Deutschland verbündete Streitkräfte nach den Unterlagen des Bundesarchivs, Scherzers Militaer-Verlag, Ranis/Jena 2007, S. 586, ISBN 978-3-938845-17-2