Ginnungagap

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Ginnungagap (altnord. gap ginnûnga „Kluft der Küfte“, „mit Kräften erfüllter Raum“, „gähnender Abgrund“, „Abgrund des Nichts“[1]) auch Himthusen genannt, ist in der nordischen Mythologie der leere Raum am Anfang des Weltgeschehens.

Erläuterung

In der Urzeit, noch vor der Schöpfung lag Ginnungagap zwischen dem südlich gelegenen glühenden Muspelheim und dem eisigen Niflheim im Norden.

„Urzeit war es, da Ymir hauste:
nicht war Sand noch See noch Salzwogen,
nicht Erde unten, noch oben Himmel,
Gähnung grundlos, doch Gras nirgend.”
- Lieder-Edda, Völuspá 3

In Ginnungagap schmolzen die vom Norden eindringenden Eisströme (Eliwagar) in der aus Muspelheim im Süden kommenden Glut. Im Aufeinandertreffen der Elemente entstanden der Riese Ymir und die Urkuh Audhumbla[2], wobei der Riese aus Tropfen entstand, die aus den Elivagar fuhren und zu diesem Geschöpf zusammenwuchsen[3].

Die drei Söhne von Bör - die Götter Wodan (nordgerm. Odin), Vili und We - töteten Ymir, legten ihn in die Kluft Ginnungagap und formten aus seinen Bestandteilen die Welt[4].

Siehe auch

Fußnoten

  1. Britta Verhagen: Die uralten Götter Europas. S. 84 unten, Grabert-Verlag, Tübingen 1999, ISBN 3-87847-168-8
  2. Vgl.: Gylfaginning, 5f.
  3. Wafthrudnirlied, 31
  4. Gylfaginning, 8
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