Falke, Gustav

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Gustav Falke (Lebensrune.png 11. Januar 1853 in Lübeck; Todesrune.png 8. Februar 1916 in Hamburg-Groß Borstel) war ein deutscher Schriftsteller.

Wirken

Falke besuchte das Realgymnasium in Lübeck und absolvierte ab 1868 in Hamburg eine Lehre als Buchhändler. Zuerst als Buchhändler tätig, studierte er später auch Musik. Er veröffentlichte dann nacheinander mehrere Gedichtbände, wie etwa „Mynheer der Tod“, „Tanz und Andacht“, „Harmlose Humoresken“ und „Neue Fahrt“. Um finanzielle Unterstützung zu erhalten, wandte er sich an die Schillerstiftung und erhielt des öfteren auch kleinere Geldbeträge. Diese wurden aber auch wegen seiner kranken Frau regelmäßig aufgebraucht, die finanziellen Erträge aus den literarischen Werken Falkes blieben hingegen gering. Seit 1890 war er mit Detlev von Liliencron befreundet. Eine Ehrenpension des Hamburger Senats ermöglichte ihm ab 1903 die Weiterarbeit. Im Jahre 1912 verfaßte er seine autobiographische Schrift „Die Stadt mit den goldenen Türmen“ (gemeint ist seine Heimatstadt Lübeck). Nach Ausbruch des Ersten Weltkrieges erschien der Gedichtband „Vaterland, heilig Land“, für den ihm im Jahre 1915 von Wilhelm II. der Rote Adlerorden verliehen wurde.


Lyrisches Selbstporträt:[1]

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Gedichte

Das Mohnfeld[2]
Es war einmal, ich weiß nicht wann
Und weiß nicht wo. Vielleicht ein Traum.
Ich trat aus einem schwarzen Tann
An einen stillen Wiesensaum.
Und auf der stillen Wiese stand
Rings Mohn bei Mohn und unbewegt,
Und war bis an den fernsten Rand
Der rote Teppich hingelegt.
Und auf dem roten Teppich lag,
Von tausend Blumen angeblickt,
Ein schöner, müder Sommertag,
Im ersten Schlummer eingenickt.
Ein Hase kam im Sprung. Erschreckt
Hat er sich tief ins Kraut geduckt,
Bis an die Löffel zugedeckt,
Nur einer hat herausgeguckt.
Kein Hauch. Kein Laut. Ein Vogelflug
Bewegte kaum die Abendluft.
Ich sah kaum, wie der Flügel schlug,
Ein schwarzer Strich im Dämmerduft.
Es war einmal, ich weiß nicht wo.
Ein Traum vielleicht. Lang ist es her.
Ich seh nur noch, und immer so,
Das stille, rote Blumenmeer.
Zwischen zwei Nächten[2]
Der Morgen steigt und glüht und steigt,
Und frohe Herzen beben;
Ein Tag, und überschauert schweigt
Das trunken reiche Leben.
Und zwischen Auf- und Niedergang.
Blutwellenheißes Schlagen,
Ein Hoffen tausend Leben lang,
Ein Schmerz und ein Entsagen.
Und ist’s nur einen Sonnenblitz,
Daß uns ein Glück bereitet,
Nur einen kurzen Sattelsitz,
Daß Freude uns begleitet.
Freiweg durchs Leben! Sprung und Sporn!
Und Schwert und Schlacht und Scherben,
Und Glück und Tück und Kranz und Dorn,
Und rauscht der Tod durchs reife Korn,
Ein Lächeln noch im Sterben.


Werke (Auswahl)

Gustav Falke - Die Stadt mit den goldenen Türmen.jpg
Gustav Falke - Das Büchlein Immergrün.jpg
  • Vaterland heilig Land. Kriegslieder, 1915 (Netzbuch)
  • Viel Feind, viel Ehr, 1915 (Netzbuch)
  • Ausgewählte Gedichte (PDF-Datei)
  • Unruhig steht die Sehnsucht auf; eine Auswahl aus den Werken von Gustav Falke (PDF-Datei)
  • Mynheer der Tod und andere Gedichte (PDF-Datei)
  • Frohe Fracht: Neue Gedichte (PDF-Datei)
  • Tanz und Andacht: Gedichte aus Tag und Traum (PDF-Datei) Für Nicht-VSA-Bewohner nur mit US-Proxy abrufbar!
  • Neue Fahrt, Gedichte (PDF-Datei) Für Nicht-VSA-Bewohner nur mit US-Proxy abrufbar!
  • Mit dem Leben, neue Gedichte (PDF-Datei) Für Nicht-VSA-Bewohner nur mit US-Proxy abrufbar!
  • Zwischen zwei Nächten, Gedichte (PDF-Datei) Für Nicht-VSA-Bewohner nur mit US-Proxy abrufbar!
  • Das Leben lebt, letzte Gedichte mit dem Zyklus „Vaterland, heilig Land“ (PDF-Datei)
  • Das Büchlein Immergrün, eine Auswahl deutscher Lyrik für junge Mädchen (PDF-Datei) Für Nicht-VSA-Bewohner nur mit US-Proxy abrufbar!

Einzelne Gedichte

Literatur

  • Ernst Ludwig Schellenberg: Gustav Falke, eine Studie, 1908 (PDF-Datei) Für Nicht-VSA-Bewohner nur mit US-Proxy abrufbar!
  • Meier Spanier: Gustav Falke als Lyriker – Eine Einführung, 1907 (PDF-Datei) Für Nicht-VSA-Bewohner nur mit US-Proxy abrufbar!
  • Zehn lyrische Selbstporträts. Ferdinand von Saar, Felix Dahn, Johannes Trojan, Martin Greif, Ernst von Wildenbruch, Detlev von Liliencron, Gustav Falke, Arno Holz, Richard Dehmel, Otto Julius Bierbaum, Dietrich’sche Verlagsbuchhandlung, Leipzig o. J. (um 1900) (Bestellmöglichkeit des Ausdrucks)
  • Heinrich Spiero: Gustav Falke – Ein Lebensbild, 1928

Verweise

Fußnoten

  1. Zehn lyrische Selbstporträts. Hrsg. von Theodor Weicher, Dieterich, Leipzig 1906 (Netzbuch und einzelne Seiten als PDF-Dateien speicherbar) Für Nicht-VSA-Bewohner nur mit US-Proxy abrufbar!
  2. 2,0 2,1 Aus „Zwischen zwei Nächten“, Erstdruck: Stuttgart (Cotta) 1894 (PDF-Datei) Für Nicht-VSA-Bewohner nur mit US-Proxy abrufbar!