Broder, Henryk Modest

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Henryk Marcin Broder

Henryk Modest Broder, eigentlich Henryk Marcin Broder (Lebensrune.png 20. August 1946 in Kattowitz, Oberschlesien) ist ein in der BRD und Palästina lebender, als Literat, Journalist und Schriftsteller agierender Jude.

Werdegang

Henryk M. Broder wurde am 20. August 1946 in Kattowitz geboren.[1] 1958 kam er mit den Eltern in die Bundesrepublik Deutschland. 1981 verlegte er seinen Wohnsitz nach Israel und lebt heute in Berlin und Jerusalem. Er besitzt die bundesdeutsche und die israelische Staatsbürgerschaft. Broder studierte erfolglos Jura und Volkswirtschaft in Köln.

Wirken

In Deutschland wie in Israel machte sich Henryk M. Broder als freier Schriftsteller und kritischer Journalist einen Namen. Der später als „berühmtester Polemiker unter Deutschlands Journalisten“ (so die WELT, 23. Februar 2002) apostrophierte Broder begann Ende der 1960er Jahre in Hamburg publizistisch zu arbeiten, wo er u. a. für die „St. Pauli-Nachrichten“, in den 1970er Jahren auch für das Satiremagazin „Pardon“ schrieb. Er wurde Mitarbeiter zahlreicher Lizenz-Blätter („Die Zeit“, „Der Spiegel“, „profil“ usw.) und hielt, so die „Süddeutsche Zeitung“, „das schlechte Gewissen der Deutschen wach“. Vor allem wandte er sich gegen linken Antizionismus, der für ihn nur die „Variante des traditionellen Rassismus“ war. Weil er „die Nase voll“ davon hatte, sich „mit linken Antisemiten herumzuschlagen“, ging er 1981 nach Israel.

Auch nach seinem zeitweiligen Umzug nach Israel schrieb er regelmäßig für etablierte Zeitungen und Zeitschriften (bspw. „Weltwoche“, „Der Tagesspiegel“) in der BRD. Darüber hinaus brachte er Bücher heraus, in denen er sich vorwiegend mit Themen wie der deutschen Vergangenheitsbewältigung, dem Nahostkonflikt und Israel, der deutschen Linken (vor allem im Zusammenhang mit dem Vorwurf des Antiamerikanismus und des Antizionismus, vorübergehend auch mit der Teilvereinigung) sowie dem Islamismus, in der Öffentlichkeit produzierte.

Kennzeichnend für seine journalistische Herangehensweise ist einerseits die Ausnutzung seines jüdischen Status, mit dem er scheinbar provokante, „politisch inkorrekt“ gestellte Fragen für seine journalistische Karriere ummünzt, um auf der anderen Seite letztendlich immer wieder einen unzweifelhaft antideutschen Standpunkt einzunehmen und aggressiv zu propagieren. Broder ist Mitherausgeber des „Jüdischen Kalenders“, einer jährlich erscheinenden Text- und Zitatensammlung aus dem im deutschen Sprachraum vertretenen Judentum.

1986 kam sein Buch „Der ewige Antisemit. Über Sinn und Funktion eines beständigen Gefühls“ heraus. Er sieht im Antisemitismus eine „anthropologische Grundkonstante“, vergleichbar dem „Bedürfnis nach Sexualität“. In den 1990er Jahren kam er – wenigstens vorgeblich – zu einer moderateren Haltung den Deutschen gegenüber („Erbarmen mit den Deutschen“ ist der recht überheblich klingende Titel eines Buches von 1993). Auch wandte er sich gegen eine Kommerzialisierung der Vergangenheitsbewältigung, einen „Shoah-Business“. Je länger Hitler zurückliege, desto mehr Planstellen werfe er ab; das Dritte Reich sei für viele Bewältiger eine „Wichsvorlage“.

1989 kam in der Wochenendbeilage der „Süddeutschen Zeitung“ die Broder-Satire „Das 12. Bundesland“ heraus, ein zwischen Ernst und Groteske changierendes Stück politischer Utopie. In dieser Fiktion schlug Broder vor, Israel sollte das 12. Bundesland der Bundesrepublik Deutschland werden, es gäbe hüben und drüben ausreichend Affinitäten. Im Oktober 1989 erhielt er für diese Polit-Satire den von der Kärntner Landeshauptstadt Klagenfurt gestifteten Internationalen Publizistikpreis.

Ab Anfang 1993 war Henryk M. Broder zwei Jahre lang Autor der Hamburger Zeitung „Die Woche“, im April 1995 wurde er Autor und Reporter beim Nachrichtenmagazin „Der Spiegel“. In einem längeren Beitrag (11. November 1996) verteidigte er hier auch den Autor Karl Corino, der dem jüdischen Schriftsteller Stephan Hermlin Widersprüche und Falschangaben[2][1] in dessen bis dahin als authentisch angesehener Biographie nachgewiesen hatte, gegen den Vorwurf des Antisemitismus.

In der Auseinandersetzung um das sogenannte Berliner „Holocaust-Mahnmal“, das schließlich als riesiges Beton-Stelen-Feld nach dem Entwurf von Peter Eisenman neben dem Brandenburger Tor 2005 fertig gestellt wurde, bezog Broder in gewohnt zugespitzter Argumentation Position gegen „die selbstberufenen Deutschmeister des Trauerns“ und kritisierte die Vorgehensweise in der Findungskommission. Besser sei es, eine Stiftung zu gründen, die Verfolgten und Vertriebenen helfen solle. Auch das Jüdische Museum in Berlin und die allgemein gelobte Architektur von Daniel Libeskind fand nicht Broders Zustimmung. Es sei, so Henryk M. Broder im Tagesspiegel (9. Juni 2005) „ein peinliches Beispiel für suggestive Architektur in Berlin“. Doch Broder sparte auch in der Betrachtung von Israel nicht mit Spott und Kritik. In dem pünktlich zum 50. Gründungstag des Staates vorgelegten Band „Die Irren von Zion“ (1998) beschrieb er mit Porträts und Reportagen ein „Erez Israel“, und entwarf „ein Polit-Panorama mit fast schon pathologischer Radikalisierung vor düsterem Hintergrund“.[3]

Anläßlich des 70. Jahrestages der Reichskristallnacht (2008) kritisierte Broder, es sei wichtig sich nicht nur mit der Vergangenheit zu beschäftigen. Auch die – so wörtlich – „Soße der Betroffenheit“ könne man sich langsam sparen. Statt dessen müsse man Konsequenzen für die Gegenwart ziehen. So empöre ihn zum Beispiel das Wegschauen der Menschen bei den Kämpfen im Kongo.[4]

Henryk M. Broder wollte 2010 Präsident des Zentralrats der Juden in Deutschland werden.[5] Er begründete seine Entscheidung mit dem „erbärmlichen Zustand“ der Vertretung. Es könne nicht die Aufgabe des Zentralrates sein, „sich als das gute Gewissen Deutschlands aufzuführen“. Als Präsident wolle er sich dafür einsetzen, daß der Straftatbestand der Holocaustleugnung abgeschafft werde.[6] Ende Oktober 2009 gab Broder nach Kritik bekannt, daß er auf eine Kandidatur für den Vorsitz des Zentralrats der Juden verzichtet. Im Nachrichtenmagazin „Der Spiegel“ begründete er seine Entscheidung damit, daß Deutschland zwar Unruhestifter und Querdenker liebe, aber nur so lange, wie sie darauf achteten, daß alles so bleibe, wie es sei. [7][8][9]

Im Dezember 2010 hatte Broder bei Springer unterschrieben. Er schreibt seither auch für „Die Welt“, die „Welt am Sonntag“ und für „Welt online“.

Im April 2012 kritisiere Broder den Literaturnobelpreisträger Günter Grass für dessen Israel-kritisches Gedicht mit dem Titel „Was gesagt werden muss“.

Broder als Kritiker der Einwanderung

Als Kritiker der Einwanderung nach Deutschland erklärte Broder: „Migranten scheitern nicht an der Gesellschaft, sondern an ihrer eigenen Verantwortungslosigkeit.“ In Hurra, wir kapitulieren! führt er aus:

„Was heute der ‚Migrationshintergund‘ ist, das war mal die Oma aus Schlesien. […] Oma hatte zwar einen ‚Migrationshintergrund‘, sie hatte aber auch Manieren. […] Heute dagegen bedeutet ‚Migrationshintergrund‘ eine Art Freifahrtschein für alle Fälle. Wer einen ‚Migrationshintergrund‘ hat, der braucht nur noch in ganz extremen Fällen einen Anwalt, zum Beispiel wenn er einen Filmemacher auf offener Straße abschlachtet. Bei minderen Vergehen gegen Recht, Gesetz und Ordnung reicht der Hinweis auf den ‚Migrationshintergrund‘ gegenüber den Medien und der Öffentlichkeit, um weitgehend Empathie mit dem Täter, Kritik am Verhalten des Opfers und die bewährte Frage zu evozieren: Was tun wir ihnen an, daß sie uns so hassen?“

Den Vertretern des Multikulturalismus wirft Broder eine „groteske Umkehr von Ursache und Wirkung“ vor, wenn die Einwanderungsgesellschaften und nicht die Mohammedaner für das Scheitern der ersehnten Integration“ verantwortlich gemacht werden. Über die Gutmenschen schreibt Broder: „Sie haben für alles Verständnis, was die Underdogs der Geschichte, die Opfer der Globalisierung und die Invaliden des Fortschritts anstellen.“ Das und die Kapitulationsbereitschaft der „Appeaseniks“ führe dazu, daß „die islamischen Fundamentalisten den Westen für schwach, dekadent und nicht einmal bedingt abwehrbereit“ halten.

Seine Ablehnung der Einwanderungspolitik (die ja bekanntermaßen glühende „Antisemiten“ vor allen anderen begünstigt), verknüpft Broder mit haßvollen Abqualifizierungen „der Deutschen“:

„Am Ende des Tages sind die Deutschen doch ein deppertes, autoritätsfixiertes und gehorsamversifftes Volk. Nun gut, nicht alle Deutschen und nicht die Deutschen, aber immer noch genug, um sich ohne aufzumucken von einer ehemaligen FDJ-Sekretärin für Agitation und Propaganda regieren zu lassen. WELT ONLINE hat heute früh mit dieser Schlagzeile aufgemacht. ›Alle warten jetzt auf ein Signal der Kanzlerin.‹ Im Vorspann war zu lesen: ›Während täglich Tausende von Menschen ungehindert einreisen, fordern Spitzenpolitiker aus Union und SPD ein Signal Angela Merkels. Die Kanzlerin soll eingreifen und den Flüchtlingsstrom begrenzen.‹ Ich fürchte, meine Kollegen von WO haben Recht. Die Bundesrepublik ist ein ostelbischer Gutshof, auf dem nur der Gutsherr etwas zu sagen hat. Er bestimmt, was die Kühe zu fressen bekommen und wann sie scheißen dürfen, wie lange das Gesinde arbeiten und welche Magd ihm nächtens zu Diensten sein muss. Die BRD ist eine One-Woman-Show. Es gibt keine Regierung, kein Parlament, keine Gewaltenteilung, keine 16 Ministerpräsidenten, keine Opposition. Die Kanzlerin kümmert sich um alles, persönlich und eigenhändig. Wie Fidel Castro, Hugo Chavez und Ferdinand Piech. Vor etwas mehr als einem Monat hat sie sich über alle Gesetze, Regeln und Zuständigkeiten hinweggesetzt und die Tore weit aufgemacht. Nun soll sie die Schoten wieder dichtmachen, ebenso persönlich und eigenhändig. Spitzenpolitiker von Union und SPD ›warten‹ auf ein ›Signal‹ der Chefin. [...] Ein Wort von Mutti, und die Flüchtlinge strömen zurück in ihre Herkunftsländer, der Rhein fließt bergauf und die nächste Sonnenfinsternis findet im Foyer des Bundeskanzleramtes statt.“[10]

Erinnerungskultur

Über Deutsche und Juden

Broder fragt, „warum sich die Deutschen immerzu zwanghaft mit den Juden beschäftigen müssen. Noch einfacher: was ist es, das die Deutschen so antörnt, wenn sie nur das Wort ‚Jude‘ hören oder lesen?“

Möglicherweise ist es jedoch genau andersherum und Broder sollte sich einmal im Gegenzug fragen, warum die Deutschen die Juden so „antörnen“.

Von der Offenkundigkeit des Holocaust ist er zutiefst überzeugt und läßt keinen Zweifel daran: „Felicia Langer hilft den Deutschen, über ihre Schuldgefühle gegenüber den Opfern des Holocaust hinwegzukommen, meint Henryk M. Broder. Dafür wurde sie mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet. Nicht, weil sie sich für Palästinenser einsetzt.“[11]

Broder kandidiert als Präsident des Zentralrats der Juden

Broder hat angekündigt, für das Amt des Präsidenten des Zentralrats der Juden in Deutschland zu kandidieren. In einem Beitrag für den Tagesspiegel schreibt der in Berlin lebende Autor, er strebe bei den Wahlen 2010 die Nachfolge von Charlotte Knobloch auch deswegen an, „weil sich die offizielle Vertretung der Juden in Deutschland in einem erbärmlichen Zustand“ befinde.

So trete der Zentralrat fast ausschließlich als „Reue-Entgegennahme-Instanz“ auf und äußere sich „inflationär zu allem und jedem“. Es könne nicht „die Aufgabe des Zentralrates sein, sich als das gute Gewissen Deutschlands aufzuführen“.

Broder kritisierte vor allem den Generalsekretär des Zentralrats, Stephan Kramer, der den ehemaligen Berliner Finanzsenator Thilo Sarrazin (SPD) „wegen dessen kritischen Äußerungen über integrationsunwillige Migranten in eine Reihe mit Hitler und Goebbels gestellt und sich bald darauf für diese Entgleisung auf eine Weise entschuldigt“ habe und damit „vor allem eines demonstrierte: daß er keine Ahnung hat, wovon er redet“.

Weiter schreibt Broder: „Ich werde mich dafür einsetzen, daß Holocaustleugnung als Straftatbestand aufgehoben wird. Das Gesetz war gut gemeint, hat sich aber als kontraproduktiv erwiesen, indem es Idioten dazu verhilft, sich als Märtyrer im Kampf um die historische Wahrheit zu inszenieren.“

Broder zeigte sich überzeugt, daß es „keine partikularen jüdischen Interessen gibt“. Statt dessen seien „Freiheit, Demokratie, Rechtsstaat“ die Werte, die es offensiv zu verteidigen gelte.

Zitate

von Broder

  • „Was ich völlig im Ernst gut finde ist, daß diese demografische Struktur Europas nicht mehr zu halten ist. Je eher die Europäer das einsehen, desto besser. Einige Städte sind schon recht farbig und nicht mehr ‚arisch‘ weiß, und dagegen kann man überhaupt nichts sagen. […] Ich würde gerne das weiße Europa aufgeben, aber ich würde ungern das demokratische Europa aufgeben.“[12]
  • „Ich glaube tatsächlich, daß Europa ein übernahmereifer Kontinent ist. […] Ich finde es grundsätzlich gut, daß das so genannte ‚weiße, heterosexuelle, blonde, arische‘ Europa seinem Ende entgegengeht.” — Broder am 8. Februar 2007 im Interview mit der „Berner Zeitung
  • „Die Menschen vor sich selbst zu schützen ist eine schöne, aber tendenziell totalitäre Idee, die am Ende zu einer Auslagerung jeder Verantwortung führt.“
  • „Alles, was die Deutschen im Krieg und nach dem Krieg durchmachen mußten, waren nur Unannehmlichkeiten gemessen an dem, wie die Nazis mit ihren Opfern verfuhren.“ — Henryk M. Broder in „Der Spiegel“ Nr. 12/17. März 2008 S. 171
  • „Aus einem kleinen Ferkel wird keine koschere Delikatesse, wie sehr sich der Koch auch bemühen mag“, kommentierte der jüdische Literat Broder die Versuche des kommunistischen Parteifunktionärs Gregor Gysi, sein jüdisches Erbteil hervorzuheben.[1]
  • Thilo Sarrazin hat gesagt, Michel Friedman wäre ein Arschloch. Weil ein Mann von Welt ein Kompliment, das ihm gemacht wurde, nicht für sich behalten kann, rennt Friedman zur BILD-Zeitung und erzählt ihr, was Sarrazin über ihn gesagt hat. Die macht daraus eine Titelgeschichte. Jetzt wissen fünf Millionen BILD-Leser (Anm. d. Red: es sind 12 Mio.), daß der Sarrazin den Friedman Arschloch genannt hat. Das ist nicht nett und, wie unsere Kanzlerin sagen würde, überhaupt nicht hilfreich. Und außerdem stimmt es nicht. Friedman ist ein selbstverliebtes Riesenarschloch. So, das mußte mal gesagt werden.“BILD zitiert Broders www.achgut.de, 4. September 2010 [14][15]
  • Broder schrieb im September 2010 in der WELTWOCHE: „Deutschland in diesen Tagen - das ist ein Käfig voller Narren, die jede Debatte über Sarrazin mit dem Satz anfangen, daß es sich eigentlich nicht lohne, über ihn zu diskutieren. Das sind gekränkte Autisten und Narzisten, die ihr Hobby, das Gutmenschentum, zum Beruf gemacht haben. Das sind Wirklichkeitsverweigerer, die mit der allergrößten Gewissheit das Klima in 50 Jahren vorhersagen, aber ausrasten, wenn einer die Vorhersage wagt, daß es in 50 Jahren mehr Moscheen als Kirchen in Deutschland geben könnte. Und es sind vor allem späte Widerstandskämpfer, die irgendetwas nachzuholen versuchen, das ihre Vorfahren versäumt haben.“ [16]
  • Am 4. April 2012 kritisiere Broder in der WELT den Literaturnobelpreisträger Günter Grass für dessen Gedicht mit dem Titel „Was gesagt werden muss“. Broder bezeichnete Grass als „Prototyp des gebildeten Antisemiten“.[17]Damit im Nahen Osten endlich Frieden einkehrt und auch Günter Grass seinen Seelenfrieden findet, soll Israel ,Geschichte werden'. So sagt es der iranische Präsident, und davon träumt auch der Dichter beim Häuten der Zwiebel.“ Grass habe schon immer ein „Problem“ mit Juden gehabt, „aber so deutlich wie in diesem ,Gedicht' hat er es noch nie artikuliert“.
  • Deutschland schafft sich ab. Na und? Gesellschaften schaffen sich öfter mal ab und nicht zwangsläufig zu ihrem Nachteil. Deutschland hat sich sogar schon mal völlig aufgelöst, am 8. Mai 1945, und darüber sind wir heute alle froh.[18]
  • Man muss nicht 30.000 Kilometer durch Deutschland fahren, um festzustellen, dass die Deutschen gern Angst haben. Sie haben Angst vor Oberleitungen und unterirdischen Bahnhöfen, vor Dioxin im Frühstücksei und vor der Klimaerwärmung. Letztere ist bekanntlich ein globales Phänomen, aber niemand fürchtet sie so sehr wie die Deutschen. Angst ist das deutsche Lebenselixier. […] Ich glaube, die Deutschen warten seit 1945 auf ihre Bestrafung. Wenn die Alliierten damals wenigstens ein bisschen streng gewesen wären, anstatt die Marsriegel vom Himmel segeln zu lassen, wären die Deutschen heute in einer besseren Verfassung. So denken sie ständig: Irgendwas kommt da noch, und wir hätten's auch verdient. [18]
  • „Der Islamophobiker mag krankhaft und übersteigert reagieren, aber er hat Gründe für seine Angst; das ist beim Antisemitismus anders. Der deutsche Islamophobiker ist da aber wieder ein Sonderfall: Er hat gerne Angst, für ihn liegt darin ein Genuss.“[18]

über Broder

  • „Wer sich den Kampf gegen die ›Political Correctness‹ auf die Fahne schreibt, hat in der Regel stets seine eigenen ›politisch Unkorrekten‹ im Visier, wie auch jeder Antirassist seine Neger und jeder Antisemitenriecher seine Juden kennt. Kabarettreif kann man das auf dem allseits beliebten Portal ›pi-news‹ betrachten, in dem zwar ständig über die Nazikeule gejammert wird, gleichzeitig aber beflissen mitgejubelt wird, wenn sie nun gegen Günter Grass geschwungen wird. [...] In Broder selbst spitzt sich diese Zwiespältigkeit markant zu: unter dem Schutzschild eines ›Ich-darf-das-ich-bin-Jude‹-Nimbus nimmt er sich allerlei Provokationen und Regelverstöße heraus, die ihm mediale Aufmerksamkeit sichern und seinem Publikum ein lukratives Prickeln bereiten, gleichzeitig wacht er wie ein Rottweiler darüber, daß die Diskursgrenzen dort enden, wo seine eigenen politischen Interessen beginnen, die offenbar vorrangig zionistischer Natur sind. (Es ist jedenfalls nicht Deutschland, dem seine vorrangige Loyalität gilt.) Und dann wird scharf geschossen, und zwar, wie der Fall Jebsen zeigt, mit den miesesten Mitteln. [...] Er weiß sich sicher in einer Machtposition, in der er es nicht mehr nötig hat, auf Kritik ernsthaft zu antworten. Er kann wahlweise für oder gegen ›Political Correctness‹ sein, wie es ihm gerade in den Kram paßt. So bringt Broder das Kunststück fertig, sich im bundesrepublikanischen Medienzirkus als besonders ausgefallene und im Vergleich weniger langweilige Star-Attraktion zu inszenieren, aber gleichzeitig seinen Status und Machterhalt zu sichern, zu dem auch die Existenz des Zirkus, panem et circenses, selbst gehört. Broder ist zweifellos intelligent und zynisch genug, dieses Spiel restlos zu durchschauen. Das triumphale Behagen, ein unangreifbares, immer obenauf schwimmendes Fettauge auf der Suppe zu sein, ist ihm unverkennbar ins Gesicht geschrieben. Manchmal fragt man sich, ob dies alles nicht auch eine Art von subtiler Rache an den Deutschen ist. Die speichelleckende Anbetung, die ihm von vielen pi-news-Fans entgegenschlägt, muß ein sadistischer Genuß ersten Ranges sein. Die pawlowsche Klaviatur der landesüblichen Komplexzonen funktioniert heute derart perfekt, daß es sich Broder zu seiner bloßen Unterhaltung leisten kann, darauf nach Gusto zu extemporieren und zu testen, wie weit man dem bundesdeutschen Fifi Auslauf gönnen kann, wohlwissend, daß auch die längste Leine eben nur eine Leine bleibt.“Martin Lichtmesz[19]

Kritik

Broder, der Anpasser

„Ich selbst bin ganz friedfertig, ich habe nur zwei bis drei Prozesse geführt. Es ging immer um Plagiate. Ansonsten kann mich jeder als Volltrottel beschimpfen – das ist mir völlig egal. Meistens werde ich verklagt. In erster Instanz darf die andere Seite gewinnen. Ich lasse sie zappeln, um sie in nächster Instanz plattzumachen.“
Was für Prozesse gegen Broder gilt, das könnte auch für sein Verfahren gegen Hecht-Galinski wahr werden. Die unteren Instanzen jeder Hierarchie, ob evangelische Kirche oder Justiz, neigen eher den Beherrschten zu. Die oberen Instanzen dagegen gehören selber zu den Herrschenden. Sie werden Broder ungern im Stich lassen, propagiert er doch, was sie meinen: Jeder Keim von Aufruhr, von Boykott oder Sabotage kapitalistischer Herrschaft ist zu ersticken. Als Herbizide dienen zur Zeit Islamophobie, Hexenjagd auf mutige Frauen wie Hecht-Galinski und Diffamierung politischer Gegner.
Die Diffamierung von Gegnern der israelischen, US-amerikanischen und europäischen Kriegspolitik als Antisemiten oder Verschwörungsfantasten gehört inzwischen zum Mainstream, zur herrschenden Meinung. Und die ist immer die Meinung der Herrschenden: Henryk M. Broder, der Mainstreamer, hat sich in der Vergangenheit sowohl über Hecht-Galinski als auch über andere Personen, die andere Auffassungen vertreten als er, in unflätiger und unsachlicher, z. T. auch grob verletzender Weise geäußert, befand das Landgericht Berlin in seinem Urteil vom 26. November 2008. [20]

Auszeichnungen

  • 1989: Hauptpreis des 5. Internationalen Publizistikwettbewerbs in Klagenfurt (für die politische Satire „Das 12. Bundesland“)
  • 2005: Schubart-Preis der Stadt Aalen
  • 25. Januar 2007: „Goldenen Prometheus“ des Medienmagazins V.i.S.d.P. als Onlinejournalist des Jahres
  • 2007: Ludwig-Börne-Preis, übereicht vom „Focus“-Chefredakteur Helmut Markwort (20.000 Euro dotiert)
  • Juli 2008: Hildegard-von-Bingen-Preis, der Landeszahnärztekammer von Rheinland-Pfalz (5.000 Euro dotiert)

Filmbeiträge

Broder über PI-News und Political Correctness (3sat, Kulturzeit, November 2007)
Broder & Michel Friedman über Sarrazins Thesen (Phoenix)
Broder und Hamed Abdel-Samad zu Gast bei Harald Schmidt (ARD, 5. November 2010)
Broder & Cem Özdemir streiten über Sarrazin
Broder über sein Buch „Hurra, wir kapitulieren!
TrauKeinemPromi: Das Judentum vs. Henryk M. Broder
Henryk M. Broder über Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer nach dem Messermord in Chemnitz am 26. August 2018
Broder und der türkische BRD-Funktionär Kirill Jermak (Die Linke)
Teil 1
Teil 2
Teil 3

Werke (Auswahl)

Literatur

  • Günter Scholdt: Vergeßt Broder! – Sind wir immer noch Antisemiten? Verlag Antaios, Schnellroda 2013, ISBN 978-3-944422-36-7

Verweise

von Broder:

über Broder:

Fußnoten

  1. 1,0 1,1 1,2 David Korn: Wer ist wer im Judentum? - FZ-Verlag ISBN 3-924309-63-9
  2. Karl Corino, etablierter Redakteur des Hessischen Rundfunks und Fachmann für den DDR-Literaturbetrieb, bezeichnete nach eingehender Nachforschung Hermlins Selbstdarstellung, als unbeugsamer Widerstandskämpfer, Rotfrontheld in Spanien und Häftling im Konzentrationslager, als „weitgehend erlogen“.
  3. Die Welt, 2. Mai 1998
  4. Deutschlandradio Kultur, 7. November 2008: Henrik M. Broder zur Reichspogromnacht: Sollte sich Betroffenheits-Soße endlich sparen
  5. altermedia: Broder vs. Flotte Schalotte (21. Oktober 2009)
  6. Deutschlandradio Kultur, 21. Oktober 2009: Henryk M. Broder kandidiert als Präsident des Zentralrats der Juden
  7. Deutschlandradio Kultur, 31. Oktober 2009: Broder verzichtet auf Kandidatur für Zentralratsvorsitz
  8. 3sat.de, 2. November 2009: Broder verzichtet auf Kandidatur für Zentralrat
  9. altermedia: Kandidatur zurückgezogen: Broder will doch kein Zentralsjuden-Chef werden (2. November 2009)
  10. Broder: [http://journalistenwatch.com/cms/das-ist-ja-irre-2/ Das ist ja irre! (2)], Journalistenwatch.com, 7. Oktober 2015
  11. Spiegel online, 23. 7. 09: Streit über Verdienstkreuz für Felicia Langer: Feigenblatt des schlechten Gewissens
  12. 33-cabinet.png Abgerufen am 4. Juni 2012. Archiviert bei WebCite®.Henryk Broder über historischen Masochismus, arabische Logik und die Entarisierung Europas: „Europa wird anders werden“Hagalil, 20. Juli 2006
  13. Der Spiegel, 6. Juni 2010: Laudatio auf Marcel Reich-Ranicki – „Die großen Katastrophen liegen noch vor uns“
  14. bild.de, 4. September 2010: Das schrieb Henryk M. Broder über Sarrazin und Friedman
  15. vgl. altermedia: Abt. Juden unter sich – Henryk Broder: „Friedman ist ein selbstverliebtes Riesenarschloch“ (05.09.10)
  16. achgut.com, 9. September 2010: Kante setzen!
  17. In seiner Gedichtanalyse wirft Broder dem Literaten antisemitische Motive vor
  18. 18,0 18,1 18,2 Angst ist das deutsche LebenselixierDie Zeit, 14. März 2011
  19. Martin Lichtmesz: Macht und Meinungsfreiheit, Sezession im Netz, 13. April 2012
  20. Hecht-Galinski durfte ihre Meinung über Broder im Begriff Pornoverfasser verdichten, steinbergrecherche.com, 04. Dezember 2008