Kolonialabzeichen

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Elefantenorden

Das Kolonialabzeichen, umgangssprachlich auch Elefantenorden oder Kolonial-Kriegerabzeichen genannt, gestaltet von dem deutschen Künstler und Bildhauer Karl Möbius, wurde am 18. April 1922 vom Reichsministerium für Wiederaufbau gestiftet und wurde nur gegen Antrag an Kolonial-Deutsche, Angehörige der Schutztruppe sowie Ausländer verliehen, die sich während des Ersten Weltkriegs um die ehemaligen deutschen Kolonien (Schutzgebiete) verdient gemacht hatten. Nach dessen Auflösung im Jahre 1924 wurde die Auszeichnung bis zum 31. Dezember 1935 vom Auswärtigen Amt und von 1936 bis 1945 durch den Reichskanzler verliehen, jedoch nur noch in vereinzelten Fällen.

Antrag

Generalleutnant Artur Schmitt mit dem Elefantenorden unterhalb des EK I

Zuerst mußten die Anträge an das Reichsministerium für Wiederaufbau unter Angabe des Schutzgebietes, in dem sich die beantragende Person aufgehalten hatte, gestellt werden. Eine Ausnahme hiervon bildeten die Personen, welche sich in Kiautschou aufhielten. Diese Anträge wurden von dem „Reichswehrministerium, Chef der Marineleitung, Kiautschou Stelle“ bearbeitet, die auch die Besitzzeugnisse ausstellte. Der 30. Juni 1939 war der Schlußtermin für die Einreichung der Anträge. Anfänglich konnte mit dem Besitzzeugnis das Abzeichen direkt bei dem Bildhauer Karl Möbius in Berlin – von ihm stammt auch der künstlerische Entwurf – zum Preis von RM 27,20 (in Jahre 1922) erworben werden. Später wurde das Abzeichen auch direkt mit der Urkunde versandt.

Verleihung

Da gemäß der Weimarer Verfassung die (Neu-) Schaffung von Orden und Ehrenzeichen untersagt war, hatte das Kolonialabzeichen nicht den Status eines Ordens oder Ehrenzeichens inne, sondern galt als Erinnerungsabzeichen. Von 1922 bis 1945 sind ca. 8.500 Verleihungen vorgenommen worden.[1]

Das Kolonialabzeichen ist eine silberfarbene Plakette mit einer Breite von 32 mm und einer Höhe von ca. 40 mm (inklusive Schleife) und wiegt ca. 30 Gramm. Sie zeigt auf ihrer Vorderseite einen erhaben geprägten afrikanischen Elefanten der auf einem Grasboden läuft. Dahinter ist eine Palme dargestellt. Der untere Teil des Gebindes ist von einem Eichenlaubkranz umschlossen. Auf dem sich anschließenden Schriftreif steht in Versalien: SÜDSEE * AFRIKA * KIAUTSCHOU. Getragen wurde die Auszeichnung als Steckabzeichen neben, zumeist unterhalb dem Eisernen Kreuz I. Klasse an der linken Brustseite unterhalb der Ordensschnalle. Das Abzeichen gab es auch als Miniatur (Halbgröße) für den Zivil- bzw. Gesellschaftsanzug.

Urkundengalerie

Siehe auch

Literatur

  • Hans-Ulrich Krantz: Orden und Ehrenzeichen der Bundesrepublik Deutschland, Maximilian-Verlag Köln/Herford 1958.

Fußnoten

  1. Auskunft des Militärhistorischen Museums der Bundeswehr in Dresden durch Herrn Rainer Kunz, den Fachgebietsleiter für Phaleristik, Numismatik und Varia