Kongresshalle in Nürnberg

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Kongresshalle Nürnberg – Teilansicht heutiger Zeit

Die Kongresshalle in Nürnberg ist einer der größten erhaltenen nationalsozialistischen Monumentalbauten in Deutschland, errichtet in den Jahren 1937 bis 1942.[1] Das Deutsche Reich betraute mit dem Entwurf und der Errichtung die Architekten Ludwig Ruff (Vater) und Franz Ruff (Sohn).

Baugeschichte

Der Münchener Architekt Ludwig Ruff erhielt den Auftrag zu Entwurf und Planung des Gebäudes auf dem Reichsparteitagsgelände in Nürnberg. Nach seinem Tod im Jahr 1934 übernahm sein Sohn Franz Ruff das Großprojekt. Die Halle mit einem freitragenden Dach sollte Versammlungszwecken der NSDAP dienen und 60.000[2] Personen Platz bieten. Auf der Bühne sollte zusätzlich Platz für 2.400 Menschen und 900 Standarten sein. Der Plan sah für das Gebäude ein Theater und einen Versammlungsraum vor, wobei die modernsten technischen Errungenschaften für Beleuchtung und Heizung zum Einsatz kommen sollten. Das Dach, das ohne Stützen den Bau überspannen sollte, ließe sich mit einem großen Fenster zum Himmel hin öffnen.

Die Grundsteinlegung durch den Führer Adolf Hitler erfolgte 1935. Mit dem Bauprogramm wurde 1937 begonnen, bis zum 10. Reichsparteitag 1943 sollte es abgeschlossen sein. Die Pläne wurden mehrmals umgearbeitet, Modelle des Gebäudes auf der Großen Deutschen Kunstausstellung der Jahre 1939, 1940 und 1942 vorgestellt. Der größte Teil des Baus wurde aus Ziegelsteinen gemauert, die Fassade mit großen Granitplatten aus allen Gauen des Reiches verkleidet. Die Kongresshalle lässt von der Hauptansicht in gewisser Weise an das Kolosseum in Rom denken, sollte aber nicht wie dieses ein Rundbau werden, sondern ein hufeisenförmiges Gebäude mit zwei abschließenden Kopfbauten. Um den hufeisenförmigen Bau lief eine Arkade, über der zwei Reihen Bogenfenster den Eindruck ewiger Dauer bekräftigten.

Der Bau setzte sich wegen der Umplanungen bis 1942 fort, ohne jedoch fertiggestellt zu werden. Von der vorgesehenen Höhe von rund 70 Metern wurden 39 Meter erreicht. Bei der Kongresshalle handelt es sich um das einzige Gebäude des Reichsparteitagsgeländes, das nicht von Albert Speer errichtet wurde.

Die Kongresshalle, und zwar einer der beiden Kopfbauten am Ende des Hufeisens, war als ständiger Bewahrungs- und Ausstellungsort der Reichskleinodien vorgesehen, die man wieder nach Nürnberg geholt hatte.

Monumentalität

Der im Deutschen Reich ebenfalls mit Großbauten beauftragte Architekt Friedrich Tamms, selbst nicht Mitglied der NSDAP, fasste die Monumentalität solcher Gebäude in diese Worte:

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So läßt sich das Gesetz des Monumentalen, ‚das harte Gesetz der Baukunst‘, das immer und in allen Teilen eine männliche Angelegenheit gewesen ist, zu einem klaren Begriff zusammenfassen: Es muß streng sein, von knapper, klarer, ja klassischer Formgebung. Es muß einfach sein. Es muß den Maßstab des ‚an den Himmel Reichenden‘ in sich tragen. Es muß über das übliche, dem Nutzen entlehnte Maß hinausgehen. Es muß aus dem Vollen gebildet sein, fest gefügt und nach den besten Regeln des Handwerks wie für die Ewigkeit gebaut. Es muß im praktischen Sinne zwecklos, dafür aber Träger einer Idee sein. Es muß etwas Unnahbares in sich tragen, das die Menschen mit Bewunderung, aber auch mit Scheu erfüllt. Es muß unpersönlich sein, weil es nicht das Werk eines einzelnen ist, sondern Sinnbild einer durch ein gemeinsames Ideal verbundenen Gemeinschaft.

– Friedrich Tamms (1904–1980)[3]


Weiterverwendung

Im Dezember 2024 wurde der stattgefundene Beginn einer Baumaßnahme kommuniziert: Man will [vorläufig] rund 300 Millionen Euro Steuergelder ausgeben, um eine Opernspielstätte des Staatstheaters Nürnberg zu schaffen und dazu auf 7.000 Quadratmetern „Ermöglichungsräume für die freie Kulturszene der Stadt“. Es handele sich um eine der größten und „komplexesten“ Kulturbaustellen Europas, was bereits jetzt erwarten lässt, dass es in Staatsregie zu einer gewaltigen Kostenexplosion und Veruntreuung von Steuergeldern kommen wird, welche Beteiligte bereichern wird, und es fraglich ist, ob das Vorhaben je fertiggestellt wird.

Galerie

Siehe auch

Literatur

  • Mortimer G. Davidson: Kunst in Deutschland 1933–1945, Bd. 3 Architektur, Grabert-Verlag, Tübingen 1995, ISBN 978-3-87847-111-0 [Repräsentatives Standardwerk; Atlasformat, 624 S., 1.012 Abbildungen. Beschreibung auf der Netzpräsenz des Buchdienstes Hohenrain]
  • Marcello La Speranza: Brisante Architektur: Hinterlassenschaften der NS-Zeit: Parteibauten, Bunker, Weihestätten, Ares Verlag, 2015 Vorsicht! Enthält politisch korrekte Verengungen und Versimpelungen im Sinne der Umerziehung!

Fußnoten

  1. Gemeint ist ein Einzelgebäude; die größte geschlossene architektonische Hinterlassenschaft der NS-Zeit ist das Seebad Prora.
  2. Etliche Nachkriegsveröffentlichungen nennen falsch und unbelegt die Zahl 50.000.
  3. Friedrich Tamms: Das Große in der Baukunst, in: Die Kunst im Deutschen Reich, 1944