Münchner Oktoberfest

Aus Metapedia
(Weitergeleitet von Münchener Oktoberfest)
Wechseln zu: Navigation, Suche
Pfeil 1 start metapedia.png Für andere Oktoberfeste siehe Oktoberfest (Auswahlseite)
Wiesngelände (Vogelperspektive)

Das Münchner Oktoberfest, volkstümlich auch Wiesn (Wiese), ist das größte Volksfest der Welt. Nur das Cannstatter Volksfest kommt an die Besucherzahlen in München heran, wobei die Stuttgarter aufgrund der Vielzahl der Schaustellerbetriebe den Titel „größtes Schaustellerfest Europas“ innehaben.

Geschichte

Reichsstatthalter Ritter von Epp (links im Bild) und den übrigen Mitgliedern der bayrischen Staatsregierung wird ein Maßkrug gerichtet.

Entstehung und frühe Entwicklung

Modernes Signet

Ein bürgerlicher Unteroffizier legte mit seiner Idee den Grundstein für das Oktoberfest. Er – seines Zeichens Mitglied der Bayerischen Nationalgarde – unterbreitete den Vorschlag, die Hochzeit von Ludwig von Bayern und Prinzessin Therese von Sachsen-Hildburghausen mit einem großen Pferderennen zu feiern. Der Bankier und Kavallerie-Major Andreas Michael Dall’Armi übermittelte den Vorschlag an König Max I. Joseph von Bayern – dieser war sofort Feuer und Flamme.

Am 17. Oktober 1810 war es so weit: Zu Ehren des königlichen Brautpaares, das am 12. Oktober 1810 geheiratet hatte, fand das erste Pferderennen und damit der Vorläufer zum Oktoberfest auf der Theresienwiese statt, damals noch am Stadtrand. Der Name für diese „Wiese“ wurde damals von der Braut Prinzessin Therese übernommen und heißt seither Theresienwiese. Ein Jahr später waren sich alle einig: Das Fest sollte weiterhin stattfinden. Veranstalter war diesmal der „Landwirtschaftliche Verein in Bayern“, der Fest und Pferderennen zur Präsentation bäuerlicher Leistungen nutzte. 1813 mußte das Oktoberfest wegen der napoleonischen Kriege zum ersten Mal ausfallen.

Jahr für Jahr fand die Wiesn daraufhin als privat finanzierte Veranstaltung statt, bis 1819 die Münchner Stadtväter die Sache in die Hand nahmen. Von nun an sollte das Oktoberfest jedes Jahr und ohne Ausnahme gefeiert werden, unter Leitung der Stadt München. Immer mehr Buden und Karusselle kamen dazu, was der „Wiesn“ nach und nach zu ihrem Volksfestcharakter verhalf. 1850 gab es dann wieder richtig etwas zu feiern: Die Wächterin über das Oktoberfest, die Statue der Bavaria, wurde enthüllt und ein Teil der Ruhmeshalle eingeweiht. In den Folgejahren mußte das Oktoberfest abermals pausieren – wegen Cholera-Epidemien und Kriegen.

1881 war die die nächste Geburtsstunde: Die erste Hendlbraterei wurde eröffnet und das mittlerweile traditionelle Wiesnhendl an die hungrigen Besucher verkauft. Im späten 19. Jahrhundert entwickelte sich das Oktoberfest immer mehr zu dem Fest, wie wir es heute kennen. Elektrisches Licht erleuchtete die Buden und Karusselle, immer mehr Schausteller fühlten sich von dem Rummel angezogen, und die Brauereien errichteten aufgrund immenser Nachfrage große Bierzelte mit Musikkapellen anstelle der kleinen Bierbuden.

Zum 100. Jubiläum der Wiesn, im Jahre 1910, wurden in der Pschorr-Bräurosl, dem damals mit 12.000 Plätzen größten Festzelt, 12.000 Hektoliter Bier ausgeschenkt. Immer mehr neuere und aufregendere Fahrgeschäfte fanden ihren Weg auf die Theresienwiese.

Erster Weltkrieg und Zwischenkriegszeit

Bierzelt 2015, Innenansicht

Im Ersten Weltkrieg fiel das Volksfest kriegsbedingt aus.

1922 waren die Preise auf der Wiesn durch die Inflation sehr hoch. Eine Maß kostete 50,− Mark und ein Hendl 500,− Mark. Das zum Trinken animierende Lied „Eins, zwei, drei, g’suffa“ wurde untersagt. Ein Jahr später fiel das Münchner Oktoberfest abermals aus, da die Preise einfach zu hoch waren. Das Bier kostete im Januar noch 360,− Mark und im November bereits 260 Milliarden Mark.

1924 wurde das Volksfest wieder veranstaltet, und man sah auch das traditionelle Rundkarusell, das bis 1938 noch mit Muskelkraft betrieben wurde.

1932 wurden das erste Riesenrad und die erste Geisterbahn auf dem Oktoberfest aufgebaut.

Nach dem Wahlsieg der NSDAP war das Fest wieder volksnah. Der Bierpreis wurde auf 90 Pfennig festgesetzt, und ein Jahr später waren auch alle Brauereien wieder vertreten. Im Jahre 1935 wurde das 125. Oktoberfestjubiläum gefeiert. Der Jubiläumsumzug stand unter dem Wahlspruch „Stolze Stadt Fröhlich Land“.

Der Politiker Christian Weber führte 1934 das Pferderennen für Herrenreiter wieder ein, und ein Jahr später ritt die SS neben dem Münchner Kindl an der Spitze des Festzuges. 1937 kamen aus dem gesamten Reich 236 Kraft-durch-Freude-Sonderzüge mit 175.000 Besuchern.

Durch den Zweiten Weltkrieg fiel das Oktoberfest kriegsbedingt aus. Lediglich 1940 organisierten einige Schausteller vom 17. August bis zum 1. September ein kleines Volksfest.

Nachkriegszeit

Ein Jahr nach dem Weltkrieg fand anstelle des Oktoberfestes ein kleines Herbstfest statt. Dieses bestand aus einem Bierzelt, in dem Dünnbier ausgeschenkt wurde. Mit Lebensmittelmarken konnte man an den wenigen Verkaufsständen belegte Brote kaufen. Auch Fahrgeschäfte waren vertreten.

Nun größer als im Vorjahr, war das Bierzelt 1947 von den Münchner Brauereien gemeinsam mit Dünnbier versorgt. Wegen des vorherrschenden Strommangels war das Ersatz-Oktoberfest nur von 12.00 bis 19.00 Uhr geöffnet.

1950 führte der Oberbürgermeister Thomas Wimmer den Wiesn-Anstich als Tradition ein. Da in den Nachkriegsjahren das Oktoberfest sehr schlecht besucht war, nahm die Stadt München die Vermarktung in die Hand. Und schließlich wurde 1952 das erster Plakatwettbewerb für das Wiesn-Plakat eingeführt. Das Plakat des Siegers wurde als Werbemittel in alle Welt verschickt. Somit wurde das Oktoberfest zum größten Volksfest der Welt.

Zum 150. Jubiläum der Wiesn 1960 wurde wieder ein Pferderennen veranstaltet.

Ein Anschlag auf dem Oktoberfest 1980 erschütterte die Welt (→ Anschlag auf das Münchner Oktoberfest).

Mit über sieben Millionen Besuchern war das Jahr 1986 das Besucherrekordjahr. Durchschnittlich besuchen sechs Millionen Menschen das Oktoberfest.

2000 dauerte das Oktoberfest erstmals 18 Tage. Da nach der Deutschen Teilvereinigung der neu geschaffene Feiertag Tag der Deutschen Einheit auf einen Dienstag nach dem letzten Wiesntag fiel, wurde das Fest kurzerhand um zwei Tage verlängert.

Nach den Anschlägen vom 11. September 2001 verzichtete Oberbürgermeister Christian Ude auf den traditionellen Anstich, statt dessen wurde das Oktoberfest mit einer besinnlichen Feier begonnen.

Ein großes Jubiläumsoktoberfest war schließlich das Jahr 2010. 200 Jahre zuvor fand das Oktoberfest zum ersten Mal statt und wurde in dieser Zeit 175mal gefeiert.

Wohl auch dank der Willkommenskultur von Angela Merkel verzeichnete das Oktoberfest 2016 die niedrigsten Besucherzahlen seit 2001.[1] Gleichzeitig stiegen die Sexualstraftaten um 47,6 Prozent im Vergleich zum Vorjahr an. Von achtzehn festgenommenen Verdächtigen besaßen zwei einen BRD-Paß, sechszehn Personen waren Ausländer, sechs davon Asylbetrüger.[2]Die Dunkelziffer ist vermutlich deutlich höher.

Filmbeiträge

Privataufnahme von 1968

Siehe auch

Verweise

Fußnoten