Nordau, Max

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Max Nordau (1849–1923)

Max Nordau, eigentlich Maximilian Simon Südfeld (Lebensrune.png 29. Juli 1849 in Pest, Kaisertum Österreich; Todesrune.png 22. Januar 1923 in Paris), war ein jüdischer Zionist und enger Mitstreiter Theodor Herzls. Von Beruf war Nordau Arzt. Er betätigte sich auch als Autor.

Wirken

Nordau prägte den Begriff des „Muskeljuden“.[1] Von diesem grenzte er noch den „Talmudjuden“ und den „Nervenjuden“ ab. Seinerzeit wurde den Juden allgemein die Tauglichkeit zum Militärdienst abgesprochen. Dies kam z. B. in der Karikatur „Der kleine Cohn“ zum Ausdruck. Nordau nahm diese Kritik an und wollte diesen Makel beseitigen. Dies hielt er für erforderlich, um einen Judenstaat in Palästina gründen und behaupten zu können.[2]

Das zweibändige Werk „Entartung“ – aus Nordaus Feder – ist der wohl meistgelesene kritische Text der gesamten Décadence-Literatur. Essayistik, Zeitungsartikel, Lyrik, Drama und Roman hatten sich um 1900 der melancholischen Feier des Untergangs verschrieben – oder eben einem eifernden Kampf gegen Niedergangserscheinungen aller Art. Niedergang, Abdankung und Degeneration waren die überragenden Themen der Zeit. Max Nordau war sowohl Nationalist als auch Sozialdarwinist und hielt in seiner Pariser Zeit im dortigen deutschen sozialdemokratischen Leseklub Abendvorträge über soziale Fragen. Heute für unvorstellbar gehalten, war eine solche Verbindung von sozialistischen und sozialdarwinistischen Ideen um 1900 sehr weit verbreitet.[3] Nordau war jedoch vorrangig ein robuster Verfechter des europäischen Kolonialismus, und er betonte als Zionist stets energisch das Verbot der Mischehen zwischen Juden und Nichtjuden.

Bei den zwei kritischen Bänden „Entartung“ handelt es sich um ein feuilletonistisches Werk von nur geringer analytischer Kraft. So gut wie ausnahmslos alle erfolgreichen Künstler seiner Zeit (Tolstoi, Nietzsche, Ibsen usw.) fielen unter Nordaus schroffes „Entartungs“-Verdikt. Die Frage, welcher Maßstab anzulegen sei, um zu erfahren, wie ein nicht-entartetes Kulturleben denn auszusehen hätte, beantwortet diese gleichsam unendliche (zweibändige) Literaturkritik nicht, sondern sie verbleibt im Modus einer mäkelnden Anklage.

Wenn mangelnde Moralität oder mangelnder Nationalstolz oder mangelndes Anstandsgefühl typisch für schlechthin jedes Kunstwerk der Zeit sind – wie Nordau ausführt –, dann kann nicht erklärt werden, wie dieselben wenigen europäischen Nationen, die sich so fest im Griff herabziehender Kräfte befinden, eigentlich in der Lage sind, zugleich zwanzigfach so große Territorien (als wie diejenigen, die sie selbst rechtlich-kulturell-sittlich im nationalen Gerüst dominieren) in der großen Welt unter sich imperialistisch aufzuteilen. Es geht nur „A oder B“: Entweder eine verblüffende kulturell-militärische Dominanz ganz weniger, kleiner europäischer Nationen als Gipfel der Menschheitskultur; oder aber umgekehrt ein nur ganz notdürftig verborgener Abstieg auf allen Seiten in eben diesen Kulturnationen. Max Nordau entscheidet sich jedoch, die Künste seines Zeitalters nach dem Muster „sowohl A als auch B“ pauschal zu verwerfen und abzufertigen. Wie jede unbefangene Lektüre seines zweibändigen Werkes „Entartung“ ausweist, hat er damit die blanke Rabulistik in den zivilisationskritischen Diskurs eingeführt; Nordaus feuilletonistisches Werk ist deshalb selbst weit eher ein Symptom der vom ihm beschriebenen „décadence“ als etwa ein Teil von deren Erforschung oder analytischer Durchdringung.

Schriften

  • Entartung, 1892–1893 (2 Bde.)

Fußnoten

  1. Makkabi: Ausstellung über jüdischen Sport, kuriert.at, 5. Dezember 2011
  2. Ein Muskeljude, Die Welt, 24. August 2009
  3. Vgl. dazu besonders: Michael Schwartz: Sozialistische Eugenik. Eugenische Sozialtechnologien in Debatten und Politik der deutschen Sozialdemokratie 1890–1933, J.H.W. Dietz Nachf., Bonn 1995, ISBN 3-8012-4066-5