Schlacht von Fehrbellin

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Karte der Schlacht als Folge des „Schwedeneinfalls“ im Nordischen Krieg

In der Schlacht von Fehrbellin am 18. Juni 1675 besiegte ein preußisches Heer unter Kurfürst Friedrich Wilhelm I. und seinem Feldmarschall Georg von Derfflinger die schwedischen Invasionstruppen von Karl XI., die Anfang Januar 1675 auf Drängen Frankreichs in die Kurmark eingefallen waren. Rund 6.000 Preußen besiegten dabei die doppelte Anzahl an schwedischen Truppen. Dies führte nicht nur zur Befreiung der Mark Brandenburg, sondern auch zur Säuberung Vorpommerns von fremden Invasionstruppen. Der Sieg war entscheidend für den späteren Aufstieg Preußens.

Geschichte

Kurfürst Friedrich Wilhelm von Brandenburg in der Schlacht bei Fehrbellin

Vorgeschichte

Bei Fehrbellin wurde in Erinnerung an die Schlacht mit der Siegessäule Hakenberg ein Denkmal errichtet

Im Jahr 1672 fiel Frankreich unter Ludwig XIV., unterstützt von Großbritannien und Schweden, in die Republik der Vereinigten Niederlande ein und begann damit den Holländischen Krieg. Eine Koalition, bestehend aus dem Heiligen Römischen Reich, dem Kurfürstentum Brandenburg und Spanien unterstützte die Niederlande, die sich trotz der anfänglich aussichtslosen Lage zu behaupten vermochten.

Im Dezember 1674 waren schwedische Truppen in die Mark Brandenburg einmarschiert, um Friedrich Wilhelm von Brandenburg zu zwingen, seine Truppen vom Oberrhein abzuziehen, um damit die dortige französische Besatzungsarmee zu entlasten.

Die Schlacht

Über die Schlacht heißt es:

Der Kurfürst hatte durch den Überfall von Rathenow 25. Juni die Stellung der bis zur untern Havel vorgedrungenen Schweden durchbrochen. Der in Brandenburg stehende General W. Wrangel[1] zog sich daher eiligst nach Norden zurück, um sich mit seinem von Havelberg kommenden Bruder, dem Feldmarschall G. Wrangel, zu vereinigen. Ihn vorher zu ereilen und ihn allein zu vernichten, war nun der Zweck des Kurfürsten. Er erreichte W. Wrangel auch noch diesseit des Passes von F. Derselbe hatte sich mit 4000 Reitern, 7000 Mann zu Fuß und 38 Geschützen bei Linum aufgestellt. Hier traf ihn der brandenburgische Vortrab, 1500 Reiter unter dem Prinzen von Homburg, am frühen Morgen des 28. Juni und erbat und erhielt (gegen Derfflingers Rat) vom Kurfürsten die Erlaubnis, ihn anzugreifen und festzuhalten, bis die übrige Reiterei (4200 Mann) und die 13 Geschütze herankämen. Wrangel wich nach Hakenberg zurück; die Brandenburger folgten und besetzten mit ihren Kanonen eine Anhöhe auf dem rechten Flügel des Feindes, die dessen Stellung beherrschte. Diese Höhe suchte das schwedische Fußvolk wieder zu erstürmen. Als zwei brandenburgische Regimenter wichen, stellte sich der Kurfürst an die Spitze seiner Reiterei und warf den Angriff zurück. Hierbei wurde sein Stallmeister Froben (s.d.) dicht neben ihm erschossen. Wrangel trat endlich nach großen Verlusten (2100 Mann, 10 Fahnen und Standarten) unter dem Schutz seines linken Flügels den Rückzug nach F. an, das der Kurfürst aus Mangel an Fußvolk nicht anzugreifen wagte. Erst am 29. wurde die Stadt eingenommen, und der Rückzug Wrangels artete nun in wilde Flucht aus, in die auch das Korps des Feldmarschalls verwickelt wurde. Die Brandenburger hatten nur 500 Mann verloren. Zum Andenken an diese Schlacht ließ 1800 Herr v. Rochow auf Rekahn an der Landstraße von Linum ein Denkmal errichten; ein zweites Monument auf dem Schlachtfeld wurde von dem Havelländischen Kriegerverein 1857 aufgestellt. 1875 ward der Grundstein zu einem neuen Denkmal beim Dorfe Hakenberg gelegt, das 1879 eingeweiht wurde; dasselbe besteht in einem hohen, von einer Viktoria gekrönten Turm. Vgl. v. Witzleben und Hassel, Zum 200jährigen Gedenktag von F. (Berl. 1875); Schottmüller, Fehrbellin (das. 1875).[2]

Ergebnis

Die Auseinandersetzung und der Abschluß des Friedens von Nimwegen im Jahre 1679 hinderte Frankreich an der Annexion der Niederlande. (siehe auch: Französische Ostexpansion)

Literatur

  • Franz Jos. Adolph Schneidawind: Der Ueberfall von Rathenow und die Schlacht bei Fehrbellin durch die großen Kurfürsten Friedrich Wilhelm von Brandenburg, 1841 (PDF-Datei)
  • August von Witzleben, Paul Hassel: Fehrbellin, 18. Juni 1675. Zum 200 jährigen Gedenktage (PDF-Datei) Für Nicht-USA-Bewohner nur mit US-Proxy abrufbar!

Verweise

Fußnoten

  1. Im Schwedisch-Brandenburgischen Krieg diente Wolmar Freiherr Wrangel af Lindeberg 1674 als Generalleutnant zusammen mit seinem Halbbruder, der seit 1664 Reichsmarschall war. Bei diesem Krieg war Wolmar Wrangel die dritte Person in der Rangfolge nach dem Reichsmarschall und Feldmarschall Conrad Mardefelt. Da sowohl der Reichsmarschall als auch Conrad Mardefelt durch Krankheit ihre Position nicht ausführen konnten, war Wolmar Wrangel faktisch der Oberbefehlshaber der schwedischen Truppe, die 1675 in der Schlacht von Fehrbellin unterlag.
  2. Meyers Großes Konversations-Lexikon, 1905–1909