Mark Brandenburg

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Die mittelalterliche Mark Brandenburg um 1320

Die Mark Brandenburg war eine Markgrafschaft des Heiligen Römischen Reiches, die etwa von 1157 an bis zur Umwandlung in die Provinz Brandenburg im Jahre 1815 bestand und deren Kernbereich Kurmark 1356 mit der Goldenen Bulle als eines von sieben Kurfürstentümern förmlich bestätigt wurde. Die Mark Brandenburg umfaßte den größten Teil des heutigen Bundeslandes Brandenburg, Berlin, die im nördlichen Sachsen-Anhalt gelegene Altmark und die östlich der Oder gelegene Neumark mit dem Land Sternberg.

Mark Brandenburg

Zeit bis 1100

1127 kam in der Burg Brandenburg der letzte Heidenfürst Pribislaw an die Macht. Er trug den Taufnamen Heinrich und wird in der Literatur zumeist mit dem Doppelnamen Pribislaw-Heinrich genannt. Da bereits sein Vorgänger Meinfried Christ war, ist es möglich, daß Pribislaw-Heinrich selbst schon als Kind die Taufe empfangen hat.

Da er enge Verbindungen zum Adel pflegte und vom Kaiser offenbar die Krone eines Unterkönigs erlangt hatte, war es ihm gelungen, das Hevellergebiet, Brandenburg bis Spandau, an das Reich zu binden und den Überfall des Polenfürsten Jaxa auf Brandenburg abzuwehren.

1100–1300

Mit der zweiten Phase der Ostsiedlung trieb Albrecht der Bär die Ostpolitik der aus Aschersleben stammenden Askanier entscheidend voran. Pribislaw wurde Taufpate von Albrechts erstem Sohn, Otto I., und übergab Otto als Patengeschenk die Zauche.

1134 erhob Kaiser Lothar den Pribislaw in den Königstand (später wieder aberkannt). Um 1134 erhielt Albrecht von dem kinderlosen Pribislaw die Zusage, daß er nach Pribislaws Tod als dessen Erbe eingesetzt würde. So konnte er nach dessen Tod im Jahre 1150 die Residenz der Heveller, die Burg Brandenburg, friedlich übernehmen. Die Burg Spandau ließ er als askanische Burg neu errichten. Albrecht der Bär nannte sich 1157 erstmals Markgraf in Brandenburg.

Seit 1157 rief Albrecht der Bär Siedler in die Mark, die aus der Altmark, dem Harz, Flandern (daher der Begriff Fläming) und den Rheingebieten in das Land kamen. Eine wichtige Rolle spielten dabei Seeländer und Holländer, die nach verheerenden Sturmfluten im eigenen Land gerne neue Siedlungsgebiete annahmen und mit ihrer Erfahrung im Deichbau zu den Eindeichungen von Elbe und Havel beitrugen, die in den 1160er Jahren in Angriff genommen wurden.

Askanier betrieben weiterhin eine Politik der Expansion nach Osten und Nordosten, letztere mit dem Ziel einer Anbindung an die Ostsee, einem der damals wichtigsten internationalen Handelsmärkte. Nach der Schlacht bei Bornhöved (1227) sicherte Brandenburg seinen Anspruch auf Pommern und gewann die Uckermark.

1314 kam es zum Erbschaftsstreit um die Herrschaft Stargard. Im Jahre 1315 besetzte Markgraf Woldemar das Land Stargard. Heinrich II. konnte aber Woldemar bei Gransee besiegen und bekam mit dem Templiner Frieden vom 25. November 1317 die Herrschaft Stargard endgültig zugesprochen. Der Friede von Templin besiegelte 1317 die Niederlage Waldemars gegen eine Koalition norddeutscher Fürsten, die vom Dänenkönig angeführt wurden. Die Herrschaft Stargard gelangte dauerhaft zu Mecklenburg, zudem ging der Ostseezugang mit den Landen Schlawe, Stolp und Rügenwalde an Herzog Wartislaw IV. von Pommern-Wolgast verloren. Mit dem Tod von Waldemar und seinem unmündigen Vetter Heinrich (1319 bzw. 1320) erlosch die brandenburgische Linie der Askanier im Mannesstamm.

Unter den Wittelsbachern (1323–1373)

Nachdem er mit seinem Sieg über die Habsburger freie Hand bekommen hatte, übertrug der Wittelsbacher Kaiser Ludwig IV., ein Onkel des letzten märkischen Askaniers Heinrichs II., 1323 die Mark Brandenburg seinem ältesten Sohn Ludwig I.

Von Anfang an war die wittelsbachische Regierung über Brandenburg von schweren Spannungen mit dem einheimischen Adel geprägt. 1325 erschlugen die Berliner und Cöllner Bürger Propst Nikolaus von Bernau, der als Parteigänger des Papstes gegen den Kaiser auftrat. Daraufhin verhängte der Papst über Berlin das Interdikt. Mit dem Herzogtum Pommern gab es kriegerische Auseinandersetzungen. Nach dem Tod des Kaisers 1347 wurde Ludwig I., dessen Herrschaft vom einheimischen Adel abgelehnt wurde, mit dem falschen Waldemar konfrontiert, den der neue römisch-deutsche König Karl IV. von Luxemburg zunächst anerkannte, bis er mit den Wittelsbachern 1350 eine Einigung erzielte. 1351 gab Ludwig dann im Luckauer Vertrag die Mark an seine jüngeren Halbbrüder Ludwig II. und Otto V. ab, um im Gegenzug Oberbayern alleine regieren zu können.

Ludwig II. zwang den Falschen Woldemar endgültig zum Verzicht auf die Mark Brandenburg und erlangte durch die Goldene Bulle 1356 die Kurwürde. Brandenburg wurde somit Kurfürstentum und hatte eine Stimme bei der Königswahl. Als Ludwig II. 1365 starb, übernahm Otto die Regierung, die er jedoch bald vernachlässigte. 1367 verkaufte er die Niederlausitz, die zuvor schon an die Wettiner verpfändet worden war, an Karl IV.. Ein Jahr später verlor er die Stadt Deutsch Krone an den polnischen König Kasimir den Großen.

Unter den Luxemburgern

Seit der Mitte des 14. Jahrhunderts unternahm Kaiser Karl IV. mehrere Versuche, die Mark für sein Geschlecht der Luxemburger zu erwerben. Ihm ging es dabei vor allem um die Kurstimme Brandenburgs (die böhmische hatten die Luxemburger schon), mit deren Hilfe die Wahl von Kaisern aus dem Haus Luxemburg gesichert werden sollte.

1373 war er schließlich gegen Zahlung von 500.000 Gulden an Otto V. erfolgreich (Vertrag von Fürstenwalde), und auf einem Landtag in Guben wurde das Kurfürstentum Brandenburg wie auch die Niederlausitz mit dem Königreich Böhmen, welches das bedeutendste Territorium der Luxemburger war, „auf ewig“ verbunden. Bei dieser Gelegenheit entstand das Landbuch Karls IV. In Tangermünde ließ Kaiser Karl die Burg als kurfürstliche Residenz ausbauen. Doch schon unter seinem Neffen Jobst von Mähren sank die Macht der Luxemburger in Brandenburg gegenüber dem landständischen Adel. Unter den Wittelsbacher und Luxemburger Markgrafen kam es zum Verfall der landesherrlichen Gewalt, und die Bedeutung der adeligen Landstände nahm zu.

Unter den Hohenzollern

1415–1618

Der Hohenzoller Friedrich VI. von Nürnberg wurde 1411 von dem Luxemburger König Sigismund zum erblichen Hauptmann und Verwalter der Mark Brandenburg eingesetzt. Dies geschah in Anerkennung für dessen vorhergegangene Unterstützung bei der Königswahl am 20. September 1410 in Frankfurt am Main.

Die offizielle Übertragung erfolgte vier Jahre später am 30. April 1415 auf dem Konstanzer Konzil. Die Huldigung der brandenburgischen Stände fand noch im selben Jahr am 21. Oktober in Berlin statt. Die förmliche Belehnung mit der Kurmark und die Verleihung der Würde des Erzkämmerers vollzog König Sigismund, wiederum auf dem Konstanzer Konzil, am 18. April 1417. Als brandenburgischer Markgraf wurde Friedrich VI. von Nürnberg dann in der Folge als Friedrich I. von Brandenburg bezeichnet. Er machte Berlin zu seiner Residenz, zog sich aber in seine fränkischen Besitzungen zurück, nachdem er 1437 die Regierung über die Mark Brandenburg seinem Sohn Friedrich II. übertragen hatte.

1525 schloß sich als erster Staat überhaupt das Herzogtum Preußen, 1539 auch die Mark Brandenburg der Reformation an. Die brandenburgischen Hohenzollern betrieben eine Politik der Ausdehnung ihres Einflusses. Dabei standen sie zwischen Dänemark und insbesondere Schweden im Norden, mußten aufgrund des preußischen Status vorsichtig gegenüber Polen agieren und fanden sich im Westen im Konflikt mit Frankreich. In diesem Umfeld gelang es dem Kurfürsten Johann Sigismund im Zuge des Jülich-Klevischen Erbfolgestreites 1614, den Anspruch auf das Herzogtum Kleve, die Grafschaft Mark und die Grafschaft Ravensberg erfolgreich für sich durchsetzen können. Diese neugewonnenen Provinzen blieben allerdings vom Kernstaat räumlich, politisch und wirtschaftlich isoliert.

Personalunion der Mark Brandenburg mit dem Herzogtum Preußen (1618–1701)

Ab 1618 wurde die Mark Brandenburg von den hohenzollerschen Markgrafen zusammen mit dem Herzogtum Preußen in einer Personalunion regiert. Die Mark blieb zwar wichtigstes Herrschaftsgebiet, hatte aber nicht mehr den Absolutheitsanspruch auf seinen Herrscher, der sich zunehmend seinen anderen Landesteilen widmete.

Die Mark Brandenburg war um 1618 kein reiches Land. 1619 betrugen die Staatsschulden 2.142.000 Reichstaler. Die Mark lebte ausschließlich vom Ackerbau. Gehobenere Güter mußten importiert werden.

Als 1618 der Dreißigjährige Krieg ausbrach, blieb die Mark Brandenburg bis 1626 von seinen Auswirkungen verschont. Am 3. April 1625 brach der Dänisch-Niedersächsische Krieg aus, in dem Dänemark, England und Holland sich gegen die Katholische Liga verbündeten. Brandenburg wollte sich weder der einen noch der anderen Seite anschließen, so daß sich seine Lage immer bedrohlicher entwickelte, da es sich geopolitisch zwischen allen am Konflikt beteiligten Parteien befand.

Dänische Kontingente rückten inzwischen in die Altmark und die Prignitz ein. Infolgedessen nahmen die kaiserlichen Generäle an, der brandenburgische Kurfürst stehe insgeheim mit dem Dänenkönig im Bunde. Nachdem die dänische Armee in der Schlacht bei Dessau geschlagen worden war, strömten die geschlagenen dänischen Soldaten nach Norden zurück, wobei sie die Kurmark verwüsteten.

Da ganz Norddeutschland den kaiserlichen Truppen offenlag, nahm der Kurfürst Georg Wilhelm Verhandlungen mit dem Kaiser auf. Infolgedessen mußte der Kurfürst das Land den kaiserlichen Truppen öffnen. Diese plünderten die Mark bei ihrem Durchmarsch, wodurch der Wohlstand, der in den friedlichen Jahrzehnten seit dem Augsburger Religionsfrieden aufgebaut worden war, zusammenbrach. Die Kurmark wurde in dieser Zeit von den kaiserlichen Truppen beherrscht, während der Kurfürst nach Preußen geflohen war. Durch die Flucht des Kurfürsten war die Kurmark jeder Willkür preisgegeben. Eine vorübergehende Entlastung gab es erst nach dem Sturz Wallensteins im Jahre 1630.

Am 6. Juli 1630 landete der Schwedenkönig Gustav Adolf mit 13.000 Mann auf Usedom. Die Kurmark wurde abwechselnd von Feind und „Freund“ besetzt. Der Kurfürst Georg Wilhelm zog sich wieder nach Preußen zurück. Am 1. Dezember 1640 verstarb er in Königsberg.

Durch Hungersnot und Pest infolge der vielen Truppendurchzüge war die Bevölkerungszahl in der Kurmark Brandenburg dramatisch zusammengeschrumpft. Die Einwohnerzahl von Berlin-Cölln ging von einstmals 12.000 Menschen im Jahre 1619 auf weniger als 6.000 im Jahr 1640 zurück. Die Stadt Brandenburg verkleinerte sich von einst 12.000 Menschen im Jahre 1619 auf nur noch 2.500 Menschen im Jahr 1643. Beelitz hatte statt 1.000 noch 50 Bewohner, Prenzlau statt 9.000 noch 600, Osterburg statt 2.500 noch 125, Strausberg war von 2.000 auf 150, Potsdam von 1.400 auf 600 Bewohner geschrumpft. Die Zahl der bewohnten Dörfer war auf die Hälfte des Vorkriegsstandes, nämlich von 8.000 auf 4.000, zurückgegangen. Im Frühjahr wurden die Felder nicht bestellt und in der Folge nicht geerntet. Auch die kurfürstlichen Domänen waren von dem allgemeinen Ruin des Landes nicht ausgenommen. Vor dem Krieg hatten die Domäneneinkünfte der Mark Brandenburg 260.000 Taler betragen, 1640 kamen noch 35.000 Taler zusammen.

Das erste Ziel der kurfürstlichen Politik war es nun, das Land zu befrieden. Dies versuchte der Kurfürst durch einen Ausgleich mit Schweden zu erreichen, der ab dem 24. Juli 1641 für zwei Jahre galt. In der Folgezeit standen die Schweden zwar noch immer in der Mark, aber offiziell nicht mehr als Feind. Der Waffenstillstandsvertrag sah vor, daß die kurfürstliche Regierung monatlich 10.000 Taler an die schwedischen Truppen zu bezahlen hatte. In Verhandlungen mit dem schwedischen Reichskanzler Axel Oxenstierna gelang es den Brandenburgern am 28. Mai 1643, einen Vertrag auszuhandeln, der das ganze Land formell der kurfürstlichen Verwaltung zurückgab. Dennoch blieben die Kontributionen von 120.000 Talern an die Schweden bestehen. Bis zum Westfälischen Frieden 1648 blieb Brandenburg von den Schweden besetzt.

Der Wiederaufbau der Mark zog sich bis weit ins 18. Jahrhundert hinein. In der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts war es Friedrich Wilhelm, der Große Kurfürst, der die Macht Brandenburgs ausbaute, die Kurbrandenburgische Marine aufbaute und Kolonien in Westafrika und in der Karibik erwarb (Groß-Friedrichsburg, St. Thomas, Arguin).

Diese Zeit ist gekennzeichnet von einer starken Machtstellung der Gutsherren. Im Vertrag von Wehlau erlangte 1657 der Kurfürst der Mark Brandenburg die Souveränität über Preußen. Ab 1685 wurde das Land für hugenottische Einwanderer geöffnet.

Die Mark Brandenburg als Kernprovinz des Königreichs Preußen (1701–1815)

Am 18. Januar 1701 krönte sich der Kurfürst Friedrich III. zum König Friedrich I. in Preußen. Damit wurde fortan die Mark Brandenburg, das Stammland Preußens, in seiner bisherigen führenden Stellung herabgesetzt und als Bestandteil des neuen Königreichs in diesem als Provinz eingegliedert. Die Geschichte der Mark Brandenburg fällt fortan mit der des Königreichs Preußen zusammen. Den Titel Markgraf von Brandenburg führten die preußischen Könige dennoch weiter.

Am 30. April 1815 wurde das Königreich Preußen in zehn Provinzen aufgeteilt. Damit hörte die Mark Brandenburg de jure als verwaltungspolitische Einheit auf zu bestehen. Sie ging in der neugegründeten Provinz Brandenburg auf; die Altmark wurde der neuen preußischen Provinz Sachsen zugeschlagen (ohne das braunschweigische Amt Calvörde, das auch in der Region lag). Die Provinz Brandenburg wurde in die Regierungsbezirke Potsdam (Prignitz, Uckermark, Mittelmark und die neuen sächsischen Gebiete) und Frankfurt (Niederlausitz und die östlich der Oder gelegenen Gebiete) eingeteilt. Provinzhauptstadt wurde zunächst Berlin.

Verweis

Literatur

  • Georg Wilhelm von Raumer: Regesta historiae Brandenburgensis = Chronologisch geordnete Auszüge aus allen Chroniken und Urkunden zur Geschichte der Mark Brandenburg (1836) (PDF-Datei)
  • Richard George: Hie gut Brandenburg alleweg! Geschichts- und Kulturbilder aus der Vergangenheit der Mark und aus Alt-Berlin bis zum Tode des Großen Kurfürsten, Berlin 1900 (Netzbuch)
  • Ernst Friedel / Oskar Schwebel: Bilder aus der Mark Brandenburg vornehmlich der Reichshauptstadt, 1882 (PDF-Datei) Für Nicht-USA-Bewohner nur mit US-Proxy abrufbar!
  • Fedor von Zobeltitz: Land und Leute, Monographien zur Erdkunde, XIV. „Berlin und die Mark Brandenburg“, 1902 (PDF-Datei)
  • Melle Klinkenborg: Die Siegel der Landesherren der Mark Brandenburg von 1415 bis 1688, in: Hohenzollern-Jahrbuch. Forschungen und Abbildungen zur Geschichte der Hohenzollern in Brandenburg-Preussen, Band 8, 1904 (PDF-Datei)
  • Adalbert Kuhn: Märkische Sagen und Märchen. Nebst einem Anhange von Gebräuchen und Aberglauben (1843) (PDF-Datei)