Seidl, Alfred

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Alfred Seidl (Lebensrune.png 29. Januar 1911 in München; Todesrune.png 24. November 1993 ebenda) war ein deutscher Rechtsanwalt. Er war Angehöriger der Wehrmacht im Zweiten Weltkrieg, SA- und NSDAP-Mitglied, Verteidiger von Rudolf Heß und Hans Frank beim Nürnberger Tribunal und als CSU-Politiker Innenminister Bayerns.

Leben und Wirken

Seidl studierte nach dem Abitur von 1931 bis 1935 Rechtswissenschaften und Volkswirtschaftslehre an der Universität München; 1937 folgte die Promotion zum Dr. jur., 1940 die Zulassung zum Rechtsanwalt. Seidl diente bis 1945 in der Wehrmacht, zuletzt als Sanitätsobergefreiter und wurde unmittelbar nach der bedingungslosen Kapitulation der Wehrmacht Mitglied der CSU. Von 1958 bis 1986 gehörte er ununterbrochen dem Bayerischen Landtag an. Von 1972 bis 1974 führte er die CSU-Landtagsfraktion an und war auch Mitglied im Parteivorstand. Von 1974 bis 1977 war Seidl Staatssekretär im Bayerischen Justizministerium, von 1977 bis 1978 Justizminister Bayerns. Danach wirkte Seidl wieder als Rechtsanwalt und verstarb 1993 in seiner Heimatstadt.[1] Im Zusammenhang mit den Terroranschlägen der Roten Armee Fraktion forderte Seidl die Wiedereinführung der Todesstrafe für Terroristen.[2]

Erst nach seinem Tod wurde seine jahrzehntelange juristische und politische Beratertätigkeit für den Verleger und Vorsitzenden der Deutschen Volksunion, Gerhard Frey, bekannt.[3]

Nürnberger Tribunal und Sonstiges

Seidl wurde im November 1933 Mitglied der SA und konnte erst nach der Mitglieder-Aufnahmesperre der NSDAP am 1. Mai 1937 Parteimitglied werden. Er betätigte sich im Nationalsozialistischen Rechtswahrerbund, in der Nationalsozialistischen Volkswohlfahrt und im Reichsluftschutzbund. Vor den Scheingerichten der Siegermächte trat er als Verteidiger von Rudolf Heß, Hans Frank, Hans Heinrich Lammers, Oswald Pohl, Karl Brandt, Fritz Fischer, Karl Gebhardt, Herta Oberheuser, Walter Dürrfeld und Ilse Koch auf.[4] Seidl war Mitbegründer der Zeitgeschichtlichen Forschungsstelle Ingolstadt.

Veröffentlichungen

  • Der Beginn der Straftat. Würzburg 1938
  • Der Fall Rudolf Hess 1941–1987. Dokumentation des Verteidigers. München 1997
  • Der verweigerte Friede. Deutschlands Parlamentär Rudolf Hess muß schweigen. Berlin 1991

Fußnoten