The Valour and the Horror

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The Valour and the Horror (deutsch: Die Tapferkeit und das Grauen) war eine kanadische dreiteilige Dokumentations-Miniserie (Regisseur: Brian McKenna, 312 Minuten), die zum ersten mal 1992 von CBC Television ausgestrahlt wurde. Sie zeigte nicht nur den Werdegang der Kanadier im Zweiten Weltkrieg auf, sondern entlarvte auch die exzessive Kriegsverbrechen der vermeintlichen „Befreier“.

Erläuterung

Neben den VS-amerikanischen Fallschirmjägern (insbesondere der 82. VS-amerikanischen Luftlandedivision) waren die Kanadier für den harten Umgang mit deutschen Kriegsgefangenen bekannt, besonders mit Waffen-SS-Männern, aber auch deutschen Fallschirmjägern. So meldete das II. kanadische Korps Anfang August 1944 insgesamt 1327 deutsche Gefangene, darunter aber nur acht Männer der 12. SS-Panzer-Division „Hitlerjugend“, obwohl sie ein wichtiger Pfeiler der deutschen Front im Abschnitt der Kanadier war.

Der Army-Historiker Forrest C. Pogue notierte im Januar 1945 rückblickend über seine eigenen Erfahrungen in der Normandie, speziell mit Männern der alliierten Luftlandedivisionen:

„Viele von ihnen haben einen Geschmack fürs Töten entwickelt und zwar in einem Ausmaß, daß man sie nicht mehr auf Patrouille schicken kann, wenn Gefangene benötigt werden, weil sie sich weigern, Gefangene zu machen.“

Schon der in Kriegsgefangenschaft geratene Kurt Meyer konnte bezeugen, wie Partisanen, aber auch Alliierte mit deutschen Soldaten umgingen. Schon während dem Militärtribunal gegen Meyer Ende 1945 konnte man die ersten Stimmen vernehmen, daß auch die eigenen taten hinterfragt werden müssen. Dies wurde jedoch vorerst im keim erstickt.

Erst Anfang der 1990er sorgten die kanadischen Kriegsverbrechen während der Invasionskämpfe für heftige und emotionsgeladene Diskussionen nach dem erscheinen des hervorragend recherchierten und entlarvenden Dokumentarfilmes zweier Journalisten „The Valour and the Horror: The Untold Story of Canadians in the Second World War“ (Merilyn Simonds und Merrily Weisbord, 1991).

Als dann 1992 die dokumentarische Miniserie „The Valour and the Horror“ herauskam, liefen kanadische Veteranen Amok. Sie versuchten, den Film verbieten zu lassen und verklagten die Filmemacher auf 500 Millionen US-Dollar. Auch der Staat bzw. der kanadische Senat ermittelte gegen die Produzenten, aber alle Gerichtsinstanzen verwarfen jedwede Klageversuche. Insbesondere der Vorsitzende Richter von Ontario, Robert Montgomery, lehnte eine Zivilklage, obschon er selbst Veteran des Krieges war. Das kanadische höchste Gericht „Supreme Court“ weigerte sich die Klagerevision anzunehmen.

Als die offizielle Geschichte der Royal Canadian Air Force (The Crucible of War, 1939-1945: The Official History of the Royal Canadian Air Force) 1994 erschien, bestätigten die Militärhistoriker die Schlußfolgerungen der Macher von „The Valour and the Horror“. Das „Strategic Bombing“ der Alliierten wird als Verbrechen gegen die Menschlichkeit dargestellt.

Queen Mum was not amused

1993 sollte die dreiteilige Serie beim Londoner Fernsehsender „Channel Four Television Corporation“ laufen. Die Mutter der Königen, Ehrenoberst des „Bomber Command“ (Bomberleitstelle der RAF), versuchte mit allem Mitteln, die Ausstrahlung zu verhindern, was ihr allerdings mißlang. Im Gegenteil, ihr bemühen führte zum großen Quotenerfolg, auch war der Film in England Auslöser eines verstärkt kritischen Umganges mit dem Bombenterror gegen Deutschland im Zweiten Weltkrieg.

Serientitel

  • Death by Moonlight: Bomber Command
    • Tod im Mondschein; die folge behandelte den Bombenholocaust der alliierten Terrorflieger. Die Dokumentarfilmer kamen zu dem Schluß, daß das „RAF Bomber Command“ (vom 14. Juli 1936 bis 1968 das Oberkommando über die Bomberflotte der Royal Air Force) bewußt Verbrechen gegen die Zivilbevölkerung billigte und kanadische Flugzeugführer sowie Besatzungen mißbrauchte und falsch informierten. „Bomber Command“, so die Filmemacher, haben mindestens 600.000 deutsche Zivilisten, Männer, Frauen und Kinder, bewußt ermordet, um die Moral im Deutschen Reich zu brechen.
  • In Desperate Battle: Normandy 1944
    • Verzweifelte Schlacht; die dritte und letzte Folge behandelt die Ausbildung und den Einsatz der Kanadier bei der Invasion in der Normandie und beschreibt gegenseitige Kriegsverbrechen. Deutsche, aber auch britische Zeugen bestätigen, daß manche kanadische Generäle den Befehl herausgegeben haben, keine Gefangene zu machen. Ein britischer Matrose mußte bezeugen, wie Kanadier noch am Strand in der Normandie, junge deutsche Soldaten in die Dünen führten und ihnen nacheinander die Hälse durchschnitten. Ein kanadischer Veteran und Kommandeur gibt in der Folge erstmalig nach dem Krieg zu (ab 32 min.), daß er eine Kompanie völlig erschöpfter deutscher Soldaten in einen Fluß befahl, wobei die meisten elendig ertranken. Er bemerkt, man hätte ihn schon damals als Kriegsverbrecher anklagen können, und er fühlte sich „really bad“ als er die vielen Leichen neben der Brücke gestapelt vorfand. Der Narration des Filmes stellt fest, deutsche Täter wurden angeklagt, weil sie den krieg verloren hatten. Die Täter der Sieger dagegen nicht.

Ehrungen

Die Dokumentation wurde mehrfach ausgezeichnet und gewann 1993 dreimal den höchsten fernsehpreis „Gemini Award“, unter anderem für „Beste Dokumentarserie“. In Frankreich wurde die Serie beim renommierten „Prix Gemaux“ zweimal zum Sieger gekürt, für „Beste Dokumentation“ und „Beste Regie“.

Filmbeiträge

Savage Christmas: Hong Kong 1941
Death by Moonlight: Bomber Command
In Desperate Battle: Normandy 1944

Siehe auch

Literatur

  • David Taras: The Struggle over The Valour and the Horror – Media Power and the Portrayal of War, in: „Canadian Journal of Political Science“, 1995