Tucholsky, Kurt

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Kurt Tucholsky (Lebensrune.png 9. Januar 1890 in Berlin; Todesrune.png 21. Dezember 1935 in Hindas bei Gotenburg[1]) war ein jüdischer Journalist und Schriftsteller. Er schrieb auch unter den Pseudonymen Kaspar Hauser, Peter Panter, Theobald Tiger und Ignaz Wrobel.

Werdegang

Kurt Tucholsky wurde am 9. Januar 1890 in Berlin als Bankierssohn[2] geboren. Er studierte Jura und promovierte zum Dr. jur. Danach war er einige Zeit Angestellter einer Bank.[3]

Wirken

Tucholsky zählte zu den bekanntesten Publizisten der Weimarer Republik. Als politisch engagierter Journalist und zeitweiliger Mitherausgeber der Wochenzeitschrift Die Weltbühne erwies er sich als Gesellschaftskritiker in der Tradition Heinrich Heines. Zugleich war er Satiriker, Kabarettautor, Liedtexter, Romanautor und Lyriker. Er verstand sich selbst als linker Demokrat, Pazifist und Antimilitarist. Berüchtigt sind seine Texte zur Verharmlosung der Verbrechen des roten Sowjetregimes und zur Rechtfertigung der kommunistischen Terrorherrschaft in Rußland. Hierbei findet sich auch kein Quentchen Pazifismus mehr.

Viele gängige Darstellungen über den Literaten Kurt Tucholsky entsprechen nicht der Wahrheit. So wurde er beispielsweise nicht „1933 von den Nazis vertrieben“, sondern lebte schon seit 1924 im Ausland, zunächst in Paris, ab 1929 in Schweden. Daß für seinen Suizid 1935 in Hindas bei Gotenburg die zwei Jahre zuvor verfügte Aberkennung der deutschen Staatsbürgerschaft maßgeblich gewesen sei, ist unhaltbar, da er ohnehin Deutschland und den Deutschen kaum emotional verbunden war; er litt vielmehr an schweren Depressionen und einer wild schmerzenden chronischen Siebbeinvereiterung. Daß er ein stets geradliniger Verfechter des Linksliberalismus gewesen sei, ist auch nicht durch Fakten gedeckt: Im Ersten Weltkrieg brachte er als Propagandist im Stabe der Fliegerschule Ost (Kurland) chauvinistisch geprägte Durchhalteaufrufe zu Papier; im Auftrage der Reichsregierung nach 1918 in Oberschlesien publizistisch tätig, rief er im Kampfblatt „Pieron“ auf: „Schlagt die polnischen Hexen!“

Tucholsky war mit diesen Beiträgen von 1913 bis 1933 Mitarbeiter der „Schaubühne“, die später „Weltbühne“ genannt wurde. Zuerst unter und mit Siegfried Jacobsohn, dann nach dessen Tod mit dem späteren Friedensnobelpreisträger Carl von Ossietzky.[3]

In der Weimarer Zeit schrieb er nicht nur für die „Weltbühne“, sondern auch für das Zentralorgan der Stalinisten, „Die Rote Fahne“, und er setzte sich für eine Reichspräsidentschaft Ernst Thälmanns ein, der Deutschland dem Sowjetreich anschließen wollte.

Tucholsky überschüttete nicht nur Deutschland und die Deutschen mit Hohn und Spott („Dieses Deutschtum ist unerträglich“), er wünschte auch Andersdenkenden und sogar ihren Kindern den qualvollen Vergasungstod (Aufruf „Möge das Gas in Eure Spielstuben schleichen“; „Weltbühne“, 30/1927), bezeichnete politische Gegner als Tiere (Broschüre „Tiere sehen dich an“) und fand antijudaistische Einstellungen: Den Juden sei das Bankkonto lieber als die Religion, außerdem seien sie feige; Hitler habe „das Judentum besiegt, wie es das verdient“.[2]

1911 hatte er die jüdische Volksgemeinschaft verlassen. Kurz vor seinem Tode aber schrieb er: „Ich bin aus dem Judentum ausgetreten, und ich weiß, daß man das gar nicht kann.“ Der jüdische Publizist Rabbiner Dr. Joachim Prinz schrieb: „Mit Recht hat man den Kaffeehaus-Juden Heimatlosigkeit vorgeworfen. Dieser Tucholsky und seine hundert Nachfahren hatten die Achtung vor ihrer eigenen jüdischen Nationalität verloren. Deshalb fehlte es ihnen oft an Achtung vor den Kräften der anderen Nationen.“ Ähnlich äußerte sich z. B. Golo Mann.[2]

Zitate

  • „Der eigene Hund macht keinen Lärm – er bellt nur.“ [4]
  • „Im übrigen gilt ja hier derjenige, der auf den Schmutz hinweist, für viel gefährlicher als der, der den Schmutz macht.“ [5]
  • „Jedesmal aber, wenn die Technik ein neues Mittel zur Reproduktion von Meinungsäußerungen erfunden hat, fährt den reaktionären Stieseln ein Schreck ins Gebein.“
  • „Möge das Gas in die Spielstuben eurer Kinder schleichen. Mögen sie langsam umsinken, die Püppchen. Ich wünsche der Frau des Kirchenrats und des Chefredakteurs und der Mutter des Bildhauers und der Schwester des Bankiers, daß sie einen bitteren qualvollen Tod finden, alle zusammen.“[6] – adressiert an die damaligen bürgerlichen Schichten, die Tucholskys pazifistische Haltung überwiegend nicht teilten
  • „Ich spreche hier mit dem vollen Bewußtsein dessen, was ich sage, aus, daß es kein Geheimnis der deutschen Wehrmacht gibt, das ich nicht, wenn es zur Erhaltung des Friedens notwendig erscheint, einer fremden Macht auslieferte … Wir sind Landesverräter. Aber wir verraten einen Staat, den wir verneinen, zugunsten eines Landes, das wir lieben, für den Frieden und für unser wirkliches Vaterland: Europa.“[7][8]

Nachgesagtes Gedicht

Sein angebliches Gedicht zur Finanzkrise aus dem Jahr 1930 mit dem Titel „Wenn die Börsenkurse fallen“[9] stammt nicht von ihm, wenn es oftmals auch als seines ausgegeben wird. [10][11]

Fußnoten

  1. 20min.ch, 20. Julmond 2010: War Tucholskys Tod ein Versehen?
  2. 2,0 2,1 2,2 David Korn: Wer ist wer im Judentum? - FZ-Verlag ISBN 3-924309-63-9
  3. 3,0 3,1 Munzinger-Archiv GmbH, 1961
  4. kurt-tucholsky.info: Zitate undatiert
  5. kurt-tucholsky.info: Zitate undatiert
  6. In: Die Weltbühne, XXIII. Jahrgang, Nr. 30 vom 26. Juli 1927, Seite 152
  7. In: Die Weltbühne, Nr. 13, 27. März 1928, Seite 471
  8. Kurt Tucholsky: Die großen Familien
  9. PDF-Datei: Wenn die Börsenkurse fallen (auch hier wird Tucholsky fälschlicherweise als Verfasser angegeben)
  10. Frankfurter Rundschau
  11. Junge Freiheit