Vererbungslehre
Als Vererbungslehre (zuweilen auch als Erbkunde) bezeichnet man die Lehre von der Weitergabe von Merkmalen an die Nachkommen.
Inhaltsverzeichnis
Erläuterung
Vererbt werden Merkmale wie zum Beispiel Körperwuchs, Blutgruppe oder Haarfarbe, Anfälligkeiten für Krankheiten und Widerstandsfähigkeit, aber auch typische Verhaltensmuster wie Ängstlichkeit oder Selbstbewußtsein und Fertigkeiten wie beispielsweise handwerkliches Können oder musische Begabung. Die Gesetzmäßigkeiten der Vererbung wurden Mitte des 19. Jahrhunderts von dem Genetiker Gregor Mendel entdeckt.
Vorgang
Ein Vererbungsvorgang und die daraus folgende Kombination von Genen, die zur Ausprägung von bestimmten Merkmalen führt, wird Erbgang genannt. Ein von Mendel bereits beschriebener Erbgang ist der dominant-rezessive: Jedes Kind erhält die genetischen Merkmale beider Eltern. Die sich entsprechenden Gene müssen jedoch nicht immer gleich sein, sondern können variieren. Daher können sich verschiedene Eigenschaften ausprägen, je nachdem, welches Merkmal eines Genpaares sich durchsetzt.
Das Merkmal, das sich durchsetzt, wird dominant genannt, das andere rezessiv. Das rezessive Merkmal kann jedoch weitervererbt werden und in der übernächsten Generation wieder in Erscheinung treten. Ein Merkmal, das dominant-rezessiv vererbt wird, ist zum Beispiel die Augenfarbe (blaue Augen). Erbkrankheiten werden meist rezessiv vererbt.
Siehe auch
Literatur
- August Weismann: Über die Vererbung: Ein Vortrag (1883); PDF-Datei)
- Walter Bagehot: Der Ursprung der Nationen: Betrachtungen über den Einfluß der natürlichen Zuchtwahl und der Vererbung auf die Bildung politischer Gemeinwesen (1874); PDF-Datei
- Francis Galton: Genie und Vererbung (1910); PDF-Datei
- Heinrich Bayer: Über Vererbung und Rassenhygiene: ein allgemein orientierender Vortrag (1912); PDF-Datei Für Nicht-USA-Bewohner nur mit US-Proxy abrufbar!
- Albert Friehe: Was muss der Nationalsozialist von der Vererbung wissen (PDF-Datei)
- Arthur Schopenhauer: Erblichkeit der Eigenschaften. In: Die Welt als Wille und Vorstellung II, Zweiter Teilband, Kapitel 43, S. 604 (Ausgabe Diogenes 1977 ISBN 3 257 20424 8)
- Baur, Erwin und Fischer, Eugen und Lenz, Fritz – Grundriß der menschlichen Erblichkeitslehre und Rassenhygiene, 2 Bde. (1921)
- Gerhard Pfahler: Warum Erziehung trotz Vererbung?, Verlag BG Teubner, Leipzig 1940