Martini, Winfried

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Winfried Martini ( geb. 4. Juni 1905 in Hannover; gest. 23. Dezember 1991 in Bad Endorf) war ein deutscher Journalist.

Leben

Er besuchte ein humanistisches Gymnasium und durchlief noch vor dem Abitur eine kaufmännische Lehre. Nach sechsmonatiger Tätigkeit in der elterlichen Fabrik in Salzkotten bei Paderborn blieb er jedoch nicht in der Wirtschaft, sondern studierte acht Semester Jura an den Universitäten Frankfurt am Main und Berlin. Seine Promotion gab er zugunsten des Journalismus auf. Ab 1933 war er als Journalist tätig und ging von 1935 bis 1937 als Nahostkorrespondent der „Deutschen Allgemeinen Zeitung“ nach Jerusalem. Anschließend arbeitete er bis 1940 in der Rüstungsindustrie und im Auswärtigen Amt in Berlin. 1941 bis 1943 berichtete er für die „Vereinigten Auslands-Pressedienste“ (VERA) aus Stockholm. Im September 1944 wurde er zur Wehrmacht eingezogen und geriet bei Kriegsende in VS-amerikanische Kriegsgefangenschaft.

Als sogenannter „Unbelasteter“ konnte er direkt nach Kriegsende wieder als Journalist, unter anderem für „Die Welt“ und „Christ und Welt“ arbeiten und war Kommentator beim Bayerischen Rundfunk. Es wird gegen Martini die Beschuldigung erhoben, daß er in dieser Zeit eine Hetzkampagne gegen Mathilde Ludendorff und ihren verstorbenen Mann Erich Ludendorff geführt hat.[1] Er schrieb aber auch für „Die Zeit“ und behandelte dort vor allem die Themen Judentum und arabischer Nationalismus. Als Buchautor sorgte er mit zwei Publikationen für Aufsehen, in denen er die »beiden Grundprinzipien der Bundesrepublik: die unbedingte Westbindung und den ebenso unbedingten Antikommunismus« propagierte.

In seinem Buch „Das Ende aller Sicherheit. Eine Kritik des Westens“ (1954) stellte er die Frage nach der Krisenanfälligkeit der Demokratie. Demokratie sei kein Selbstzweck, sondern müsse am Kriterium der Wehrhaftigkeit (gegenüber der kommunistischen Bedrohung) gemessen werden. Martini bezweifelte, daß die westlichen Demokratien dem Kommunismus auf Dauer standhalten könnten.

1956 wurde er wegen seiner politischen Einstellung mit einem Berufsverbot belegt, wobei ihm vom damaligen Chefredakteur des Bayrischen Rundfunks, Walter von Cube, ein Sprechverbot auferlegt wurde. Zuvor hatte der bayrische Landesbezirksvorsitzende des Deutschen Gewerkschaftsbundes, Max Wönner, den Chefredakteur von Cube auf einen Leitartikel Martinis im „Münchner Merkur“ hingewiesen, in dem Martini erklärt hatte, man kämpfe gegen Gespenster, wenn man immer wieder gegen kaum mehr vorhandene alte Nationalsozialisten kämpfe und darüber vergesse, den eigentlichen Feind der Demokratie, den Kommunismus, zu bekriegen.

1960 analysierte er unter dieser Maßgabe die BRD als Freiheit auf Abruf. Darin attestierte er der Bundesrepublik nur eine geringe Lebenserwartung. Martini nannte diese Kritik »konstruktiven Pessimismus«, weil nur so die Mängel des Staates rechtzeitig erkannt und abgestellt werden könnten. Martini galt seitdem als Etatist in der Nachfolge Carl Schmitts, mit dem er einen umfangreichen Briefwechsel führte. In seinem Buch „Der Sieger schreibt die Geschichte. Anmerkungen zur Zeitgeschichte“ (1991), einer Geschichtsbetrachtung aus dem Blickwinkel des Augenzeugen, finden sich Wahrheiten über die Wirklichkeit des Dritten Reiches. Martini hoffte wie viele andere, daß die Wiedervereinigung zu einer Normalisierung des Umgangs der Deutschen mit ihrer Geschichte führen würde. Dies erfüllte sich nicht. Er starb 1991 in Bad Endorf.

Zitate

  • Im Kriege vollends, als es um Leben und Tod ging, waren die Deutschen miteinander schicksalhaft auf das engste verbunden, gleichgültig, ob man den Krieg oder das Regime billigte oder nicht. Hier konnte der Landesverrat nichts Positives bewirken.[2]

Werke (Auswahl)

  • Die Legende vom Hause Ludendorff, Inngau-Verlag, 1949
  • Das Ende aller Sicherheit, 1954
  • Freiheit auf Abruf, 1960
  • Die westliche Gesellschaft und die kommunistische Drohung, 1963
  • Der Sieger schreibt die Geschichte - Anmerkungen zur Zeitgeschichte, 1991

Verweise

Fußnoten

  1. Dietger Weber: Das Spruchkammerverfahren gegen Mathilde Ludendorff Teil 1 (PDF-Datei) und Teil 2 (PDF-Datei)
  2. in: Karl Balzer: „Der 20. Juli und der Landesverrat. Eine Dokumentation über Verratshandlungen im deutschen Widerstand“, 1971, S. 8