Zentralrat der Ex-Muslime

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Der Zentralrat der Ex-Muslime und sonstiger nichtreligiöser Menschen e. V. (kurz Zentralrat der Ex-Muslime oder ZdE) ist eine am 21. Januar 2007 in Köln gegründete Vereinigung von religionsfreien, säkular denkenden Menschen, die entweder mohammedanischen Glaubens waren oder aber aus einem mohammedanisch geprägten Herkunftsland stammen.[1]

Erläuterung

„Stoppt.Beschneidungen“ ist eine Kampagne des Zentralrats der Ex-Muslime in Österreich gegen Genitalverstümmelung.[2] Auch der deutsche Zentralrat der Ex-Muslime bezeichnete Beschneidung von Kindern als „Kindesmißhandlung unter religiösem Vorwand“.[3]

Zu den zehn Gründungsmitgliedern gehören die iranische Frauenrechtlerin Mina Ahadi (als Vorsitzende), die in ihrem Heimatland 1981 zum Tode verurteilt wurde, die türkische Publizistin Arzu Toker (als stellvertretende Vorsitzende), und Nur Gabbari, der Sohn eines irakischen Geistlichen.[4] Laut Satzung kann jeder Mitglied werden, der die Ziele des Vereins anerkennt, gleich ob er einmal Mohammedaner war beziehungsweise aus einem mohammedanischen Land stammt oder keine Verbindungen zum Mohammedanismus hat. Angehörige der letztgenannten Gruppe können allerdings nur außerordentliche Mitglieder werden.

Die Gründung des Zentralrats stellte einen Tabubruch dar, da im Mohammedanismus eine Abkehr vom Glauben (Apostasie) nicht vorgesehen ist und mit der Todesstrafe bedroht wird (in einigen Ländern, in denen die Scharia gilt, wird diese auch angewendet). Auch die Wahl des Namens ist provokant, da er auf den Zentralrat der Muslime anspielt, der in Deutschland etwa 20.000 von über 3.000.000 Mohammedaner repräsentiert, und dessen Name sich wiederum an den des Zentralrats der Juden anlehnt.

In einem Interview des Spiegel erklärte die Vorsitzende Ahadi:

„Die [mohammedanischen] Verbände [in Deutschland] tun so, als sprächen sie für alle – und werden teilweise von deutscher Seite auch so anerkannt. [...] Wir müssen ein Zeichen dagegen setzen und sagen: Nicht in unserem Namen. [...] Wir sind säkulare Humanisten. Diesen Menschen wollen wir eine Stimme geben. [...] Wir treten für Menschenrechte ein. [...] Wir wollen eine neue Bewegung schaffen, auch in anderen europäischen Ländern. [...] Wir wollen einen Gegenpol zu den muslimischen Organisationen bilden.“[5]

Einzelheiten zu seinen Zielen hat der Zentralrat der Ex-Muslime auf einer Pressekonferenz im Saal der Bundespressekonferenz am 28. Februar 2007 öffentlich gemacht. Hier wurde auch die Kampagne „Wir haben abgeschworen!“ begonnen, die auf die Kampagne der Frauenbewegung „Wir haben abgetrieben!“ anspielt. Unter anderem durch diese Kampagne sollen Ideen der Aufklärung den Mohammedanismus erreichen.

Vergleichbare Ziele hat die Initiative „Secular Islam“ des Islamkritikers Ibn Warraq, der zu den Unterzeichnern des Manifestes der 12 gehört und Herausgeber des Buches Leaving Islam. Apostates speak out ist.

Der Zentralrat der Ex-Muslime wird unterstützt von der Giordano Bruno Stiftung, vom Internationalen Bund der Konfessionslosen und Atheisten (IBKA), vom Bund für Geistesfreiheit München, sowie vom Humanistischen Pressedienst.[6]

Nach Morddrohungen radikaler Mohammedaner im Weltnetz wurde die Vorsitzende Ahadi Mitte Februar 2007 auf Betreiben der Polizei unter Personenschutz gestellt.[7]

Gründung gleichgesinnter Organisationen in anderen Ländern

Seit der Gründung des deutschen Zentralrats der Ex-Muslime sind in anderen westeuropäischen Ländern mit nennenswerter mohammedanischer Minderheit ähnliche Organisationen entstanden – darunter der Centralrådet ex-muslimer i Skandinavien[8] und der Council of ex-Muslims of Britain[9]. Die Ziele sind mit denen des deutschen Zentralrats vergleichbar, etwa die Forderung, den Einfluß des politischen Mohammedanismus zurückzudrängen.

In den Niederlanden mußte Ehsan Jami nach der Gründung einer Schwesterorganisation unter besonderen staatlichen Schutz gestellt werden, nachdem er drei Mal Opfer islamistischer Gewalt wurde. Zuletzt wurde er Anfang August 2007 zusammengeschlagen. Für ihn hatte sich unter anderem Afshin Ellian eingesetzt.

Siehe auch

Verweise

Fußnoten