Auferstehung

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Auferstehung (in altgr. ανάστασις; lat. resurrectio) bezeichnet die Wiedererstehung eines Toten zu neuem Leben. In diesem Zusammenhang spricht man von Auferstehung der Gestorbenen, des Leibes oder des Fleisches, die Wiederbelebung des toten Menschenleibes und, nach der Vorstellung von Leib und Seele als zweier verschiedenen Substanzen, die Wiedervereinigung der unsterblichen Seele mit ihm.

Altertum

Im „heidnischenAltertum tritt der Auferstehungsglaube nur sehr vereinzelt auf. Die altgriechische Volksreligion wußte nur von einem freudlosen, traumartigen Aufenthalt der abgeschiedenen Seelen im Schattenreich, aus welchem nur Halbgötter und Heroen in die Oberwelt zurückkehrten.

In der germanischen Mythologie findet sich das Totenreich Hel der gleichnamigen Göttin, welches sowohl düstere als auch auch heitere Elemente vereint, jedoch ebenso wie die anderen indogermanischen Religionen nur den Göttern in Ausnahmefällen die Rückkehr gestattet. Den in der Schlacht gefallenen Kriegern, den Einherjern, ist zudem Walhall vorbehalten, von wo aber ebenfalls eine Wiederkunft nicht vorgesehen ist (noch wohl auch als wünschenswert betrachtet wurde).

Bei den Ägyptern und Indern findet sich der Glaube an eine Seelenwanderung, eine ausgebildete Auferstehungslehre dagegen nur im Parfismus (→Zoroastrismus).

Judentum

Dem ältesten Judentum ist der Glaube an die Auferstehung fremd. In den vor dem Exil geschriebenen Schriften des Alten Testaments herrscht vielmehr die Vorstellung vom Scheol (Hölle), dem freudlosen Totenreich, aus dem keiner zurückkehrt. Eine Anzahl Psalmstellen, die man für die gegenteilige Meinung angeführt hat[1], sind ebensowenig wie Hiob 19, 25-27 auf die Auferstehung zu beziehen. Die Belebung der Totengebeine findet sich zuerst nach dem Untergang des jüdischen Staates als Sinnbild der Neubelebung des „messianischen Volks“.[2] Im Buch Daniel (12, 2.13) ist die Hoffnung auf Wiederbelebung der Frommen und der Gottlosen in der messianischen Zeit ausgesprochen; doch scheint sie auch später nicht zur herrschenden Volksvorstellung geworden zu sein. Das zweite Buch der Makkabäer, in dem der Auferstehungsglaube sehr entschieden auftritt (Kap. 7), gehört der hasidäischen Partei an; die aus ihr hervorgegangenen Pharisäer bildeten diesen Glauben zur Lehre aus, wogegen die Sadducäer die ältere Volksmeinung aufrecht erhielten.

Christentum

Franz Stassen: Jesus erscheint den Jüngern

Zum Volksglauben ist die Hoffnung auf Auferstehung der Leiber erst im Christentum geworden. Jesus verkündigte nicht nur ein ewiges Leben aller zur Teilnahme am Himmelreiche Berufenen, sondern nach der Darstellung der Evangelien ausdrücklich auch eine Auferstehung der Toten, in Verbindung mit seiner eigenen Wiederkunft, und ein großes Weltgericht (→Jüngstes Gericht). Für die älteste Gemeinde blieb die Auferstehung Jesu die göttliche Legitimation seiner Messiaswürde und die Bürgschaft der einstigen Auferstehung aller Gläubigen. Als Zeitpunkt galt die Wiederkunft Christi zur Begründung seines Reichs auf Erden, die Paulus (1 Kor. 15, 23 fg.) und insbesondere die Offenbarung des Johannes noch von der sogenannten zweiten Auferstehung beim Endgericht, die sich auf alle Menschen erstrecken soll, unterscheidet. Doch scheint Paulus anderwärts wieder nur eine Auferstehung der Gläubigen zu lehren, wenigstens ist dies die Konsequenz seiner Annahme, daß die Gläubigen in Kraft des ihnen verliehenen göttlichen Geistes (des Pneuma) geistige (pneumatische) Leiber erhalten sollen, während „Fleisch und Blut“ das Reich Gottes nicht erben können. Er stellt sich daher den Auferstehungsleib als einen himmlischen Lichtleib vor.[3]

Schon zur Zeit der Apostel stieß diese Lehre in hellenisch gebildeten Kreisen auf Widerspruch; daher suchten die Kirchenlehrer sie durch Beweise zu stützen. Nächst der Auferstehung Jesu werden die von ihm und den Aposteln vollbrachten Totenerweckungen, entsprechende Vorgänge im Leben der Natur, die notwendige Zusammengehörigkeit des Leibes mit der Seele, und schließlich die Gerechtigkeit, Güte und Allmacht Gottes als Beweismittel benutzt. In der Folgezeit lassen sich eine idealistische und eine realistische Ansicht unterscheiden. Während die Gnostiker die Körperauferstehung nicht gelten ließen und nur eine Unsterblichkeit der „pneumatischen“ Seelen lehrten, vertraten die meisten Kirchenlehrer des Altertums die sinnlich ausgestattete Vorstellung, daß der Auferstehungsleib derselbe sein werde wie der ins Grab gesenkte. Dagegen neigte sich die Alexandrinische Schule zu einer geistigen Auffassung und insbesondere Origenes lehrte, daß in der Auferstehung der nach dem Sündenfall mit dem gröberen materiellen überkleidete „pneumatische“ Leib, von seiner verweslichen Hülle befreit, zur vollkommenen Entfaltung komme. Doch wurde diese Ansicht im 6. Jahrhundert als ketzerisch verdammt, und die Kirche hielt fest, daß die verwesten Gliedmaßen sich am Auferstehungstag wieder zusammenfinden würden.

Erst seit dem 18. Jahrhundert ist der auch von der Reformation unerschütterlich aufrecht erhaltene Auferstehungsglaube in Verbindung mit dem Glauben an die individuelle Fortdauer nach dem Tode überhaupt ernstlich angefochten worden.

Die Auferstehung Jesu ist eine Frage, die für den christlichen Glauben mit der Frage nach einer persönlichen Fortdauer der menschlichen Existenz unzertrennlich zusammenhängt. Die älteste Gemeinde verkündigte zuversichtlich die Wiederbelebung seines am Kreuze gestorbenen Leibes (wenn auch in anderer, als der irdischen Erscheinungsform) als die Haupt- und Grundtatsache des ganzen christlichen Glaubens. Dazu kommen Berichte von wiederholten Erscheinungen des Gekreuzigten vor seinen Jüngern, vor einzelnen oder mehreren, und vor einer größeren Menge von Gläubigen zugleich. Die Erklärung dieser Tatsache, auf der das ganze Dasein der christlichen Kirche beruht, fällt der historischen Kritik anheim. Der älteste auf uns gekommene Bericht ist das Zeugnis des Paulus, der die ihm auf dem Wege nach Damaskus gewordene Christuserscheinung auf völlig gleiche Linie mit den übrigen Erscheinungen des Auferstandenen stellt.[4] Die Auferstehungsberichte der Evangelien stimmen untereinander wenig überein: während das echte Markus-Evangelium über die Erscheinungen des Auferstandenen keine nähere Auskunft giebt (der jetzige Schluß von Kap. 16, 9-20 ist unecht), zeigt sich in den übrigen Berichten die weiterbildende fromme Sage, besonders auch in dem nach Johannes benannten Evangelium.

Künstlerische Rezeption im Mittelalter

Die bildlichen Darstellungen der Auferstehung Christi (ital. risurrezione) zeigten im Mittelalter Christus entweder nach dem apokryphen Evangelium des Nikodemus als verherrlichten Erlöser mit dem Kreuzpanier triumphierend vor dem Höllenschlunde stehend, an dem er die Schar der Gerechten erlöst, oder sie zeigten das Grab mit aufgehobenem Steindeckel, schlafenden Wächtern und wachenden Engeln, ans dem der Herr mit dem thaumaturgischen (wunderthätigen) Stabe, später mit der Kreuzfahne sich erbebt. Oft erscheint die Auferstehung Christi aber auch in Verbindung mit der Himmelfahrt. Die spätere Kunst wendete sich meist der Darstellung der Himmelfahrt und, sofern es die Auferstehung der Toten betrifft, der des Jüngsten Gerichts zu.

Zitate

  • „Ich bin die Auferstehung und das Leben. Wer an mich glaubt, der wird leben, auch wenn er stirbt.“ - Johannes 11,25[5]

Siehe auch

Literatur

  • Johann Gottfried von Herder: „Von der Auferstehung als Glauben, Geschichte und Lehre“ (1794) (PDF-Datei)
  • Heinrich Molitor: „Die Auferstehung der Christen und Nichtchristen nach dem Apostel Paulus“ (1933) (PDF-Datei)
  • Friedrich August Kahnis: „Die Auferstehung Christi als geschichtliche Thatsache: Die Nacht und das Licht der Gegenwart“ (1873) (PDF-Datei)

Fußnoten

  1. Psalm 16, 10; 17, 15; 49, 16; 68, 21; 73, 24
  2. Ezech. 37; Jes. 25, 3; 26, 19
  3. 1 Kor. 15, 35 fg.; 2 Kor. 5, 1 fg.
  4. 1 Kor. 15, 4-8
  5. Nach der Übersetzung Martin Luthers